Jungfraubahnen leiden im ersten Halbjahr unter Iran-Krieg
Interlaken – Die Jungfraubahn-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger umgesetzt und verdient. Der Iran-Krieg und die damit verbundenen Rückgänge bei asiatischen Gästen belasteten insbesondere das Geschäft auf dem Jungfraujoch. Auch in den Hochsaisonmonaten Juli und August blieben die Besucherzahlen dort klar unter dem Vorjahr.
Der Betriebsertrag sank um 8,6 Prozent auf 137,0 Millionen Franken, wie der Berner Oberländer Bergbahnbetreiber am Freitag mitteilte. Der Verkehrsertrag ging um 8,9 Prozent auf 97,6 Millionen zurück.
Gleichzeitig konnten die Jungfraubahnen die Betriebskosten dank tieferer Strompreise und weiterer Massnahmen um 4,6 Prozent reduzieren. Der Ergebnisrückgang fiel dennoch stärker aus als der Umsatzrückgang.
Analysten hatten im Vorfeld wegen des hohen Fixkostenanteils der Gruppe mit einem überproportionalen Rückgang beim operativen Ergebnis gerechnet. Der Betriebsgewinn (EBITDA) lag mit 56,8 Millionen Franken 14 Prozent tiefer, die entsprechende Marge sank auf 41,5 von 43,9 Prozent.
Es blieb ein Reingewinn von 28,9 Millionen Franken. Das sind 22 Prozent weniger als im Vorjahr, als die Jungfraubahn-Gruppe einen Rekordgewinn erzielt hatte.
Deutlich weniger Gäste auf dem Jungfraujoch
Besonders stark machte sich die schwächere Nachfrage beim Jungfraujoch – Top of Europe bemerkbar. Die Zahl der Gäste sank im ersten Halbjahr um fast 18 Prozent auf 389’600. Dabei fehlten nach Ausbruch des Iran-Kriegs vor allem Gäste aus Indien und Südostasien.
Der Verkehrsertrag auf dem Jungfraujoch ging mit 52,6 Millionen Franken etwas weniger stark um 12 Prozent zurück. Den Angaben zufolge gelang es, den Durchschnittsertrag pro Gast zu steigern.
Bei den Erlebnisbergen sank der Verkehrsertrag um 4,4 Prozent auf 19,9 Millionen Franken. Im Wintersport ging er um 5,9 Prozent auf 25,1 Millionen zurück.
Jungfraujoch auch im Sommer klar im Minus
In den beiden Hochsaisonmonaten Juli und August hat sich der Besucherrückgang gegenüber dem zweiten Quartal etwas abgeschwächt. Bis zum 23. August wurden auf dem Jungfraujoch aber weiterhin gut 10 Prozent weniger Gäste gezählt als im Vorjahreszeitraum. Dabei setzte sich der Trend zu weniger Gruppenreisen fort.
Besser entwickelten sich die Erlebnisberge. Dort stiegen die Besucherzahlen in der Zeit von Anfang Juli bis zum 23. August um rund 5 Prozent auf 494’300.
Für den weiteren Geschäftsverlauf im laufenden Jahr verweisen die Jungfraubahnen auf die anhaltenden geopolitischen und konjunkturellen Unsicherheiten. Den Buchungsstand für das zweite Halbjahr bezeichnet das Unternehmen angesichts dieser Umstände als «solide». (awp/mc/pg)