VP Bank Spotanalyse: US-Inflationsrate steigt stärker als erwartet

Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank. (Foto: VP Bank)

Von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank

Die Teuerung erhöht sich im September von 3.4 % auf 3.7 %.

Es ist kein volkswirtschaftliches Studium nötig, um die Gründe für den Inflationsanstieg zu erkennen: Die gestiegenen Energiepreise wirkten sich erneut auf die Teuerungsentwicklung aus.

Interessanter und diffiziler wird die Inflationsbetrachtung allerdings unter Herausrechnung der volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise (Kernrate): Gegenüber dem August steigt die Kernteuerung um 0.3 % und damit exakt so stark wie im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat seigt die Kernrate von 2.4 % auf 2.6 % und damit etwas stärker als erwartet.

Gegenüber dem August sticht vor allem ein stärkerer Preisanstieg von Gebrauchtwagen ins Auge. Doch auch der Preisanstieg im Bekleidungsmarkt beschleunigt sich etwas. Im Dienstleistungssektor stechen höhere Gesundheitskosten hervor, insbesondere für die Krankenhäuser.

Auch wenn die Kerninflationsrate gegenüber dem Vorjahresmonat etwas stärker zulegt, von klaren Zweitrundeneffekten ist immer noch nicht die Rede. Die amerikanische Zentralbank (Fed) wird gerade deshalb bei ihrem weiteren Zinskurs vorsichtig bleiben. Nach den im September veröffentlichten Projektionen der Fed-Mitglieder steht für dieses Jahr noch eine Zinserhöhung im Raum. Danach zeichnet sich vorerst eine Zinspause ab.

Die US-Währungshüter fahren damit weiterhin auf Sicht. Das bedeutet jedoch auch: Sollten die Zweitrundeneffekte im kommenden Jahr stärker ausfallen, dürften weitere Zinserhöhungen erforderlich werden.

Zeigt sich aber weiterhin das Muster der vergangenen Monate und bleiben Preisüberwälzungen moderat, erscheinen die von den Finanzmärkten eingepreisten knapp vier zusätzlichen Zinserhöhungen bis Ende 2027 zu ambitioniert.

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