sgv: Allerweltsmittel Mehrwertsteuer? Das ist kurzfristiges Denken und belastet vor allem die KMU unnötig

sgv-Präsident und Mitte-Ständerat Fabio Regazzi. (Bild: fabioregazzi.ch)

Eine Stellungnahme des Schweizerischen Gewerbeverbands

Bern – Für die Finanzierung der 13. AHV-Rente steht eine Erhöhung der Mehrwertsteuer im Raum. Gleichzeitig gibt es Forderungen nach einer weiteren Erhöhung der Mehr­wertsteuer um 0.8% ab 2028 zur Finan­zierung militärischer Ausrüstung. Das ist der Weg des geringsten Widerstandes – mit massiven negativen Auswirkungen auf die KMU, die diese zusätzlichen Belastungen am wenigsten abfedern können.

Die Finanzierung der 13. AHV-Rente ist noch nicht in trockenen Tüchern. Zur Diskussion steht die Erhöhung der Lohnbeiträge. Für den Schweizerischen Gewerbeverband ist klar: Diese Forderung gilt es zwingend abzulehnen. Sie belastet die KMU und die Mitarbeitenden unnötig. Sollte eine Übergangslösung privilegiert werden, braucht es die Finanzierung über die Mehrwertsteuer.

Dennoch: Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer darf nicht zum Allerweltsmittel werden. Bereits stehen neue Forderungen im Raum, eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auch zur Finanzierung militärischer Ausrüstung zu verwenden. Das ist für KMU unzumutbar und der falsche Weg. Es sind vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen, die solche Massnahmen am wenigsten abfedern können.

Jetzt braucht es zwingend zuerst eine Auslegeordnung und eine Gesamtschau über die anstehenden finanzpolitischen Herausforderungen und eine Neu-Priorisierung der Ausgaben. Das überwiesene Postulat Regazzi verlangt für die AHV-Reform den Einbezug einer unab­hängigen Expertengruppe, damit endlich tragfähige strukturelle Reformen auf den Tisch kommen. Es kann nicht einfach ignoriert werden.

Ein Schnellschuss ist auf weite Sicht nicht tragfähig und führt zu neuen strukturellen Herausforderungen für die KMU. Diese sind bereits heute durch steigende Kosten und administrative Hürden stark belastet. Der Bund muss endlich seine Ausgaben disziplinieren, anstatt das Gewerbe und die Bürgerinnen und Bürger immer weiter zusätzlich zu belasten.

Artikel «Kosten werden – wie immer – ignoriert» | Schweizerische Gewerbezeitung 27.02.2026

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