Trotz Nahost-Krieg: Experten erwarten stabile Stromkosten

(Bild: © Gina Sanders / AdobeStock)

Zürich – Der Konflikt im Iran hat die Treibstoffpreise hochgehen lassen, doch für die Haushalte gibt es eine gute Nachricht: Die Energieausgaben dürften nach der Ansicht von Experten insgesamt weit weniger stark steigen als während des Ukraine-Kriegs – oder gar sinken.

Vor allem bei Strom und Gas zeichnet sich aus Konsumentensicht eine deutlich stabilere Entwicklung ab, wie aus einer Analyse der Bank Raiffeisen vom Mittwoch hervorgeht. Die Gasversorgung in Europa habe sich bislang als robust erwiesen, und die Preise an den Terminmärkten reagierten bislang nur moderat. Gleichzeitig blieben die Börsenstrompreise saisonbereinigt weitgehend stabil.

Das wirkt sich laut Raiffeisen alles dämpfend auf die Kosten für Endkonsumenten aus. Ganz im Unterschied zur Energiekrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022: Damals trieben steigende Gaspreise die Stromkosten in der Schweiz massiv nach oben. So musste etwa die aargauische Gemeinde Oberlunkhofen als Extrembeispiel 2023 den Grundstromtarif um über 260 Prozent anheben. «Dies wird sich nicht wiederholen», schrieben die Raiffeisen-Experten nun.

Höherer Anteil erneuerbarer Energien
Ein wichtiger Grund für die Entspannung liegt im wachsenden Anteil erneuerbarer Energien. Diese drückten zunehmend auf die Strompreise, weil sie oft günstiger produzieren und zeitweise sogar zu negativen Marktpreisen führen, hiess es. Dadurch verliert Gas an Einfluss auf die Preisbildung im Strommarkt.

Für Schweizer Haushalte bedeutet das konkret: Ein erneuter Preisschock wie 2023 gelte derzeit als unwahrscheinlich, so die Analyse weiter. Vielmehr könnten die staatlich regulierten Strompreise bei anhaltend ruhiger Lage im kommenden Jahr sogar weiter sinken. (awp/mc/pg)

Exit mobile version