Ruag MRO-Chef Ralf Müller tritt nach Skiunfall ab

Ruag MRO-Chef Ralf Müller tritt nach Skiunfall ab
Ralph Müller, zurückgetretener CEO der Ruag MRO. (Foto: Ruag)

Bern – Ralf Müller, Chef des bundeseigenen Rüstungsbetriebs Ruag MRO Holding, stellt sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung. Der Grund ist ein Skiunfall, der eine längere Rekonvaleszenz nach sich zieht, wie die Ruag am Dienstag mitteilte.

Bis zur vollständigen Genesung sei noch mit mehreren Monaten zu rechnen. Um dem Unternehmen eine rasche und klare Führungsperspektive zu geben, habe sich Ralf Müller zu diesem Schritt entschieden, schreibt die Ruag MRO Holding.

Der Verwaltungsrat bedauere diesen Schritt und danke Müller für seinen Einsatz für die Ruag. Man schätze aber den Entscheid, bei dem er die Interessen des Konzerns in den Vordergrund gestellt habe. Müller habe die CEO-Position in einer schwierigen Situation übernommen und seither massgeblich zur Stabilisierung und Weiterentwicklung des Unternehmens beigetragen.

Bis zur Ernennung eines neuen Chefs oder einer neuen Chefin übernimmt Oliver Müller, Geschäftsleitungsmitglied und Leiter Corporate Services, die Konzernführung.

Erneuter Leitungswechsel
Damit steht erneut ein kurzfristiger Leitungswechsel bevor. Als operativer Chef löste Müller im März 2024 Thomas Kipfer und Christian Priller ab, die das Unternehmen ab August 2023 interimistisch geleitet hatten. Die davor amtierende Chefin Brigitte Beck hatte die Ruag nach einer Kontroverse um einen öffentlichen Auftritt nach nur knapp einem halben Jahr bereits wieder verlassen.

Der Rüstungskonzern im vergangenen September für negative Schlagzeilen gesorgt. So muss er für die Aufklärung von betrügerischen Verkäufen und anderen Delikten tief in die Tasche greifen: Mehr als zehn Millionen Franken kostet die Untersuchung durch eine Zürcher Anwaltskanzlei.

Zudem musste sich die Ruag von der Eidgenössischen Finanzkontrolle den Vorwurf gefallen lassen, gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Elbit die Verzögerungen bei der Modernisierung der Kommunikationssysteme der Schweizer Armee verantwortet zu haben. Auch bei der Beschaffung von Aufklärungsdrohnen war es zu Ungereimtheiten gekommen. (awp/mc/ps)

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