In den USA sind im Dezember 50’000 Stellen ausserhalb der Landwirtschaft geschaffen worden. Die Arbeitslosenquote fällt leicht von 4.5 % auf 4.4 %. Der Dezember-Bericht ist noch vom Regierungsstillstand geprägt, denn es kam im Dezember zu Nachholeffekten. Klammert man diesen Sondereffekt aus, zeigt sich eine unterliegende Schwäche am Jobmarkt.
von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank
Da aufgrund der restriktiven Einwanderungspolitik weniger Menschen auf den Arbeitsmarkt kommen, ist die Zahl der neu geschaffenen Stellen zusätzlich schwerer interpretierbar. Die Fed dürfte deshalb vor allem die Arbeitslosenquote bei ihren Analysen berücksichtigen. Da die Arbeitslosenquote seit dem Jahr 2023 sukzessive zunimmt und mit der Einführung von Zöllen nochmals an Aufwärtsdynamik gewonnen hat, erhärtet sich die Schwäche des Arbeitsmarktes. Daran ändert der marginale Rückgang der Arbeitslosenquote im Dezember nichts.
Notenbankchef Jerome Powell wies darüber hinaus zuletzt auf einen wichtigen Effekt hin. In den Arbeitsmarktbericht fliessen Schätzungen zu neugegründeten Unternehmen ein, welche die daraus resultierenden neuen Stellen zu hoch einstufen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass unter Berücksichtigung beider Effekte derzeit kaum noch neue Jobs entstehen bzw. sogar Stellen abgebaut werden.
Aus Sicht der Arbeitsmarktentwicklung hat die US-Notenbank Raum für mehr Zinssenkungen, als es die Projektionen des Fed-Zinsgremiums derzeit vorsehen. Wir gehen nach wie vor von drei Zinssenkungen im laufenden Jahr aus. Was noch deutlicheren Zinssenkungen entgegensteht, ist die Inflationsentwicklung. Die Zölle bergen das Risiko, dass es im laufenden Jahr zu Überwälzungseffekten an die Endkonsumenten kommen wird. (VP Bank/mc/pg)
