SNB-Protokoll: Direktorium sah im Juni keinen unmittelbaren Handlungsbedarf

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Das Direktorium der SNB mit v.l.n.r. Antoine Martin, Martin Schlegel und Petra Tschudin. (Foto: SNB)

Zürich – Das Direktorium der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hat den Leitzins im Juni unverändert bei 0,00 Prozent belassen, weil es die geldpolitischen Bedingungen trotz erhöhter geopolitischer Unsicherheit als angemessen beurteilte. Aus dem am Donnerstag veröffentlichten Diskussionsprotokoll geht hervor, dass die Preisstabilität aus Sicht der Währungshüter nicht gefährdet war und weder ein rascher Anstieg der Inflation über 2 Prozent noch ein Abrutschen in den negativen Bereich erwartet wurde.

Zwar hätten die Inflationsrisiken in den vergangenen Monaten zugenommen und stärkere Zweitrundeneffekte seien möglich, ein unmittelbarer Handlungsbedarf habe jedoch nicht bestanden, hiess es im Protokoll. Das Protokoll liefert damit keine grundlegend neuen geldpolitischen Signale.

Als Gründe für den unveränderten Leitzins nennt die SNB unter anderem die seit März gelockerten monetären Bedingungen infolge der Frankenabwertung, die weiterhin expansive Wirkung der Geldpolitik sowie eine Inflationsprognose, die über den gesamten Prognosezeitraum im Bereich der Preisstabilität liegt. Gleichzeitig verweist das Direktorium auf die hohe Unsicherheit wegen der Lage im Nahen Osten und mögliche Auswirkungen auf Energiepreise und Inflation.

Beim Thema Deviseninterventionen bleibe das Risiko einer erneuten starken Frankenaufwertung bestehen, so die SNB. Deshalb hielt die Notenbank ausdrücklich an ihrer erhöhten Interventionsbereitschaft am Devisenmarkt fest. Allerdings fügten die SNB-Direktoriumsmitglieder dieses Mal ein «bei Bedarf» ein. Im Protokoll findet sich dazu keine Erläuterung. Marktbeobachter hatten den neu eingefügten Zusatz als leichte Abschwächung der bisherigen Interventionsbereitschaft interpretiert. (awp/mc/ps)

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