Grammys: Trevor Noah teilt gegen Trump aus

Grammys: Trevor Noah teilt gegen Trump aus
Seitenhiebe auf Trump: Trevor Noah am Sonntagabend bei seiner Grammys-Moderation.

Los Angeles – Der südafrikanisch-schweizerische Comedian Trevor Noah hat bei seiner sechsten und letzten Moderation der Grammy-Verleihung mehrfach US-Präsident Donald Trump kritisiert.

In den USA gebe es ein neues Trinkspiel, witzelte Noah bei der Gala in Los Angeles. «Jedes Mal, wenn man die Nachrichten anschaltet, trinkt man.» Zudem sei «Anxiety» (auf Deutsch etwa «Sorge») – ein Song der Rapperin Doechii – nun die neue Nationalhymne des Landes.

Witz über Trump-Fan Nicki Minaj
Die Rapperin Nicki Minaj sei nicht bei der Veranstaltung, sagte Noah weiter. Sie sei im Weissen Haus und unterhalte sich mit dem US-Präsidenten über «wirklich wichtige Dinge» – zum Beispiel darüber, wer den grösseren Hintern habe. Minaj hatte sich zuletzt als grosser Trump-Fan präsentiert.

Im Verlauf der Gala legte Noah nach. «Wenn die Dinge hier weiter schlechter werden, kann ich dann zu dir nach Puerto Rico kommen und da leben?», fragte er den Musiker Bad Bunny. «Ich brauche einen Plan B.» Bad Bunny informierte ihn dann allerdings darüber, dass Puerto Rico zu den USA gehört.

Noah zu letzter Moderation: «Glaube an Amtszeitbegrenzungen»
Später erklärte Noah, warum diese sechste Moderation der Gala auch seine letzte sei. «Ich glaube an Amtszeitbegrenzungen. Ich möchte ein Beispiel setzen für jeden, der die Show anschaut.»

US-Präsident Trump ist einerseits dafür bekannt, viel Fernsehen zu schauen – und hat immer mal wieder angedeutet, dass er sich auch vorstellen könnte, über seine Amtszeitbegrenzung hinaus Präsident zu bleiben.

Hinweise auf Epstein und Grönland
Nach der Verleihung des Grammys für den besten Song an die Sängerin Billie EIlish sagte Noah, das sei eine Auszeichnung, die jeder wolle – «genau so sehr wie Trump Grönland will. Epsteins Insel ist weg. Er braucht eine neue, um mit Bill Clinton abzuhängen». Im Anschluss machte Noah dann auch gleich deutlich, warum er sich all die scharfen Seitenhiebe trauen könne. «Ich habe euch gesagt, es ist mein letztes Mal. Was wollt ihr machen?»

Trump beschimpfte Noah postwendend auf seinem einem Online-Sprachrohr Truth Socia und drohte, Noah zu verklagen, da er nie auf Epsteins Privatinsel gewesen sei.

Die Grammys, die zu den begehrtesten Musikpreisen der Welt gehören, werden in diesem Jahr zum 68. Mal verliehen. Rund 13.000 Mitglieder der Recording Academy entscheiden über die Preisträger. (mc/ps)

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