China: «Caixin»-Stimmungsindex bleibt auf hohem Niveau

China Dienstleister

Peking – Bei den chinesischen Dienstleistern herrscht weiter gute Stimmung. Damit könnte der für China zunehmend wichtiger werdende Sektor die Wirtschaft in den kommenden Monaten weiter stabilisieren und beleben. Der vom Wirtschaftsmagazin «Caixin» am Montag (Ortszeit) veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe ging im Januar zwar leicht auf 53,1 (Dezember: 53,4) Punkte zurück. Der Indikator, bei dem die Stimmung bei kleinen und mittelgrossen Unternehmen ermittelt wird, bleibt damit aber in der Nähe des zum Jahresende erreichten 17-Monats-Hochs.

Gemessen am bereits vergangene Woche veröffentlichten staatlichen Indikator, der die Lage bei Grossbetrieben misst, besserte sich die Stimmung sogar leicht. Hier zog der Index um 0,1 Punkt auf 54,6 Zähler an. Werte über 50 Punkten signalisieren ein Wachstum der wirtschaftlichen Aktivität. Werte darunter deuten auf eine rückläufige Entwicklung. In der Industrie waren nach Angaben von vergangener Woche sowohl der privat als auch der staatlich ermittelte Index gefallen. Beide Werte hatten jedoch über der Marke von 50 Punkten gelegen.

Wirtschaftsumbau
Da China mitten im Wandel von einer verlängerten Werkbank der Welt hin zu einer stärker auf Dienstleistungen gestützten Wirtschaft steckt, rückt das Dienstleistungsgewerbe mehr in den Fokus. Chinas Wachstumsrate ist im vergangenen Jahr mit 6,7 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 1990 gefallen. Die chinesische Regierung drückt wegen des geplanten Umbaus der Volkswirtschaft zum einem absichtlich auf das Wachstumstempo, zum anderen braucht sie aber hohe Zuwächse, um die zum Teil noch sehr arme Bevölkerung am Wachstum zu beteiligen.

Da die Wirtschaft im vierten Quartal etwas stärker als im Gesamtjahr gewachsen ist, hatten einige Ökonomen die im Januar veröffentlichten Daten als Zeichen der Stabilisierung für die zweitgrösste Volkswirtschaft gewertet. Erneut warnten Experten aber auch, dass das derzeitige Wachstumsmodell nicht nachhaltig sei. Chinas Wachstum sei noch immer zu sehr von Stimulus-Massnahmen der Regierung abhängig, hatte der Internationale Währungsfonds (IFW) bereits Mitte Januar gewarnt. Der Wirtschaft drohe eine «starke Abschwächung», wenn Kredite weiter rasant wachsen und die Regierung nicht entschlossener gegen hohe Schulden der Unternehmen vorgehe. (awp/mc/ps)

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