CH-Eröffnung: Gewinne – Friedenshoffnungen stützen
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Dienstag zum Start freundlich gezeigt. Der Markt setzt derzeit seine Hoffnungen auf eine Friedenslösung im Iran. Allerdings ist auch eine erneute militärische Eskalation nicht vom Tisch. Dreh- und Angelpunkt sind einmal mehr Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte einen angeblich für den heutigen Tag geplanten Angriff abgesagt und zeigte sich optimistisch, dass es zu einem Deal komme. Gleichzeitig drohte er bei einem Scheitern mit erneuten Militärschlägen. Somit bleibe die Skepsis im Markt, auch wenn derzeit die Hoffnung überwiege, sagten Händler. «Derzeit reicht aber ein Funke, um die Stimmung auf die eine oder andere Seite zu kippen.»
Bei den Ölpreisen kam es immerhin zu einer leichten Entspannung: Der Preis für ein Fass der Sorte Brent gab um rund 2 Prozent auf knapp über 110 Dollar nach. Dennoch bleiben die Preise stark erhöht, und die Sorge vor den Auswirkungen auf Inflation und Konjunktur wächst. Derweil nahmen Anleger in Asien insbesondere bei Chipwerten Gewinne mit, nachdem auch die Nasdaq am Vorabend vor den für Mittwochabend geplanten Nvidia-Zahlen nachgegeben hatte. Hier seien die Erwartungen «mal wieder astronomisch», so Börsianer. Ansonsten ist der Kalender recht ausgedünnt, auch am Nachmittag stehen keine marktbewegenden Konjunkturdaten an.
Der Leitindex SMI zeigt sich im frühen Handel gegen 09.15 Uhr mit plus 0,50 Prozent auf 13’306,50 Punkte. Die Gewinner sind dabei klar in der Überzahl – mit 17 zu 3. Der SMIM mit den mittelgrossen Werten rückt um 0,47 Prozent auf 2974,92 Punkte vor und der breite SPI um 0,51 Prozent auf 18’812,18 Punkte.
Kursbewegende Nachrichten zu Bluechips sind aktuell Mangelware. An der Indexspitze zeigen sich Alcon (+2,1%) und Partners Group (+2,0%), während ABB (-0,7%) das Schlusslicht bilden.
Roche (+0,5%) kündigten für den ASCO-Kongress neue Daten aus seiner Krebs-Pipeline an. Während Novartis (+0,1%) sich wenig bewegen, ziehen die Titel des dritten Schwergewichts Nestlé (+1,2%) an.
In der zweiten Reihe fallen Adecco (-1,1%) nach einer Abstufung auf «Sell» durch die UBS, während AMS Osram (+2,7%) ihren Höhenflug dank einer JPMorgan-Studie fortsetzen. (awp/mc/ps)