CH-Eröffnung: SMI vor allem wegen Pharmaschwergewichten tiefer
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Donnerstag im Minus eröffnet. Nebst den wieder zunehmenden Kampfhandlungen am Persischen Golf steht am Berichtstag insbesondere die Verlängerung der Zinspause der US-Notenbank vom Vorabend im Fokus. Weniger der Entscheid der US-Notenbank, die Zinsen unverändert zu lassen, sorgt für eine gewisse Verunsicherung, als vielmehr die unklare Kommunikation des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh. Sein Ansatz, auf jede Form der Forward Guidance zu verzichten, mache eine schlüssige Analyse der Fed-Politik für die Märkte extrem schwierig, so der Tenor in Börsenkreisen. Die damit verbundene hohe Unsicherheit sei eine Belastung sowohl für Aktien, langlaufende Anleihen als auch für den US-Dollar.
Was den Konflikt im Nahen Osten angeht, haben sich die USA und der Iran nach einigen beschussfreien Nächten erneut einen militärischen Schlagabtausch geliefert. Als Antwort auf Irans «versuchten Überraschungsangriff» gegen die US-Truppen im Nahen Osten vom Mittwoch bombardierte das US-Militär in der Nacht wieder Ziele in der Islamischen Republik.
Ölpreis steigt wieder
Der Ölpreis hat vorerst relativ zurückhaltend auf die neuen Aggressionen zwischen den USA und Iran reagiert, befindet sich mittlerweile aber wieder im Steigflug. So notiert der Preis für ein Fass Öl der Sorte Brent derzeit bei rund 93 Dollar und damit klar über dem Zwischentief vom Dienstag bei unter 84 US-Dollar. Immerhin liegt er noch ein Stück weit entfernt vom Hoch der Vorwoche bei knapp 102 Dollar.
Der Leitindex SMI büsst bis um 09.15 Uhr 0,12 Prozent auf 14’469,00 Punkte ein. Der Mid-Cap-Index SMIM der mittelgrossen Werte legt hingegen 0,31 Prozent auf 3143,26 Punkte zu und der breite SPI 0,04 Prozent auf 20’317,57 Punkte. Innerhalb des SMI kommen auf 9 Verlierer 11 Gewinner.
Grösster Verlierer sind derzeit Logitech (-4,8%). Nach den Zahlen vom Dienstagabend hatte der Titel am Vortag im frühen Geschäft rund 10 Prozent eingebüsst, diese Verluste bis zum Handelsschluss aber wieder gänzlich aufgeholt. Die Volatilität bleibt damit also hoch.
Auch UBS (-0,4%) büssen im frühen Geschäft an Terrain ein und geben damit einen Teil der Gewinne vom Vortag im Anschluss an die Halbjahreszahlen wieder ab.
Für den negativen Saldo des Gesamtmarktes sind insbesondere die Verluste von Roche (-0,7%) und Novartis (-0,5%) verantwortlich. Denn eine knappe Mehrheit der Blue Chips liegt im Plus, angeführt von den starken Holcim (+1,4%) im Vorfeld der für den morgigen Freitag angesagten Halbjahreszahlen.
Im breiten Markt fallen Clariant mit einem raketenhaften Kurssprung von 16 Prozent auf, getrieben vom Erfolg vor einem Gericht in Amsterdam, dass eine Schadensersatzklage von Shell zurückgewiesen hat.
Jeweils nach Zahlen ziehen Inficon (+8,6%) und Zehnder (+4,1%) kräftig an, wogegen Bucher Industries (-6,0%), Bachem (-2,7%) und Avolta (-3,4%) unter Druck stehen. (awp/mc/ps)