Zürich – Die Stimmung bei den Schweizer Industriefirmen hat sich im Juni leicht abgeschwächt. Nach drei Monaten mit steigenden Einkaufsmanagerindizes bleibt der Index dennoch klar im positiven Bereich. Der Dienstleistungs-PMI steigt derweil auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren.
Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie ist im Juni um 3 auf 54,3 Punkte gefallen, wie die UBS und der Einkauf-Fachverband Procure.ch am Mittwoch mitteilten. Damit notiert der Indikator nun den vierten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Erst bei Werten unter 50 Punkten gehen die befragten Unternehmen von einer schrumpfenden wirtschaftlichen Aktivität aus.
Der Gesamtindex liegt damit allerdings am unteren Ende der Prognosen der von der Nachrichtenagentur AWP befragten Ökonomen, die von Werten zwischen 54,0 bis 56,5 Punkten ausgegangen waren.
Im zweiten Quartal lag der Index im Durchschnitt bei 55,4 Punkten. Zum Vergleich: Seit Einführung der Umfrage im Januar 1995 beträgt der durchschnittliche Wert 53,5 Punkte.
Die Komponente Produktion verharrte im Berichtsmonat bei 57,0 Punkten auf einem der höchsten Werte seit über vier Jahren. Damit signalisiere er eine anhaltende Ausweitung der Produktion, so die UBS. Auch der Auftragsbestand dürfte demnach weiter zugenommen haben, wenn auch weniger stark als im Vormonat. Der entsprechende Subindex reduzierte sich um 5,9 auf 53,5 Punkte.
Die Beschäftigungskomponente ging auf knapp 49 Punkte ebenfalls zurück, signalisiert damit aber eine weiterhin relativ stabile Beschäftigungssituation in der Industrie.
Deeskalation im Nahen Osten bremst Preisanstieg
Auch im Juni habe ein grosser Anteil der befragten Einkaufsmanager von Preisveränderungen bei erdölbasierten Produkten wie Kunststoffen berichtet. Die Dynamik beim Preisanstieg wie auch bei den Lieferfristen habe sich indes verlangsamt. So reduzierten sich die beiden Subindizes auf hohem Niveau. Denn im Mai seien noch ausschliesslich Preiserhöhungen gemeldet worden. Dank der Deeskalation im Nahen Osten und den tieferen Ölpreisen sah im Juni ein Viertel der Befragten sinkende Einkaufspreise.
Der PMI für den Dienstleistungssektor ist nach dem leichten Rückgang im April im Berichtsmonat zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Konkret nahm er um 3,9 auf 59,8 Punkte zu und übertraf damit die Schätzungen der Ökonomen (55,0 bis 56,5 Punkte) klar. Er steht damit so hoch wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr.
Der Anstieg des Dienstleistungs-PMI war laut der Mitteilung breit abgestützt. Ein Wermutstropfen war jedoch die Beschäftigungskomponente, die um 1,2 auf 46,9 Punkte zurückging und damit auf die angespannte Beschäftigungslage im Dienstleistungssektor hinweist. (awp/mc/pg)
