VP Bank-Spotanalyse: EZB belässt Leitzinsen unverändert

Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank. (Foto: VP Bank)

Von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank

Die Währungshüter warten vorerst ab.

Die Inflation bleibt mit hohen Unsicherheiten behaftet. Zudem dürften die Folgen des Energieschocks noch nicht vollständig in den Preisen angekommen sein. Die Europäische Zentralbank (EZB) beobachtet mögliche Zweitrundeneffekte genau. Mit dem aktuellen Zinsniveau sieht sie sich derzeit gut positioniert. Fraglich ist nur, wie lange das so bleibt.

Die jüngste Eskalation im Iran-Krieg und der erneute Anstieg des Ölpreises erhöhen die Inflationsrisiken. Zweitrundeneffekte sind vorprogrammiert. Wie Umfragen zeigen, wollen viele Unternehmen die gestiegenen Energiekosten auf ihre Verkaufspreise umwälzen. Dies dürfte den zugrunde liegenden Preisauftrieb erhöhen und die Kerninflation nach oben treiben. Energie- und Nahrungsmittelpreise fliessen dabei nicht in die Berechnung ein.

Vor diesem Hintergrund dürfte die EZB ihren Leitzins im September erneut um 25 Basispunkte anheben. Dann liegen auch die aktualisierten Projektionen der EZB-Volkswirte vor. Diese dürften die Grundlage für eine weitere geldpolitische Straffung bilden.

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