CH-Verlauf: Schwächer – Anleger vorsichtig vor US-Daten und Ergebnissen

CH-Verlauf: Schwächer – Anleger vorsichtig vor US-Daten und Ergebnissen
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt gibt am Dienstag nach. Händler sprechen von einer Konsolidierung nach den jüngsten Höchstständen. Zwar seien die meisten Anleger aufgrund der brummenden US-Konjunktur und der stabilen Märkte weiterhin zuversichtlich und blendeten die verschiedenen politischen Unsicherheiten, seien dies der Streit zwischen US-Präsident Trump mit dem Fed oder die geopolitischen Spannungen noch aus. Doch vor der beginnenden Berichtsaison nähmen manche Investoren eben einige Chips vom Tisch, sagt ein Händler. Die Luft sei inzwischen dünn.

Im Fokus der Anleger stehen damit neben der Veröffentlichung der zinsrelevanten US-Inflationsdaten die Ergebnisse der US-Grossbank JPMorgan, die den Zahlenreigen der US-Grossbanken beginnt. Dabei legten die Anleger den Fokus vor allem auf die Aussichten der Firmen. Die Bilanzsaison hat mit den Umsatzangaben von Sika und Lindt & Sprüngli auch hierzulande angefangen. In den kommenden Tagen werden mit Partners Group, Richemont, Geberit und VAT vier weitere Grossunternehmen über ihr Geschäft berichten.

Der SMI notiert um 11.00 Uhr um 0,58 Prozent tiefer auf 13’349,59 Punkten und damit auf Tagestief. Der 30 Titel umfassende SLI verliert 0,67 Prozent auf 2160,98 und der breite SPI 0,62 Prozent auf 18’385,11 Zähler. Im SLI stehen 19 Verlierern elf Gewinner gegenüber.

Im Fokus stehen Sika (-7,3%). Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller hat 2025 einen Umsatzrückgang von 4,8 Prozent auf 11,20 Milliarden Franken verbucht. Gebremst haben negative Währungseffekte und der schwache chinesische Baumarkt. Händler äussern sich zudem enttäuscht über die Aussichten des Unternehmens im laufenden Jahr. «Der wichtige Markt China zeigt bislang kaum Erholungstendenzen und solange sich China nicht erholt, bleibt es schwierig», meint ein Händler.

Im Sog von Sika geben mit Holcim (-2,1%), Amrize (-4,0%) und Geberit (-1,4%) deutlich nach. Sika habe das Sentiment getrübt, heisst es am Markt.

Auch Lindt & Sprüngli PS (-2,0%) stehen unter Druck. Sie sind nach einem klar festeren Start ins Minus gerutscht. Dabei hat der Premiumschokoladehersteller hat den Umsatz stärker als erwartet um gut acht Prozent gesteigert. Allerdings ist dies Preiserhöhungen geschuldet. Organisch war das Wachstum negativ. Händler fragen sich nun, wie lange die Konsumenten Preiserhöhungen mitmachen und nicht doch zu billigeren Alternativen wechseln würden.

VAT (-2,4%) büssen klar Terrain ein. Grund dafür ist eine Ratingsenkung auf «Underperform» von «Hold» durch Jefferies. Allerdings hat der Titel im neuen Jahr schon kräftig zugelegt. Auch von Vorsicht vor den Vorabzahlen am Donnerstag ist die Rede.

Bei Galderma (-2,7%) gehen die Abgaben neben Gewinnmitnahmen ebenfalls auf einen Analystenkommentar der Deutschen Bank zurück. Der zuständige Experte hat die Abdeckung mit dem «Rating Hold» aufgenommen.

Dagegen sorgt die Deutsche Bank mit Kaufempfehlungen für die Aktien von Julius Bär (+2,7%) und UBS (+0,5%) für steigende Kurse.

Zu den Gewinnern zählen auch Logitech (+0,9%) und die Life Sciences Titel Sonova (+0,9%), Straumann (+0,6%) und Lonza (+0,4%). Auch Givaudan (+0,4%) rücken vor. Hier verweisen Händler auf den Rivalen Symrise, dessen Aktien deutlich im Plus stehen.

In den hinteren Reihen ruht der Blick auch auf Meyer Burger (-36%). Die Aktien sind heute letztmals handelbar. Am morgigen Mittwoch werden die Titel des Solarzulieferers, die während Jahren zu den Höhenfliegern an der Schweizer Börse zählten, dekotiert. Das Unternehmen litt in den vergangenen Jahren unter der Konkurrenz durch chinesische Billigimporte, dem Verlust wichtiger Kunden, dem Scheitern der Strategie sowie dem Ausbleiben staatlicher Unterstützung, was letztlich für den Zusammenbruch des Unternehmens sorgte. (awp/mc/ps)

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