Neuchâtel – Mit insgesamt 232 602 neuen Personenwagen wurden 2025 in der Schweiz zum sechsten Mal in Folge markant weniger Neuzulassungen registriert als in den Jahren vor der Covid-Pandemie. Im Vergleich zum Vorjahr resultierte ein Minus von 2%. Trotzdem haben die Neuzulassungen von Elektroautos um 16% zugelegt, und die Plug-in-Hybride verzeichneten sogar ein Plus von 26%. Insgesamt verkehrten 2025 auf den Schweizer Strassen 6,6 Millionen Motorfahrzeuge. Dies geht aus der offiziellen Schweizer Strassenfahrzeugstatistik hervor, die vom Bundesamt für Statistik (BFS) erstellt wird.
2025 wurden in der Schweiz insgesamt 329 310 neue Strassenmotorfahrzeuge in Verkehr gesetzt. Davon waren etwas mehr als zwei Drittel Personenwagen, nämlich 232 602. Hinzu kamen 50 963 neue Motorräder, 33 046 Güterfahrzeuge sowie 12 699 Landwirtschafts-, Industrie- und Personentransportfahrzeuge.
Verglichen mit dem Jahr 2024 ist das Total der neuen Strassenmotorfahrzeuge 2025 um insgesamt 2,0% zurückgegangen. Relativ stark war der Rückgang mit minus 5,7% bei den als konjunktursensibel geltenden Güterfahrzeugen. Die Personenwagen verzeichneten eine Abnahme von 2,1%. Bei ihnen fällt auf, dass die Neuzulassungszahlen seit Beginn der Covid-Pandemie ebenso andauernd wie deutlich hinter den früher registrierten Werten zurückliegen. 2025 wurden verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2010-2019 rund 76 300 weniger neue Autos zugelassen.
Deutlich mehr neue Elektroautos und Plug-in-Hybride – Zielwert der «Roadmap» dennoch verfehlt
Nach einem Rückgang 2024 wurden 2025 wieder mehr reine Elektroautos zugelassen. Die Zunahme gegenüber dem Vorjahr betrug 15,6%. Damit stieg deren Anteil an sämtlichen Neuwagen um 3,5 Prozentpunkte auf 22,7%. Einen deutlichen Anstieg verzeichneten auch die Plug-in-Hybride, von denen 26,1% mehr abgesetzt wurden als 2024 und die 2025 rund 11,2% aller Neuzulassungen ausmachten (2024: 8,7%). Entsprechend belief sich 2025 der summierte Anteil der am Stromnetz aufladbaren «Steckerfahrzeuge» (reine Elektroautos plus Plug-in-Hybride) auf 33,9%.
Damit wurde der Zielwert der «Roadmap Elektromobilität» deutlich verfehlt. Diese unter Federführung des Bundes gemeinsam mit der Branche und weiteren Akteuren gebildete Plattform zur Förderung der Elektromobilität hatte einen Steckerfahrzeug-Anteil von 50% für das Jahr 2025 angepeilt. In der zweiten Jahreshälfte hat man sich diesem Zielwert in einigen Monaten immerhin etwas angenähert. Der höchste Steckerfahrzeug-Anteil wurde mit 43,3% im Dezember erreicht, wobei die 50%-Schwelle in acht Kantonen sogar überschritten wurde. Zu beachten ist jedoch, dass dazu auch gewisse Sondereffekt beigetragen haben: Zum Jahresende nehmen manche Fahrzeughändler vorgezogene Immatrikulationen vor, um bestimmte Quoten der sie beliefernden Importeure zu erfüllen.
Europäischer Elektro-Vergleich: Schweiz bei den Autos im Mittelfeld
Mit einem Elektroanteil (ohne Plug-in-Hybride) von gerundeten 23% bei den neuen Personenwagen platzierte sich die Schweiz 2025 gemäss den Daten des Automobilherstellerverbands ACEA im vorderen europäischen Mittelfeld. Der gesamteuropäische Wert belief sich auf 19%. Mehrere Länder erreichten jedoch deutlich höhere Werte als die Schweiz, darunter nicht nur der vielzitierte Spitzenreiter Norwegen (96%), sondern auch Dänemark (69%), Holland (40%), Belgien (35%) und weitere.
Ein anderes Bild zeigt sich bei den schweren Gütertransportfahrzeugen ab 3,5 Tonnen: Hier verzeichnete die Schweiz 2025 den höchsten Elektroanteil aller europäischen Staaten: 21% der entsprechenden Neuzulassungen waren gemäss ACEA hierzulande elektrisch aufladbar. In Gesamteuropa waren es lediglich 5%. Zum Schweizer Spitzenwert dürfte nicht zuletzt die Befreiung der Elektrofahrzeuge von der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) beigetragen haben sowie gewisse gesetzliche Nutzungserleichterungen für schwere elektrische Güterfahrzeuge, die die Gewichtslimite von 3,5 Tonnen nur aufgrund ihrer Batterie übertreffen. Auch die in der kleinräumigen Schweiz meist kurzen Transportwege begünstigen den Elektroantrieb, da die Chauffeure und Chauffeurinnen ihre Fahrten nur selten ausschliesslich für das Laden der Batterie unterbrechen müssen.
45- bis 64-Jährige fahren besonders häufig elektrisch
Der Anteil der Elektroautos am Personenwagen-Gesamtbestand stieg zwischen 2024 und 2025 von 4,2% auf 5,2%. Somit fährt ungefähr jedes zwanzigste Auto rein elektrisch. Dies entspricht 249 832 Fahrzeugen. Davon waren 71% auf Privatpersonen und 29% auf juristische Personen (in der Regel Firmen) eingelöst. Besonders beliebt sind Elektroautos bei Personen zwischen 45 und 64 Jahren: Die auf Privatpersonen dieser Altersgruppe eingelösten Personenwagen waren 2025 zu 5,0% Elektroautos. Bei den 25- bis 44-Jährigen (4,3%), den ab 65-Jährigen (3,2%) und den bis 24-Jährigen (1,2%) lag der entsprechende Wert zum Teil deutlich tiefer. Bei den Autos der juristischen Personen lag der Elektroanteil bei 11,1%. (pd/mc/pg)
