CH-Verlauf: SMI gehalten trotz Anspannung vor Fed-Sitzung
Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Mittwoch eine positive Grundstimmung. Händlern zufolge sind einige positive Details zum Abkommen zwischen dem Iran und den USA, das am Freitag unterzeichnet werden soll, durchgesickert. So soll unter anderem die Strasse von Hormus direkt wieder geöffnet werden. Entsprechend blieb der Brent-Ölpreis unter der Marke von 80 US-Dollar. Insgesamt sind aber viele Details noch ungeklärt und entsprechend weicht die erste Euphorie wieder etwas aus dem Markt.
Auch wenn keine Zinsänderung erwartet wird, herrscht vor der Fed-Sitzung am Abend eine gewisse Anspannung. «Der Blick der Anleger wird sich auf den ersten Auftritt von Kevin Warsh, seinen Ton und die Dot Plots richten», so ein Börsianer. «Jede Nuance seiner Äusserungen wird auf die Goldwaage gelegt werden.» Im Hintergrund mehren sich auch wieder Sorgen um die hohen Bewertungen unter Technologietiteln, die durch den massiven Kursanstieg von SpaceX weitere Nahrung erhalten. «Viele fragen sich, wie ein Unternehmen, das Verluste schreibt, eine so hohe Bewertung haben kann – und wie lange das noch weitergeht», heisst es unter Händlern.
Der Leitindex SMI zeigt sich gegen 10.50 Uhr unverändert bei 13’761,44 Punkten. Der SMIM der mittelgrossen Werte gewinnt derweil 0,42 Prozent auf 3077,00 Punkte, und der breite SPI liegt mit 0,09 Prozent auf 19’413,79 Zähler ebenfalls leicht im Plus.
Defensive hinken hinterher
Im SMI liegen konjunktursensitive Titel wie ABB (+0,8%), aber auch Bauwerte wie Sika (+0,5%) oder Holcim (+0,8%) vorn. Dagegen hinken defensive Titel, die zu unsicheren Zeiten gesucht waren, nun hinterher. Entsprechend fallen Swisscom (-1,6%) oder auch Vertreter der Versicherungsbranche mit Swiss Re (-1,2%), Swiss Life (-0,9%) oder Zurich (-0,9%) zurück. Die Schwergewichte zeigen sich uneinheitlich mit Gewinnen bei Roche (+0,6%) über mehr oder weniger stabile Novartis (-0,1%) bis hin zu leichten Verlusten für Nestlé (-0,2%).
UBS (+0,2% auf 40,24 Fr.) liegen im Mittelfeld, verteidigen aber auch dank positiver US-Branchenvorgaben die am Vortag erstmals seit der Finanzkrise übersprungene Marke von 40 Franken.
Verluste verzeichnen derweil Kühne+Nagel (-1,5%). Der Logistiker hatte während des Iran-Kriegs von den durch die Sperrung der Strasse von Hormus gestiegenen Frachtraten profitiert. Mit dem näher rückenden Abkommen schwinde dieser Vorteil, heisst es am Markt.
Straumann klar im Plus
Mit kräftigen Kursgewinnen machen Straumann (+10%) auf sich aufmerksam. Der Dentalimplantatehersteller hat seine Margenprognose am Morgen deutlich erhöht. Analysten zeigen sich insbesondere über das Ausmass der Erhöhung positiv überrascht. Es wird nun mit positiven Konsensänderungen gerechnet.
Nach oben geht es auch für Lastminute (+2,8%). Der Online-Reiseanbieter will etwa 25 Prozent der Arbeitsplätze in mehreren Ländern abbauen und verstärkt auf KI setzen.
Wenig gefragt sind Kuros (-3,8%) am Investorentag. Börsianer monieren, dass das Unternehmen bislang wenig Neues gesagt habe und lediglich die Strategie zu seinem Knochenersatzprodukt MagnetOs präsentiere.
Die am Montag an der SIX gestarteten Matador zeigten sich mit 4,25 Franken (+3,7%) freundlich. Der Referenzpreis lag bei 3,85 Franken je Aktie. Die Matador-Aktie war bereits an der BX Swiss sowie in Deutschland handelbar. (awp/mc/pg)