Zürich – Die Erwartungen für die Schweizer Wirtschaft haben sich im März gemäss dem KOF-Konjunkturbarometer deutlich eingetrübt. Der Frühindikator ist klar unter den langjährigen Durchschnittswert gefallen. Der Krieg im Nahen Osten dürfte der Grund dafür sein.
So sank das Barometer um satte 7,7 Punkte auf 96,1 Zähler, wie das KOF Institut der ETH Zürich am Montag mitteilte. Der langfristige Durchschnittswert von 100 Punkten wurde letztmals nach dem Zollschock im August und September 2025 unterschritten.
Der neuerliche Fall unter die 100-Punkte-Marke kommt überraschend. Ökonomen hatten im Vorfeld gemäss einer Umfrage der Nachrichtenagentur AWP mit Werten von 100 bis 104 Punkten gerechnet.
Ölpreis und Unsicherheit
Das Institut erklärt den deutlichen Rückgang nicht zuletzt mit dem Krieg im Nahen Osten: «Das spielt sicherlich mit hinein», sagte KOF-Expertin Lena Will auf Anfrage und verwies auf die gestiegenen Unsicherheiten und den Ölpreis.
Die konjunkturelle Eintrübung erfolgt laut dem KOF Institut auf breiter Front. Insbesondere die Indikatorenbündel des Verarbeitenden Gewerbes sowie der Auslandsnachfrage hätten deutlich zurückstecken müssen. Und innerhalb der Industrie sei es vor allem mit dem Fahrzeug- und Maschinenbausektor, der Elektroindustrie, dem Metallbereich sowie der Papier- und Druckerzeugnis-Industrie besonders deutlich abwärts gegangen.
Laut Lena Will vom KOF-Institut gab es aber auch beim Konsum eine Eintrübung. Diese sei aber weniger ausgeprägt gewesen. Die spannende Frage sei nun aber, wie es weitergehe.
Mit dem aktuellen Stand befindet sich das Barometer in etwa auf dem Niveau, wie es nach den Zollschocks vom April und August 2025 gesehen wurde. Unter 90 Punkten lag es letztmals im Sommer 2023. In der Pandemie wurden sogar Werte von unter 60 Punkten gesehen.
Das KOF-Konjunkturbarometer ist ein sogenannter vorlaufender Sammelindikator. Es basiert auf einer Vielzahl von Indikatoren und soll anzeigen, wie sich die Schweizer Konjunktur in der nahen Zukunft entwickelt. (awp/mc/pg)
