Sandra Thoma, Inhaberin von Exersuisse

Von christa.spoerle - 06:00

Eingestellt unter: CEO Interviews, Interviews

Sandra Thoma

Sandra Thoma, Inhaberin von Exersuisse. (Foto: zvg)

von Christa W. Spoerle

Moneycab: Welches sind Ihre wichtigsten Erfahrungen nach der Zeit als Franchise-Nehmer?

Sandra Thoma: Durch das Wegfallen der für das Franchising typischen Vorgaben haben wir neue Freiheiten erhalten. Insbesondere bei der konzeptuellen Entwicklung des Unternehmens besteht kein Korsett mehr. Diese neuen Möglichkeiten nutzen wir. Die Einführung der exzentrischen Geräte, die ein noch effizienteres Krafttraining erlauben, ist nur ein Beispiel dafür.

Sie haben einmal gesagt, dass Sie dem Ursprung des Unternehmens, dem Kieser Training, den verdienten Respekt zollen. Was unterscheidet sie heute vom Ursprung?

Mit der neuen Marke Exersuisse konnten wir frischen Wind ins Unternehmen bringen. Insbesondere haben wird zahlreiche Massnahmen getroffen, um noch näher bei unseren Kundinnen und Kunden zu sein. Dazu gehören die offenen Rezeptionen in allen unseren 18 Filialen ebenso wie entsprechende Schwerpunkte in der internen Aus- und Weiterbildung sowie das Angebot an neuen, innovativen Geräten. Festgehalten haben wir am Fokus auf das gesunde Krafttraining.

„Exzentrisches Krafttraining ist äusserst effizient und intensiv.“
Sandra Thoma, Inhaberin Exersuisse

Wo orten Sie die Vorteile beim exzentrischen Krafttraining?

Exzentrisches Krafttraining ist äusserst effizient und intensiv. Die Kundinnen und Kunden schätzen es, dass sie mit diesen Geräten noch schneller Trainingsfortschritte erzielen. Die Wirkung des exzentrischen Trainings ist wissenschaftlich belegt: Forschungen zeigen, dass der Kraftzuwachs beim exzentrischen Training signifikant höher ist als bei einem Krafttraining, das die konzentrische Phase betont.

Das Trainingskonzept ist mit Kieser aber insofern gleich, als Exersuisse keine Cardiogeräte anbietet. Was sind die Gründe?

Sowohl Krafttraining als auch Ausdauer sind wichtige Pfeiler für unsere Gesundheit. Sie gehören aber idealerweise nicht in dieselbe Trainingseinheit. Um gesundes Krafttraining zu betreiben, sind die regelmässige persönliche Betreuung sowie entsprechende Geräte nötig. Letztere brauchen Platz, den man typischerweise zuhause nicht hat. Bei der Ausdauer ist dies anders: Einen Ergometer kann man auch im Keller platzieren – oder man geht, wie ich es gerne tue, raus an die frische Luft.

„Auf dem Gesundheitsmarkt haben viele verschiedene Aktivitäten Platz. Bei Angeboten wie Zumba handelt es um Trends mit einem hohen Spassfaktor, die auftauchen und sich häufig auch abwechseln.“

Fürchten Sie nicht den Konkurrenzdruck durch andere, neuere, spielerische Trainingsmethoden wie zum Beispiel Zumba?

Es ist zu begrüssen, dass es unterschiedliche Angebote gibt, die zu mehr Bewegung führen. Auf dem Gesundheitsmarkt haben viele verschiedene Aktivitäten Platz. Bei Angeboten wie Zumba handelt es um Trends mit einem hohen Spassfaktor, die auftauchen und sich häufig auch abwechseln. Krafttraining hingegen ist seit Jahren ein fester Bestandteil des Fitnessbereichs. Dies liegt sicherlich am Bewusstsein, dass die Pflege der Muskulatur eine Notwendigkeit ist – genauso wie die Pflege der Zähne. Ab Mitte zwanzig verlieren wir kontinuierlich an Muskulatur. Die einen merken dies früher, die anderen später. Fakt ist, dass uns in aller Regel mit zunehmendem Alter bei idealerweise gleichem Gewicht weniger Kraft zur Verfügung steht. Krafttraining wirkt dieser Entwicklung entgegen – jederzeit und bei jedem Fitnesszustand.

Wie hat sich ihre Kundenzahl in den letzten Jahren entwickelt?

Der Markenwechsel eröffnete diesbezüglich wertvolles Potenzial, um zusätzliche Kundenkreise anzusprechen. Besonders erfreulich ist es, dass bei Exersuisse rund drei Viertel der Kunden ihr Abo immer wieder erneuern und rund ein Drittel besitzt ein 3-Jahres-Abonnement. Dies zeigt, dass die Kunden Krafttraining als langfristige Investition in ihre Gesundheit sehen. Das gibt uns eine sehr gute Basis. Was das Gewinnen von neuen Kunden betrifft: Dies ist – in einem gut besetzten Markt – eine anspruchsvolle Aufgabe. Dort haben wir den Vorteil, dass wir mit unserem Fokus auf gesundes Krafttraining eine Nische besetzen.

Sind Sie hinter der Migros die Nummer zwei auf dem Trainingsmarkt?

Mit 18 Filialen in der ganzen Schweiz haben wir tatsächliche eine schöne Grösse erreicht.

Wie sieht die Altersstruktur Ihrer Kunden aus, auf den ersten Blick denkt man eher an älteres Publikum?

Das hängt von der Tageszeit ab. Je nach dem schwankt der Altersdurchschnitt sehr stark. Grundsätzlich haben wir ein gemischtes Publikum, das dasselbe Ziel verfolgt, mit wenig Zeitaufwand stärker zu werden.

Wie stark wird der elektronische Arbeitsplan genutzt?

Genutzt wird er vor allem von Personen, die an verschiedenen Exersuisse-Standorten trainieren. Es gibt eine Fangruppe. Der grosse Teil der Kunden trainiert aber nach wie vor mit dem Trainingsprogramm auf Papier.

„Zwei Standorte sind wir aktiv am Bearbeiten.“

Könnten Sie sich vorstellen, weiter zu expandieren?

Sicher. Zwei Standorte sind wir aktiv am Bearbeiten.

Wie wird sich ihre Preisgestaltung entwickeln?

Die Gestaltung unserer Preise orientiert sich hauptsächlich an den Fixkosten wie Miete und Löhne. Ergeben sich in diesen Bereichen Verschiebungen, passen wir die Preise entsprechend an.

Gibt es Körperteile, die noch trainiert werden können? Wie z.B. den Beckenboden?

Grundsätzlich erlaubt unsere aktuelle Gerätepalette ein effizientes, umfassendes Training des gesamten Körpers. Wir sind aber laufend am Evaluieren von neuen Geräten, die das Training noch effizienter machen. Im Juni steht bereits die nächste Lieferung an. Zum Thema Beckenboden, das immer wieder diskutiert wird: Ich als Ärztin kann mir schwerlich vorstellen, dass die Beckenbodenmuskulatur mit einem Krafttrainingsgerät trainiert werden kann. Die entsprechende Muskulatur befindet sich ja im Innern des Körpers.

Wie oft trainieren Sie pro Woche?

Ein- bis zweimal die Woche. Dafür halte ich mir bewusst Zeit frei. Das Training dauert ja nur rund eine halbe Stunde.

Was sind ihre wichtigsten Ziele für die kommenden Jahre?

Wir bieten seit mehr als 30 Jahren gesundes Krafttraining an. Darauf wollen wir uns weiterhin fokussieren. Besonders wichtig ist uns dabei der Austausch mit den Kundinnen und Kunden, damit sie ihre ganz persönlichen Trainingsziele erreichen können.

Zur Person:
Sandra Thoma ist Geschäftsführerin und Inhaberin von Exersuisse. Die Firma wurde im Januar 2011 von der Jost Thoma Holding AG gegründet, die zuvor alle Kieser-Training-Standorte in der Schweiz im Franchising betrieben hat.  2001 übernahm Sandra Thoma die Leitung von ihrem verstorbenen Vater Jost Thoma. Seit 2009 ist sie Präsidentin des Verwaltungsrates. Sandra Thoma hat an der Universität Zürich Medizin studiert. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Zum Unternehmen:
Exersuisse wurde 2011 von der Jost Thoma Holding AG gegründet, welche davor während 30 Jahren alle Kieser Training-Standorte der Schweiz im Franchising betrieben hat. Das Unternehmen betreibt 18 Trainingscenter in der Deutsch- und Westschweiz und zählt auf über 30 Jahre Erfahrung im gesunden Krafttraining. Exersuisse beschäftigt derzeit rund 180 Mitarbeitende.

 

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