CH-Verlauf: SMI gibt nach Rekord Gewinne grösstenteils wieder ab

CH-Verlauf: SMI gibt nach Rekord Gewinne grösstenteils wieder ab
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Donnerstagmittag nur noch etwas höher. Dabei hat der Leitindex nach einem starken Start die Gewinne nahezu vollständig wieder verloren. Der SMI erreichte kurzzeitig gar ein Rekordhoch, welches er dann aber nicht halten konnte. Der Aufwärtstrend dürfte laut Händlern insgesamt aber anhalten. «Aber nicht in grossen Schritten, eher gemächlich», meint ein Händler. Derweil sorgt hierzulande die Bilanzsaison für gewisse Impulse. Im Fokus steht die Swisscom.

Die Zinssenkungshoffnungen hätten nach den US-Jobdaten vom Vortag zwar einen leichten Dämpfer erhalten. Bei genauerer Betrachtung der Zahlen seien diese aber gar nicht so «zinsnegativ» gewesen, sagte ein Händler. Im Januar wurden zwar mehr Jobs geschaffen als erwartet, dafür wurde in den beiden Vormonaten der Beschäftigungsaufbau deutlich nach unten revidiert. Damit könnten die US-Inflationsdaten am morgigen Freitag die weitere Ausrichtung der US-Geldpolitik noch stärker beeinflussen. «Derzeit werden zwar nur noch zwei Zinssenkungen erwartet, die erste dabei im Juli. Aber es könnten je nach US-Teuerung schnell wieder drei werden», sagt ein Händler.

Der SMI notiert um 11.15 Uhr um 0,08 Prozent höher auf 13’558,06 Punkten. Im frühen Handel stieg der SMI erstmals über die Marke von 13’600 auf den Rekordwert von 13’603,41 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI rückt um 0,30 Prozent vor auf 2159,25 und der breite SPI um 0,18 Prozent auf 18’718,53 Zähler. Im SLI legen 20 Titel zu und zehn geben nach.

Das Augenmerk der Anleger ist auf Swisscom (-1,0%) gerichtet. Beim blauen Riesen schlägt die grösste Akquisition der Firmengeschichte aufs Ergebnis durch. Wegen der Kosten für die Eingliederung der übernommenen Vodafone Italia sackte der Reingewinn des Schweizer Branchenprimus um 17,6 Prozent auf 1,27 Milliarden Franken ab. Allerdings wird die Dividende erstmals seit mehreren Jahren erhöht, nämlich auf 26 von bisher 22 Franken je Aktie. Manche Anleger hätten sich zuletzt angesichts der volatilen Märkte in Swisscom-Aktien «versteckt», was den Kurs angeschoben habe, meint ein Börsianer. Und nun komme es eben zu Gewinnmitnahmen.

Unter Gewinnmitnahmen litten auch Holcim (-3,1%) und Amrize (-1,5%). Bei SGS (-1,6%) hielten die Verkäufe auch am Tag nach der Bilanzpräsentation und wegen Analystenkommentaren weiter an.

Dagegen führen Sandoz (+5,9% auf 66,42 Fr.) die Gewinnerliste klar an. Grund dafür ist eine Kaufempfehlung von Jefferies. Der Broker hat das Kursziel um fast 50 Prozent auf 75 Franken angehoben.

Schindler PS (+2,0%) profitierten von Käufen am Tag nach der Bekanntgabe des Jahresabschlusses. Gefragt sind auch Alcon (+1,9%), die sich vom Vortagseinbruch erholen könnten. Auch Galderma (+1,3%) und Sonova (+0,7%) werden gekauft. Die Aktien von UBS (+2,2%) und Julius Bär (+0,8%) rücken ebenso merklich vor.

Bei den Marktschwergewichten tendieren Roche (+0,3%) und Nestlé (+0,2%) leicht positiv, während Novartis (-0,6%) im Angebot liegen.

Stark unter Druck stehen auf den hinteren Reihen die Aktien von Leonteq (-12,5%). Der Derivate-Spezialist schliesst das Jahr 2025 wie angekündigt mit tiefroten Zahlen ab. Enttäuschend entwickelte sich vor allem das Handelsresultat, wo statt des allgemein erwarteten kleinen positiven Ertrags sogar ein Verlust resultierte. Insgesamt liegt das Ergebnis unter dem Konsens. Zudem soll es keine Dividende geben.

Die Aktien von Montana Aerospace (+0,5%) sind nach Zahlen etwas höher, Bell (-2,1%) und Dätwyler (-0,2%) tiefer und Lastminute sind nach Zahlen unverändert.

Die Aktien von Immobilienfirmen und Immobilienfonds neigen ebenfalls zur Schwäche. Die Einbussen belaufen sich aber mehrheitlich auf weniger als ein Prozent. Der Sektor hat nach dem starken Vorjahr seit Jahresanfang weitere deutliche Gewinne verbucht. (awp/mc/ps)

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