Lufthansa verzichtet auf Wachstum bei Eurowings

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Eurowings-Airbus A330. (Foto: Eurowings)

Frankfurt – Die Lufthansa streicht angesichts steigender Treibstoffkosten und Engpässen im europäischen Luftraum die Wachstumspläne ihrer Tochter Eurowings zusammen. Im laufenden Jahr werde das Flugangebot der Billigfluglinie auf dem Niveau des Vorjahres verharren, teilte der Lufthansa-Konzern bei der Vorlage der Quartalszahlen am Dienstag in Frankfurt mit. Zuletzt hatte Vorstandschef Carsten Spohr für Eurowings noch eine Steigerung um zwei Prozent in Aussicht gestellt. An ihren Gewinnplänen für 2019 will die Konzernführung aber nicht rütteln.

An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an. Für die Lufthansa-Aktie ging es am Morgen um zeitweise mehr als drei Prozent nach unten. Am späten Vormittag lag sie noch mit 1,62 Prozent im Minus bei 21,85 Euro und war damit schwächster Wert im Dax . Seit Jahresbeginn liegt sie damit aber immer noch klar im Plus.

Der Umsatz sei im ersten Quartal schwach ausgefallen, besonders auf den Kurzstrecken, schrieb Analyst Adrian Yanoshik von der Privatbank Berenberg. Andere Experten entdeckten in den Zahlen wenig Überraschungen, nachdem die Lufthansa die wichtigsten Eckdaten zum Quartal wegen eines überraschend hohen Verlusts bereits Mitte April vorgelegt hatte.

Rund einen Monat zuvor hatte der Vorstand bereits seine Pläne für den Sommerflugplan gesenkt, nun dampft er auch seine Wachstumsziele für das Gesamtjahr ein. Der Verzicht auf einen weiteren Ausbau des Flugangebots soll der Billigmarke Eurowings helfen, einen stabilen Flugbetrieb zu gewährleisten. Die konzerneigenen Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines sollen ihr Angebot 2019 aber weiterhin um vier Prozent ausweiten.

2018 hatten Eurowings und viele andere Airlines wegen der Engpässe bei den Fluglotsen und eigener Probleme mit vielen Verspätungen und Flugausfällen kämpfen müssen. Den gesamten Lufthansa-Konzern kostete dies über eine halbe Milliarde Euro – und damit zwei Drittel mehr als im Vorjahr.

Höherer Ölpreis drückt auf Gruppengewinn
Unterdessen drückt der gestiegene Ölpreis bei Europas grösster Fluggesellschaft stärker auf den Gewinn als gedacht. Die Treibstoffkosten dürften in diesem Jahr konzernweit auf rund 6,8 Milliarden Euro klettern, schätzt der Vorstand. Das sind 700 Millionen mehr als im Vorjahr. Im ersten Quartal flog die Lufthansa wegen der höheren Treibstoffrechnung und eines Preiskampfs bei Flugtickets bereits tief in die roten Zahlen. Zwar stieg der Umsatz im Jahresvergleich um drei Prozent auf 7,9 Milliarden Euro, der Nettoverlust vergrösserte sich jedoch von 39 Millionen auf 342 Millionen Euro.

Lufthansa-Finanzchef Ulrik Svensson baut nun auf den Sommer und den Rest des Jahres. Schon im laufenden zweiten Quartal dürften die Ticketpreise wieder anziehen, schätzt er. Nach Ansicht der Lufthansa werden andere Fluggesellschaften ihr Angebot dann nicht mehr so stark ausweiten wie noch zu Anfang des Jahres. Damit dürfte das Überangebot schrumpfen, das in der Regel auf die Ticketpreise drückt.

Für das Gesamtjahr erwartet das Management daher unverändert, dass die Lufthansa ihren Umsatz um 4 bis 6 Prozent steigern kann. Von jedem eingenommenen Euro sollen wie geplant 6,5 bis 8,0 Prozent als operativer Gewinn (bereinigtes Ebit) beim Unternehmen hängen bleiben. Früheren Angaben zufolge liefe dies auf einen operativen Gewinn zwischen 2,4 und 3,0 Milliarden Euro hinaus.

Unterdessen macht die Lufthansa mit dem Verkauf ihrer Bordverpflegungs-Sparte LSG Sky Chefs Ernst. Der Vorstand habe beschlossen, einen formalisierten Verkaufsprozess für die Tochter vorzubereiten. Ob es tatsächlich zu einer Trennung komme, sei derzeit allerdings offen. Die Konzernführung kann sich nach eigenen Angaben einen Verkauf der LSG als Ganzes oder in Teilen vorstellen. (awp/mc/ps)

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