Bern – Die SRG hat im Rahmen ihres Transformationsprojekts Sparmassnahmen für 2027 konkretisiert. Sie will im kommenden Jahr 80 Millionen Franken einsparen. Unter anderem werden über 20 Prozent der Führungspositionen auf den obersten Ebenen abgebaut. Die Massnahmen sollen das Programm möglichst schonen.
Die Massnahmen sind Teil des unternehmensweiten Transformationsprojekts «Enavant», wie die SRG SSR am Montag mitteilte. Mit diesem will sich das Medienhaus neu aufstellen, um digitaler und effizienter zu werden. Bis 2029 muss die SRG insgesamt rund 270 Millionen Franken einsparen, unter anderem wegen der vom Bundesrat beschlossenen Reduktion der Medienabgabe.
Für das Jahr 2027 seien inzwischen 80 Millionen Franken in den Regionaleinheiten und Bereichen konkretisiert worden. Rund 95 Prozent der Einsparungen für 2027 werden in den Strukturen, Prozessen und Herstellungsweisen erzielt, wie es bereits im Juni hiess.
Damit wolle man das Programm im Interesse des Publikums bestmöglich schützen. Dennoch seien Veränderungen im Programmangebot unumgänglich. Wo möglich, würden Einsparungen innerhalb bestehender Formate umgesetzt, anstatt ganze Sendungen einzustellen. Zudem setze die SRG auf eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Sprachregionen.
Abbau beim Kader
Gleichzeitig treibt die SRG die Umsetzung des neuen Organisationmodells weiter voran. Die obersten drei Führungsebenen seien mittlerweile fast vollständig besetzt. Auf diesen Ebenen baue die SRG im Vergleich zu 2024 über 20 Prozent der Führungspositionen ab.
Die organisatorische Neuausrichtung werde seit Januar schrittweise umgesetzt. Bereiche wie Finanzen, Personalwesen sowie Operationen und Angebot werden neu SRG-weit geführt, verfügten aber über regional verankerte Fachteams. Im Angebotsbereich werden beispielsweise Sport und Fiktion überregional gebündelt und gesteuert, wie es weiter hiess. Auch die Produktions- und Technologiebereiche seien zusammengeführt worden.
Die Sparmassnahmen werden auch personelle Konsequenzen haben. Ein Teil des Stellenabbaus soll durch Fluktuation und Pensionierungen aufgefangen werden. Wo dies nicht möglich ist, komme der Sozialplan der SRG zur Anwendung. «Diese Veränderungen sind anspruchsvoll für das Unternehmen und insbesondere für die betroffenen Mitarbeitenden», liess sich Generaldirektorin Susanne Wille in der Mitteilung zitieren. Die Massnahmen seien aber notwendig.
Die konkreten Auswirkungen auf das Programm und die Mitarbeitenden in den einzelnen Landesteilen werden in den kommenden Tagen kommuniziert. Die weiteren Sparmassnahmen für die Jahre 2028 und 2029 werden schrittweise konkretisiert. (awp/mc/pg)
