US-Eröffnung: Freundlicher Start – Lage in Nahost bleibt kritisches Thema

US-Eröffnung: Freundlicher Start – Lage in Nahost bleibt kritisches Thema
(Adobe Stock)

New York – Am US-Aktienmarkt geht es am Dienstag nach dem verhaltenen Wochenauftakt wieder freundlich zu. Im Dow Jones Industrial waren die Kursgewinne am deutlichsten, was unter anderem auf einem Kurssprung beim Krankenversicherer Unitedhealth fusste. Der Leitindex, der seinen Indexkollegen zuletzt ohne Rekorde nachgehinkt war, legte um 0,4 Prozent auf 49.642 Punkte zu. Bis auf gut 150 Punkte kam er im Verlauf wieder der 50.000-Punkte-Marke näher und erreichte den höchsten Stand seit Mitte Februar.

Insgesamt untermauerten die Bewegungen aber den Eindruck, dass die Anleger angesichts der unsicheren Lage in Nahost weiterhin bedacht zu Werke gehen. Der Nasdaq 100 legte nach einer Handelsstunde um 0,35 Prozent auf 26.683 Zähler zu, während der marktbreite S&P 500 um 0,2 Prozent auf 7.124 Punkte stieg. Nur dem Nasdaq 100 gelang ein erneutes Rekordhoch.

«Die Börsen preisen weiterhin ein Ende des militärischen Konfliktes und eine schrittweise Normalisierung der Energiemärkte ein», kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Nach wie vor wird auf eine zweite Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran gehofft. Kurz bevor die 14-tägige Waffenruhe in der Nacht zum Donnerstag mitteleuropäischer Zeit abläuft, fehlen von iranischer Seite aber bis zuletzt eindeutige Signale für eine weitere Dialogbereitschaft.

Unter den sieben Tech-Riesen standen zwei mit unterschiedlicher Tendenz besonders im Blick: Apple fielen um 1,4 Prozent, nachdem der iPhone-Hersteller eine Ablösung des langjährigen Konzernchefs Tim Cook bekannt gegeben hatte. Bei Amazon dagegen ging es um 1,7 Prozent nach oben, nachdem der Onlinehändler eine Vertiefung seiner Allianz mit dem OpenAI-Rivalen Anthropic bekanntgegeben hatte.

Bei Apple wird Cook den Chefsessel im September nach 15 Jahren an den Hardware-Chef John Ternus übergeben und an die Spitze des Verwaltungsrats wechseln. Analysten äusserten sich in ersten Kommentaren gelassen. Mit dem Schritt werde die Kernstrategie und -vision des Unternehmens wohl beibehalten, doch das Potenzial für langfristige Veränderungen steige, schrieb etwa Morgan-Stanley-Analyst Eric Woodring.

Amazon will weitere Milliarden in den KI-Entwickler Anthropic investieren. In einem ersten Schritt sollen 5 Milliarden Dollar in den KI-Chatbots Claude gestreckt werden, in weiteren Schritten könnten es bis zu 20 Milliarden Dollar mehr werden. Umgekehrt will Anthropic in den kommenden zehn Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar für Halbleiter und Rechenleistung von Amazon ausgeben. Das Unternehmen will auf Chips mit dem Namen Trainium zurückgreifen, um seine KI-Modelle zu trainieren.

Sowohl Amazon und Apple sind auch im Dow gelistet, wo sich Unitedhealth nach überraschend starken Quartalszahlen mit einem Kurssprung um 9,2 Prozent an die Spitze setzte. Der grösste US-Krankenversicherer wurde zudem für das Gesamtjahr optimistischer. Ausserdem sieht das Unternehmen Schwierigkeiten mit dem Vorhaben der Trump-Regierung, im nächsten Jahr Medikamente gegen Fettleibigkeit in die US-Krankenversicherung Medicare aufzunehmen. Dies lastete umgekehrt auf den Aktien von Eli Lilly , die in einem schwachen Pharma-Branchenumfeld 2,3 Prozent verloren.

Beim Mischkonzern 3M kam nach den Zahlen keine klare Richtung zustande. Im frühen Handel preschten die Titel erst klar ins Plus vor, drehten dann aber zeitweise in die Verlustzone, bevor sie zuletzt wieder knapp über ihrem Vortagsniveau gehandelt wurden. Das Unternehmen verfehlte mit seinem bereinigten Wachstum aus eigener Kraft die Markterwartungen.

Für die Aktien der Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen RTX und GE Aerospace ging es um bis zu 4,9 Prozent bergab, obwohl beide etwas optimistischer für das Gesamtjahr wurden. Anleger zeigten sich aber besorgt wegen einer GE-Warnung vor Risiken der aktuell hohen Treibstoffpreise. Diese veranlassten viele Fluggesellschaften dazu, Kapazitäten zu reduzieren, hiess es. (awp/mc/ps)

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