US-Tech-Konzerne dominieren die Weltbörsen – vier Schweizer Unternehmen unter den Top 100

US-Tech-Konzerne dominieren die Weltbörsen – vier Schweizer Unternehmen unter den Top 100
Die Magnificent 7 dominieren die Liste der 100 höchstbewerteten Unternehmen der Welt.

Zürich – Die wertvollsten börsenkotierten Unternehmen der Welt haben ihren Marktwert im ersten Halbjahr 2026 erneut kräftig gesteigert – trotz geopolitischer Spannungen, Konjunkturflaute und hoher Inflation. Der kumulierte Börsenwert der 100 teuersten Unternehmen weltweit lag zum Ende des ersten Halbjahres (30.06.) bei rund 62,0 Billionen US-Dollar.

Getrieben wird die Entwicklung weiterhin vor allem vom Boom rund um Künstliche Intelligenz. Besonders stark profitieren Technologieunternehmen: Ihr Gesamtwert innerhalb der Top 100 stieg seit Jahresbeginn um 30 Prozent auf rund 35,2 Billionen US-Dollar. Ebenso kräftig legte der Industriesektor zu, dessen Gesamtwert ebenfalls um 30 Prozent auf 2,3 Billionen US-Dollar zunahm. Dahinter folgt der Rohstoffsektor mit einem Plus von 27 Prozent. Vergleichsweise moderat entwickelten sich das Gesundheitswesen (+11 Prozent), der Energiesektor (+7 Prozent) sowie Konsumgüter- und Finanzunternehmen, deren kumulierter Börsenwert jeweils um ein Prozent zulegte. Einzig der Sektor Kommunikation/Medien verzeichnete einen Rückgang und verlor acht Prozent gegenüber dem Jahresende 2025.

Die Top 10 der höchstbewerteten Unternehmen sind weitgehend in US-amerikanischer Hand. Acht der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt haben ihren Hauptsitz in den Vereinigten Staaten – darunter auch der Neuzugang SpaceX: Das Raumfahrt-/Technologieunternehmen belegt mit einem Börsenwert von rund 2,3 Billionen US-Dollar aktuell den sechsten Rang.

Angeführt wird das Ranking weiterhin vom Chiphersteller Nvidia mit einer Marktkapitalisierung von rund 4,8 Billionen US-Dollar. Es folgen Alphabet mit rund 4,3 Billionen US-Dollar, Apple mit rund 4,2 Billionen US-Dollar und Microsoft mit rund 2,8 Billionen US-Dollar. Neben den USA sind lediglich Taiwan mit TSMC und Saudi-Arabien mit Saudi Aramco in den Top 10 vertreten.

Auch jenseits der Spitzengruppe dominieren US-Unternehmen das Ranking: Unter den Top 100 finden sich aktuell 56 Unternehmen aus den USA. China einschliesslich Hongkong folgt mit zwölf Unternehmen auf Rang zwei. Japan und Grossbritannien teilen sich mit jeweils fünf Unternehmen Rang drei. Die Schweiz ist mit vier Unternehmen vertreten, Frankreich mit zwei Unternehmen. Insgesamt gehören derzeit nur noch 16 europäische Unternehmen zu den Top 100 – im Jahr 2007 waren es noch 46.

Die Ergebnisse stammen aus einer Analyse des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY, das die Marktkapitalisierung der weltweit wertvollsten börsenkotierten Unternehmen halbjährlich untersucht. Stichtag der Analyse ist der 30. Juni 2026, Börsenschluss.

KI-Boom treibt die Märkte – Europa verliert weiter an Gewicht
«Der KI-Boom verändert die Kräfteverhältnisse an den internationalen Kapitalmärkten nachhaltig», sagt Stefan Rösch-Rütsche, Country Managing Partner von EY Schweiz. «Unternehmen, die als Treiber oder Enabler der Künstlichen Intelligenz gelten, profitieren derzeit von enormen Wachstumserwartungen und entsprechend hohen Bewertungen. Davon profitieren insbesondere die grossen US-Technologiekonzerne.»

Die Dominanz des Technologiesektors zeigt sich immer deutlicher: Die Zahl der Technologieunternehmen unter den Top 100 stieg innerhalb von nur sechs Monaten von 27 auf 38. Damit stellt die Branche inzwischen mit Abstand die meisten Unternehmen in der Spitzengruppe. Auf Rang zwei folgt der Finanzsektor mit 19 Unternehmen, vor der Konsumgüterbranche mit 16 Unternehmen. Das Gesundheitswesen ist noch mit neun Unternehmen vertreten.

«Künstliche Intelligenz ist längst weit mehr als ein Technologietrend – sie entwickelt sich zunehmend zum wichtigsten Werttreiber an den globalen Aktienmärkten», sagt Rösch-Rütsche. «Die Börsen honorieren vor allem Unternehmen, die über führende Technologien, grosse Datenmengen, leistungsfähige Halbleiter oder globale Cloud-Infrastrukturen verfügen. Dadurch wächst der Abstand zwischen den internationalen Technologieführern und vielen traditionellen Unternehmen weiter.»

Europa spielt bei dieser Entwicklung bislang nur eine Nebenrolle. Von den 38 Technologieunternehmen unter den Top 100 stammen 26 aus Nordamerika, zehn aus Asien und lediglich zwei aus Europa. Entsprechend bleibt auch die europäische Präsenz unter den weltweit wertvollsten Unternehmen deutlich hinter früheren Jahren zurück.

«Europa verfügt zwar über eine starke Forschungslandschaft und innovative Unternehmen, hat aber weiterhin Schwierigkeiten, neue Technologien rasch in weltweit führende Unternehmen zu überführen», so Rösch-Rütsche. «Gerade im Bereich der Künstlichen Intelligenz wird sich in den kommenden Jahren entscheiden, welche Wirtschaftsregionen langfristig Wertschöpfung und Kapital anziehen.»

Schweizer Unternehmen behaupten sich im globalen Ranking
Die Schweizer Unternehmen behaupten ihre Position im globalen Ranking und sind aktuell mit vier Unternehmen unter den Top 100 vertreten – einem mehr als zum Jahresende 2025. Spitzenreiter aus Schweizer Sicht bleibt Roche, das mit einer Marktkapitalisierung von 328,5 Milliarden US-Dollar Rang 45 belegt (Ende 2025: Rang 35). Novartis folgt mit einer Marktkapitalisierung von 286,8 Milliarden US-Dollar auf Rang 57 (Ende 2025: Rang 53). Nestlé folgt mit einer Marktkapitalisierung von 264,5 Milliarden US-Dollar auf Rang 66 (Ende 2025: Rang 57). Den grössten Sprung unter den Schweizer Unternehmen macht ABB: Der Industriekonzern verbessert sich von Rang 143 auf Rang 99 und gehört damit neu zu den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt. Die Marktkapitalisierung stieg auf 196,6 Milliarden US-Dollar.

Auch ausserhalb der Top 100 sind Schweizer Unternehmen weiterhin gut vertreten. Unter den Top 300 finden sich insgesamt neun Schweizer Unternehmen. Zu den vier Top-100-Unternehmen kommen UBS mit einer Marktkapitalisierung von 150,7 Milliarden US-Dollar auf Rang 138 (Ende 2025: Rang 129), Richemont mit einer Marktkapitalisierung von 135,8 Milliarden US-Dollar auf Rang 153 (Ende 2025: Rang 156), Chubb mit 132,2 Milliarden US-Dollar auf Rang 159 (Ende 2025: Rang 167), die Zurich Insurance Group mit 110,7 Milliarden US-Dollar auf Rang 202 (Ende 2025: Rang 192) sowie Glencore, die sich deutlich von Rang 345 auf Rang 297 verbessert und neu auf eine Marktkapitalisierung von 79,9 Milliarden US-Dollar kommt.

Insgesamt befinden sich zehn Schweizer Unternehmen unter den Top 500. Ergänzt wird die Liste durch Galderma, das mit einer Marktkapitalisierung von 53,4 Milliarden US-Dollar Rang 477 belegt (Ende 2025: Rang 481). Im Vergleich zur letzten Analyse sind Holcim, Swiss Re und Lonza nicht mehr unter den 500 wertvollsten Unternehmen der Welt vertreten.

«Neben der anhaltenden Dominanz der US-Technologiekonzerne wird die Bewertung Schweizer Unternehmen weiterhin stark durch branchenspezifische Entwicklungen und unternehmensspezifische Faktoren geprägt», sagt Rösch-Rütsche. «Während insbesondere ABB deutlich zulegen konnte und neu zu den weltweit 100 wertvollsten Unternehmen zählt, standen andere Schweizer Schwergewichte stärker unter Druck. Insgesamt behauptet sich die Schweiz aber weiterhin mit einer stabilen Präsenz unter den weltweit führenden börsenkotierten Unternehmen.» (EY/mc/pg)

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