Bremen – Nach Angaben von Schmidt Automotive Research nimmt Grossbritannien in diesem Jahr bislang weiterhin fast jeden dritten neuen Pkw chinesischer Marken auf, der in Westeuropa eingeführt wird. 30 % aller chinesischen Modelle von Marken wie MG (SAIC), BYD und Chery, die zusammen 70 % des gesamten chinesischen Absatzvolumens in der Region mit 18 Märkten ausmachten, landeten im Vereinigten Königreich.
Grossbritannien ist damit weiterhin auf Kurs, dass in diesem Jahr ein Fünftel seines Marktes auf chinesische Modelle entfällt. Ausserdem ist UK neben Italien einer von nur zwei regionalen Märkten, auf denen chinesische Modelle in diesem Jahr japanische Modelle zahlenmässig übertreffen.
Ein in Grossbritannien ansässiger Logistikexperte erklärte gegenüber der vierteljährlich erscheinenden Studie «European Chinese OEM Study» von Schmidt Automotive Research, dass die chinesischen Marken Schwierigkeiten hätten, Lagerkapazitäten für Modelle zu finden, die von PCTC-Schiffen in britischen Häfen – zunehmend im Hafen von Bristol – angeliefert werden. Entsprechend müssten sie Modelle auf die Strasse bringen, um Platz für die nächsten Schiffe zu schaffen, da China insbesondere den markenunabhängigen britischen Markt nutzt, um den sich abkühlenden chinesischen Binnenmarkt auszugleichen.
Bezieht man Italien und Spanien in die Betrachtung mit ein, so landeten zwei Drittel aller in der Region in diesem Jahr bisher zugelassenen chinesischen Modelle in nur drei Märkten, während sich die restlichen Stückzahlen auf die übrigen 15 Märkte verteilten.
Grossbritannien gilt als attraktiver Markt für chinesische OEMs, weil das ehemalige EU-Mitglied die EU-Antisubventionszölle auf in China hergestellte reine BEVs, nicht übernommen hat. Ausserdem ist Grossbritannien ein Markt mit Rechtslenker-Konfiguration, ähnlich wie ein grosser Teil der Region Asien-Pazifik. (mc/pg)
