Bern – Das Risiko eines schweren Atomunfalls in der Schweiz hat sich nach Ansicht der Sicherheitsbehörde seit der Katastrophe von Tschernobyl vor 40 Jahren deutlich verringert. Sämtliche Schweizer Kernkraftwerke seien seither umfassend nachgerüstet worden.
Ein schwerer Unfall mit Kernschmelze gelte heute als sehr unwahrscheinlich, teilte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Die Schweizer Kernkraftwerke hielten die Vorgabe der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) für die Verhinderung eines schweren Unfalls mit Kernschmelze bei weitem ein. Die Sicherheitsanforderungen seien im internationalen Vergleich sehr hoch.
Auch neue Gefährdungen wie Cyberbedrohungen würden in der laufenden Sicherheitsbewertung berücksichtigt. Das Ensi und die Betreiber verfolgten dabei den Stand der Technik und stützten sich auf internationale Standards.
Internationale Lehren aus Tschernobyl
Mit Blick auf den sicheren Betrieb der Schweizer Kernanlagen verfolgten die Behörden auch die geopolitische Lage laufend, teilte das Ensi weiter mit. Eine generelle Einschätzung des globalen Risikos von Atomunfällen könne die Behörde jedoch nicht abgeben. Es fehlten konkrete technische Detailinformationen zu ausländischen Anlagen.
«Immerhin kann aber festgehalten werden, dass die internationale Gemeinschaft Lehren aus Unfällen wie Tschernobyl gezogen hat», so das Ensi weiter. So wurde 1994 das Übereinkommen über nukleare Sicherheit (Convention on Nuclear Safety) geschaffen. Es legt völkerrechtlich verbindliche Mindestanforderungen für die Sicherheit ziviler Kernkraftwerke fest. (awp/mc/ps)
