VP Bank Spotanalyse: SNB bleibt bei 0 %

Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank. (Foto: VP Bank)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält vorerst still und belässt den Leitzins bei 0 %. Ob die eidgenössischen Währungshüter dies noch längere Zeit durchhalten können, ist fraglich. Zuletzt stieg die Inflationsrate auf 0.8 %, was zwar im internationalen Vergleich wenig ist, andererseits aber nicht so richtig zu einem negativen Kurzfristzins, dem Saron (Swiss Average Rate Overnight), passt.

von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank

Gemäss der von der SNB aktualisierten Prognose wird die Inflation im vierten Quartal noch etwas ansteigen, bevor sie im Verlauf des Jahres 2027 wieder zurückgeht. Dieser Rückgang sei darauf zurückzuführen, dass die aktuell deutlich erhöhte Teuerung bei der Energie in den kommenden Quartalen wieder sinken dürfte.

Danach steigt die bedingte Inflationsprognose leicht an. Im Vergleich zur letzten Lagebeurteilung liegt die Prognose in der kurzen Frist höher. Grund dafür sind höher als erwartete Preise für Erdölprodukte. Auch mittelfristig liegt die bedingte Inflationsprognose leicht höher als im Vorquartal, was unter anderem die Abschwächung des Frankens widerspiegelt.

Die SNB konzentriert sich bei der Einschätzung der Inflationsentwicklung auf die Entwicklung der Energiepreise. Das Risiko von Zweitrundeneffekten wird nicht betont. Darüber hinaus sollte auch bedacht werden, dass neben den gestiegenen Energiepreisen nun auch Basiseffekte hinzukommen. In den Herbstmonaten 2025 fielen die Inflationsraten, was sich nun inflationsfördernd auswirkt. Dieser Effekt verstärkt nun den Energiepreisanstieg zusätzlich.

Die SNB schwächt gleichzeitig ihre Interventionsbereitschaft am Devisenmarkt etwas ab. Neu heisst noch, dass sie bereit sei, am Devisenmarkt zu intervenieren. Der frühere Passus der erhöhten Interventionsbereitschaft wurde gestrichen. Dies lässt darauf schliessen, dass die SNB mit den gegenwärtigen Wechselkursniveaus zufrieden ist.

Gerade deshalb könnte die SNB unter Zugzwang kommen und möglicherweise an ihrer nächsten Sitzung im Dezember den Leitzins erhöhen. Die Anhebung der bedingten Inflationsprognosen deutet darauf hin, dass man auch innerhalb der SNB das Risiko sieht, dass die Teuerung eher höher ausfallen könnte. (VP Bank/mc/pg)

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