Kopenhagen / Brüssel – Zu wenig Wasser im Rhein, Rekordhitze, grosse Waldbrände: Angesichts drastischer Folgen des Klimawandels wirbt die Chefin der Europäischen Umweltagentur für entschiedenes Handeln.
«Dieser Sommer hat uns wirklich auf anschaulichste Weise vor Augen geführt, womit wir in Europa konfrontiert sind», sagte Leena Ylä-Mononen, die Exekutivdirektorin der Europäischen Umweltagentur (EEA), der Deutschen Presse-Agentur und anderen Mitgliedern des Nachrichtenagentur-Netzwerks European Newsroom (enr) in Brüssel.
Als Beispiele in Europa nannte sie unter anderem die Ernteausfälle in der Landwirtschaft durch Hitze und Dürre, das Niedrigwasser in Rhein und Donau, Engpässe bei Kühlwasser und gesundheitliche Folgen durch die Hitze. Massive Auswirkungen seien auch anderswo sichtbar, etwa die Sturzflut im Himalaya-Gebiet: «Der Klimawandel ist da, und er hat schwerwiegende Folgen.»
Viele Schäden wären vermeidbar
«Jede dieser Störungen in den Bereichen Energie, Verkehr und Nahrungsmittelproduktion war vorhersehbar, und ein Grossteil der Schäden wäre mit den richtigen Investitionen tatsächlich vermeidbar gewesen», sagte Ylä-Mononen über die Extremereignisse in Europa. Es sei dringend notwendig, einerseits die CO?-Emissionen und Treibhausgasemissionen weiter zu senken und sich andererseits an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
Da es bei vielen Massnahmen einige Jahre dauern werde, sie umzusetzen, müsse man entsprechend weit denken – an die nächsten 10, 20 oder gar 50 Jahre. Kurzfristig könnten etwa Klimaanlagen eine wichtige Hilfe sein für Menschen, die ihr Haus nicht verlassen können, in dem die Hitze aber unerträglich sei. Das gelte auch für Institutionen wie Seniorenheime, Schulen und Krankenhäuser. Gleichzeitig wisse man, dass sie mehr Energie verbrauchen.
Was in Städten helfen kann
Je nach Ort brauche es unterschiedliche Lösungen – bewährt habe sich aber etwa gegen die Hitze, dass Städte wie Madrid begrünt werden. In Kopenhagen beispielsweise seien grüne Flächen geschaffen worden, die Wasser aufnehmen könnten und so bei starkem Regen Überflutungen verhindern können («Schwammstadt»).
Die Europäische Umweltagentur stellt Informationen über die Umwelt in Europa bereit und analysiert die Daten. Sie unterstützt die EU und ihre Mitgliedstaaten bei deren Umwelt- und Klimapolitik. (awp/mc/ps)
