SNB bestätigt Nullzins – Interventionsbereitschaft bleibt erhöht

SNB-Direktionspräsident Martin Schlegel. (Bild: SNB/mc)

Zürich – Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Leitzins wie erwartet bei null Prozent belassen. Die Schweizer Währungshüter sehen trotz leicht gestiegener Inflation keinen Handlungsbedarf beim Leitzins. Sie wollen bei Bedarf aber weiterhin am Devisenmarkt eingreifen, um eine zu starke Aufwertung des Frankens zu verhindern.

«Unsere Geldpolitik ist angemessen, um die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten, und sie stützt die Wirtschaftsentwicklung», sagte SNB-Präsident Martin Schlegel am Donnerstag.

Den Ausschlag für die verlängerte Zinspause gab, dass sich der mittelfristige Inflationsdruck seit der letzten Lagebeurteilung kaum verändert hat. Zwar stieg die Teuerung laut der SNB zuletzt wegen höherer Energiepreise auf 0,6 Prozent an. Die Nationalbank rechnet aber damit, dass dieser Effekt mit der Zeit nachlässt. Die SNB sieht die Preisstabilität damit weiterhin gewährleistet. Sie definiert diese als eine Jahresteuerung zwischen 0 und 2 Prozent.

Die Inflationsprognosen für die kommenden Jahre wurden nur leicht angehoben. Sie bleiben mit 0,6 Prozent für 2026 und 2027 sowie 0,7 Prozent für 2028 aber klar im Bereich der Preisstabilität.

Hohe geopolitische Risiken
Ein zentrales Thema bleibt der Franken. «Der Aufwertungsdruck auf den Franken hatte mit der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten zunächst zugenommen, da der Franken als sicherer Hafen gesucht war», sagte Schlegel. Inzwischen hat der Franken allerdings etwas an Wert verloren, da die Zinsen im Ausland gestiegen sind und sich die Zinsdifferenz zur Schweiz vergrössert hat.

Die SNB warnte jedoch, dass die geopolitischen Risiken hoch bleiben. «Das Risiko von starkem Aufwertungsdruck besteht somit weiterhin», sagte Schlegel. Deshalb halte die Nationalbank ihre Bereitschaft zu Interventionen am Devisenmarkt auf einem erhöhten Niveau. «Damit wirken wir einer raschen und übermässigen Aufwertung des Frankens entgegen, welche die Preisstabilität in der Schweiz gefährden würde.»

Für die Schweizer Wirtschaft bestätigte die SNB ihre Prognosen. Sie erwartet für 2026 unverändert ein Wachstum von rund einem Prozent und für 2027 von rund 1,5 Prozent. Als Risiken nennt sie neben den Spannungen im Nahen Osten auch die US-Handelspolitik sowie einen möglichen neuen Aufwertungsdruck auf den Franken. (awp/mc/ps)

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