Bilal Jusufi, Partner bei Lakefield Partners AG, im Interview
Von Helmuth Fuchs
Moneycab: Herr Jusufi, wie haben sich die verwalteten Vermögen von Lakefield Partners in den letzten 10 Jahren entwickelt, wie hat sich die Mitarbeiterzahl verändert, und welche wichtigsten Meilensteine haben die Unternehmensgeschichte geprägt?
Bilal Jusufi: In den vergangenen zehn Jahren hat Lakefield Partners eine sehr erfolgreiche Entwicklung vollzogen. Wir sind mit einem kleinen Team und einer vergleichsweise kleinen Vermögensbasis gestartet, getragen von einer klaren Vision und einer konsequent strategischen Ausrichtung. Heute zählen wir zu den etablierten und grösseren unabhängigen Vermögensverwaltern der Schweiz, beschäftigen über 20 Finanzexpertinnen und Finanzexperten und dürfen Vermögen im Milliardenbereich verwalten. Diese Entwicklung wurde über die Jahre auch durch zahlreiche Auszeichnungen sowohl für unsere Anlageperformance als auch für unser Unternehmen bestätigt.
«Heute zählen wir zu den etablierten und grösseren unabhängigen Vermögensverwaltern der Schweiz, beschäftigen über 20 Finanzexpertinnen und Finanzexperten und dürfen Vermögen im Milliardenbereich verwalten.» Bilal Jusufi, Partner bei Lakefield Partners AG
In der frühen Phase lag unser Fokus bewusst auf dem Aufbau eines belastbaren Fundaments. Dazu gehörten die Entwicklung überzeugender Anlagelösungen als Kern unseres Dienstleistungsangebots, die Etablierung institutioneller Prozesse sowie eine skalierbare Organisationsstruktur. Unser Ansatz bestand von Beginn an darin, zunächst ein überzeugendes Angebot und robuste Prozesse zu entwickeln, bevor das Wachstum gezielt beschleunigt wird.
Rückblickend waren weniger einzelne Ereignisse entscheidend als vielmehr widerstandsfähiges und stetiges Wachstum. Auch in herausfordernden Zeiten sind wir unserer strategischen Ausrichtung treu geblieben und haben uns entlang unserer klaren Linie weiterentwickelt: Unabhängigkeit im Denken, Integrität und Transparenz sowie dem Anspruch der kontinuierlichen Verbesserung. Das Ziel war, für unsere Kundschaft langfristig Mehrwert zu schaffen. Dieses Verständnis prägt unser Handeln bis heute.
Wie würden Sie die strategische Ausrichtung von Lakefield Partners für die kommenden drei bis fünf Jahre beschreiben? Welche konkreten Wachstumsziele verfolgen Sie, planen Sie eine Diversifikation in neue Produktlinien oder Kundensegmente?
Für die kommenden drei bis fünf Jahre bleiben wir unserer bewährten strategischen Ausrichtung bewusst treu. Aufbauend auf unserem starken Fundament und unserer erfolgreichen Anlagephilosophie wollen wir Lakefield Partners einem noch breiteren Kundenkreis im Privatkundenbereich sowie im institutionellen Segment zugänglich machen. Wachstumsmöglichkeiten sehen wir insbesondere durch die gezielte Erweiterung unseres Teams mit erfahrenen Relationship Managern, die unsere langfristige Ausrichtung teilen.
Wir befinden uns in der komfortablen Lage, nicht aus Wachstumsdruck handeln zu müssen. Vielmehr sind wir von unserem Ansatz überzeugt und entsprechend ambitioniert. Unser Fokus liegt klar auf qualitativem Wachstum und der nachhaltigen Weiterentwicklung unseres Unternehmens.
Wie würden Sie das vergangene Jahr 2025 für Lakefield Partners zusammenfassen, einem Jahr mit erheblicher Marktvolatilität (US-Zollpolitik, geopolitische Spannungen und Zinsunsicherheit), wie haben sich Ihre dynamischen Allokationsmodelle in diesem Umfeld bewährt?
In der Tat war 2025 zweifellos ein anspruchsvolles Jahr, geprägt von geopolitischen Spannungen, handelspolitischen Unsicherheiten und einem weiterhin herausfordernden Zinsumfeld. Für Lakefield Partners war es zugleich das erfolgreichste Jahr unserer Firmengeschichte und wir durften erneut mehrere Auszeichnungen für unsere Anlageperformance entgegennehmen.
Gerade in diesem schwierigen Marktumfeld konnten sich unsere klar definierten Anlagegrundsätze besonders bewähren. Unsere dynamischen Allokationsmodelle streben danach, Marktveränderungen möglichst frühzeitig zu erkennen und Portfolios bewusst dynamisch anzupassen. Vor dem sogenannten «Liberation Day» im April 2025 haben wir Risiken rechtzeitig reduziert, um die Portfolios zu stabilisieren, und die Positionierung anschliessend schrittweise wieder aufgebaut, als sich die Marktbedingungen normalisierten.
«Unser Ansatz basiert nicht auf kurzfristigen Reaktionen auf einzelne Ereignisse oder Schlagzeilen, sondern auf einer systematischen, datenbasierten und gezielten Analyse von Chancen- und Risikofaktoren.»
Auch im Zuge der Zollthematik zwischen der Schweiz und den USA im Sommer 2025 haben wir die Situation datenbasiert und rational analysiert und bewusst nicht auf kurzfristige Marktreaktionen oder emotionale Narrative reagiert. Der Fokus auf objektive, evidenzbasierte Analysen statt auf reisserische Schlagzeilen, erwies sich dabei als entscheidender Vorteil. Gleichzeitig blieb unsere Vorgehensweise konsequent diszipliniert und half, emotionale Fehlentscheidungen zu vermeiden sowie Risiken kontrolliert zu steuern. So konnten wir im vergangenen Jahr Marktveränderungen frühzeitig antizipieren, Chancen gezielt nutzen und die positive Performance unserer Portfolios nachhaltig weiter stärken.
Das Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) und Finanzinstitutsgesetz (FINIG) sind seit Januar 2020 in Kraft und haben die Schweizer Vermögensverwaltungslandschaft fundamental verändert. Wie hat sich das Anlageumfeld in den letzten fünf Jahren mit den zunehmenden regulatorischen Bestimmungen entwickelt – insbesondere für unabhängige Vermögensverwalter wie Lakefield Partners? Wie haben Sie Ihre Organisation und Infrastruktur angepasst, um den erweiterten Verhaltensregeln, Informationspflichten und der Kundensegmentierung gerecht zu werden?
Die Einführung von FIDLEG und FINIG hat die Schweizer Vermögensverwaltungslandschaft nachhaltig geprägt und zu einer weiteren Professionalisierung der Branche beigetragen. Für Lakefield Partners war die Umsetzung weniger eine grundlegende Transformation als vielmehr eine Bestätigung unseres bestehenden Ansatzes. Seit 2014 sind wir direkt von der FINMA als Verwalter von Kollektivvermögen bewilligt und beaufsichtigt und hatten bereits seit der Gründung institutionelle Prozesse sowie etablierte Best Practices implementiert. Entsprechend waren im Zuge der Regulierung vor allem punktuelle, formelle Anpassungen notwendig, ohne wesentlichen Einfluss auf unsere Organisationsstruktur, unsere Geschäftsprozesse oder die Ausgestaltung unserer Dienstleistungen für unsere Kundschaft.
Grundsätzlich sind regulatorische Vorgaben selbstverständlich mit zusätzlichem Aufwand und höherer Komplexität verbunden. Gleichzeitig begrüssen wir jedoch, dass klare Rahmenbedingungen Rechtssicherheit schaffen und die Standards der Branche insgesamt festigen. Gerade für unabhängige Häuser mit einem langfristigen Anspruch kann eine stringente Regulierung auch ein Qualitätsmerkmal sein, das Vertrauen stärkt.
«Grundsätzlich sind regulatorische Vorgaben selbstverständlich mit zusätzlichem Aufwand und höherer Komplexität verbunden. Gleichzeitig begrüssen wir jedoch, dass klare Rahmenbedingungen Rechtssicherheit schaffen und die Standards der Branche insgesamt festigen.»
Bei den unabhängigen Vermögensverwaltern in der Schweiz wird seit vielen Jahren von einer Konsolidierung gesprochen, die sich bislang nur begrenzt zeigt. Aktuelle Studien zeigen, dass kleinere Vermögensverwalter mit verwalteten Vermögen bis CHF 200–300 Millionen am stärksten durch Kostenerhöhungen und kritische Massenschwellen betroffen sind. Sehen Sie Lakefield Partners als potenziellen Konsolidierer, der kleinere Wettbewerber übernimmt, oder fokussieren Sie sich auf organisches Wachstum?
Wir teilen die Einschätzung und gehen davon aus, dass sich die Konsolidierung in der Schweiz weniger abrupt, sondern vielmehr schrittweise und punktuell vollzieht. Gerade kleinere Vermögensverwalter stehen zunehmend unter Druck, ihre Positionierung zu schärfen oder sich neu zu orientieren. Gleichzeitig beobachten wir auch bei grösseren Häusern eine gewisse Dynamik, insbesondere dort, wo eine klare strategische Ausrichtung oder ein differenziertes Leistungsversprechen fehlt und sich einzelne Relationship Manager vermehrt nach neuen Perspektiven umsehen.
Für Lakefield Partners steht weiterhin organisches, qualitatives Wachstum im Vordergrund. Gleichzeitig sind wir strukturell gut vorbereitet und konnten in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich Teams und Strukturen integrieren, wodurch wir neben einer robusten Organisation auch die notwendige Erfahrung und Expertise mitbringen. Wir sehen in einer möglichen Konsolidierung deshalb eine attraktive Opportunität, sofern sich daraus ein klarer Mehrwert für alle Seiten ergibt. Entscheidend ist, dass mögliche Integrationen zu unserer langfristigen Strategie, unserer Risikokultur und unserer Anlagephilosophie passen. Wachstum ist für uns kein Selbstzweck, sondern muss nachhaltig und im Einklang mit unserer Ausrichtung erfolgen.
Wie reagieren Sie auf aktuelle makroökonomische Entwicklungen – insbesondere im Hinblick auf globale politische und geopolitische Risiken – bei der Ausrichtung Ihrer Anlagestrategien? Haben Sie die strategische Asset-Allokation in Richtung Europa, Asien oder andere Regionen verschoben? Wie bewerten Sie das Risiko einer langfristigen Neubewertung des US-Dollars und der US-Treasuries?
Makroökonomische und geopolitische Entwicklungen sind heute wichtige kurzfristige Treiber der Kapitalmärkte. Unser Ansatz basiert jedoch nicht auf kurzfristigen Reaktionen auf einzelne Ereignisse oder Schlagzeilen, sondern auf einer systematischen, datenbasierten und gezielten Analyse von Chancen- und Risikofaktoren. Statt taktischer Positionswechsel aufgrund regionaler oder politischer Nachrichten verfolgen wir eine dynamische, risikoorientierte Steuerung unserer Allokationen. Entsprechend haben wir keine statische Verschiebung zugunsten einzelner Regionen vorgenommen, sondern passen Gewichtungen flexibel an, wenn sich Chancen- und Risikoprofile nachhaltig verändern.
Europa und Asien bieten aus unserer Sicht weiterhin selektive Opportunitäten, insbesondere dort, wo strukturelle Bewertungen attraktiver erscheinen oder politische Risiken bereits eingepreist sind. Gleichzeitig bleibt der US-Markt aufgrund seiner Liquidität, Innovationskraft und Kapitalmarkttiefe ein zentraler Bestandteil globaler Portfolios, auch wenn die Diskussion um Fiskalpolitik, Zinsniveau und Währungsentwicklung zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Entscheidend ist für uns weniger eine einzelne makroökonomische Prognose als vielmehr die Fähigkeit, Risiken breit zu diversifizieren und Portfolios laufend anzupassen. Genau darin liegt die Stärke unseres Ansatzes: Portfolios auch in einem zunehmend fragmentierten geopolitischen Umfeld robust und anpassungsfähig aufzustellen.
Europäische Pensionsfonds reduzieren zunehmend ihre Mandate bei US-Asset-Managern, die als Reaktion auf politischen Druck ESG-Prinzipien aufgeben. Gleichzeitig kehren europäische Investoren dem US-Markt teilweise den Rücken. Wie wirkt sich dieses neue Rollenverständnis der USA konkret auf die Anlagestrategien von Lakefield Partners aus? Integrieren Sie systematisch ESG-Kriterien in Ihr quantitatives Modell, und wenn ja, wie gewichten Sie diese gegenüber rein finanziellen Kennzahlen?
Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen aufmerksam und stellen fest, dass sich der Diskurs in Teilen zunehmend ideologisch auflädt und auch allgemein stärker von politischen Stimmungen geprägt ist. Aus unserer Sicht ist dies nicht immer im Interesse einer sachlichen und langfristig orientierten Kapitalanlage. Für uns steht weiterhin eine globale, diversifizierte Allokation im Vordergrund. Regionale Verschiebungen erfolgen nicht aus politischen Motiven, sondern auf Basis einer nüchternen Bewertung von Risiko, Bewertung und Marktstruktur.
ESG ist für Lakefield Partners kein isolierter Trend und für uns weniger ideologischer Natur, sondern ein integraler Bestandteil eines umfassenden Risikomanagements. In unseren quantitativen Modellen werden ESG-Faktoren systematisch berücksichtigt, insbesondere dort, wo sie einen messbaren Einfluss auf Governance-Qualität oder langfristige Risiken haben. Gleichzeitig bleibt unser Ansatz klar finanzmarktorientiert. ESG ergänzt die Analyse und insbesondere das Risikomanagement. Unser Ziel bleibt eine finanzmarktorientierte Anlageentscheidung, bei der ESG-Faktoren dort berücksichtigt werden, wo sie zusätzliche relevante Informationen über langfristige Risiken liefern.
Die rasante Verbreitung der Künstlichen Intelligenz transformiert den Finanzsektor fundamental. Wie wirkt sich diese Entwicklung konkret auf Ihr Geschäft aus? Inwieweit setzen Sie bereits moderne Machine-Learning- und KI-Techniken ein – etwa im Bereich Portfolio-Optimierung, Risikomanagement, Compliance-Überwachung oder Kundenkommunikation?
Die aktuelle Dynamik rund um Künstliche Intelligenz beobachten wir mit grossem Interesse, sehen sie jedoch in vielerlei Hinsicht als Weiterentwicklung und Ergänzung etablierter quantitativer und datenbasierter Methoden. Machine Learning ist im Asset Management kein neues Phänomen, sondern wird bereits seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Analyse- und Modellierungsansätzen eingesetzt. Ausschlaggebend ist für uns daher weniger das Schlagwort KI als vielmehr der messbare Beitrag zur Entscheidungsqualität und zur Stabilität unserer Prozesse.
In unseren Allokations- und Risikomodellen kommen datengetriebene Verfahren bereits heute zum Einsatz, wobei diese Methoden insbesondere bei Mustererkennung, Szenarioanalysen und der Verarbeitung grosser Datenmengen einen Mehrwert bieten. Gleichzeitig bleibt die finale Investmententscheidung bewusst im Zusammenspiel von Technologie und menschlicher Erfahrung verankert.
«Wir sehen zunehmend Potenzial, KI zur Effizienzsteigerung in operativen Bereichen einzusetzen, etwa in der Compliance-Unterstützung oder der strukturierten Aufbereitung von Informationen für unsere Kundenkommunikation.»
Darüber hinaus sehen wir zunehmend Potenzial, KI zur Effizienzsteigerung in operativen Bereichen einzusetzen, etwa in der Compliance-Unterstützung oder der strukturierten Aufbereitung von Informationen für unsere Kundenkommunikation. Technologie wird nur dort integriert, wo sie unsere Organisation robuster, skalierbarer und qualitativ besser macht. KI verstehen wir daher nicht als Ersatz für Investmentkompetenz, sondern als Werkzeug, um Entscheidungs- und Arbeitsprozesse gezielt zu verbessern. Gleichzeitig schafft der effiziente Einsatz von Technologie mehr Raum für strategische Arbeit und qualitativ hochwertige Zeit mit unserer Kundschaft.
Wie positioniert sich Lakefield Partners im Spannungsfeld zwischen traditioneller persönlicher Beratung und KI-gestützten Robo-Advisory-Lösungen? Planen Sie hybride Modelle, die institutionelle quantitative Methodik mit persönlichem Service kombinieren, oder gehen Sie einen anderen Weg?
Wir sehen keinen fundamentalen Gegensatz zwischen persönlicher Beratung und technologischer Innovation. Für Lakefield Partners steht der Mensch weiterhin im Zentrum der Kundenbeziehung, während quantitative Modelle als Werkzeuge dienen, um Entscheidungsprozesse zu verbessern und transparenter zu machen. Unser Ansatz zielt daher nicht auf ein klassisches Robo-Advisory-Modell ab, sondern auf eine intelligente Verbindung aus institutioneller Methodik und persönlicher Betreuung.
Technologie hilft uns, Portfolios strukturierter zu steuern, Risiken präziser zu analysieren und komplexe Informationen verständlich aufzubereiten. Gleichzeitig bleiben Vertrauen, individuelle Bedürfnisse und auch die emotionale Dimension der Beratung entscheidende Faktoren, die sich nicht vollständig automatisieren lassen. Gerade in einem zunehmend komplexen Umfeld und in einer Welt im Wandel gewinnt diese persönliche Einordnung zusätzlich an Bedeutung. Hybride Modelle verstehen wir daher nicht als Ersatz, sondern als Weiterentwicklung der traditionellen Beratung.
Unser Ziel ist es, die Stärken beider Welten zu verbinden. Die Konsistenz und Disziplin quantitativer Prozesse mit der Erfahrung und Nähe einer persönlichen Beratung. So entsteht eine skalierbare, zugleich individuell ausgerichtete Betreuung, die langfristig Mehrwert für unsere Kundschaft schafft.
Welche drei politischen oder wirtschaftlichen Entwicklungen werden den Vermögensverwaltungsmarkt in den kommenden fünf Jahren am entscheidendsten prägen? Wie bereitet sich Lakefield Partners auf diese strukturellen Umbrüche vor?
Aus unserer Sicht werden den Vermögensverwaltungsmarkt in den kommenden fünf Jahren vor allem drei Entwicklungen prägen: eine zunehmend fragmentierte geopolitische Welt, strukturelle Verschiebungen im Zins- und Inflationsumfeld sowie der technologische Wandel durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Diese Faktoren erhöhen die Komplexität der Kapitalmärkte, verändern jedoch weniger unser Grundverständnis als vielmehr die Geschwindigkeit, mit der wir auf Veränderungen reagieren müssen.
Unsere Anlagephilosophie ist bewusst darauf ausgelegt, mit Veränderung umzugehen. Dynamische Allokationsmodelle, ein datengetriebener Investmentprozess und eine klar strukturierte Risikosteuerung ermöglichen es uns, unterschiedliche Marktregime flexibel zu adressieren, anstatt auf einzelne Szenarien zu setzen. Wir sehen strukturelle Umbrüche daher nicht primär als Herausforderung, sondern als ein Umfeld, für das unsere Investmentarchitektur konzipiert wurde.
Als Unternehmen investieren wir gleichzeitig kontinuierlich in unsere Organisation, unsere Prozesse und unsere technologische Infrastruktur, um Effizienz, Skalierbarkeit und Widerstandsfähigkeit weiter zu erhöhen. Wir wollen Wandel nicht vermeiden, sondern gezielt nutzen, um unsere Organisation weiterzuentwickeln und langfristig stabile Ergebnisse für unsere Kundschaft zu erzielen.
«Aus unserer Sicht werden den Vermögensverwaltungsmarkt in den kommenden fünf Jahren vor allem drei Entwicklungen prägen: eine zunehmend fragmentierte geopolitische Welt, strukturelle Verschiebungen im Zins- und Inflationsumfeld sowie der technologische Wandel durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.»
Gute Private Banker und Investment-Profis sind am Markt stark umworben – insbesondere von Grossbanken mit höheren Kompensationsbudgets. Wie gelingt es Lakefield Partners als mittelgrossem, unabhängigem Vermögensverwalter, talentierte Mitarbeitende zu gewinnen und langfristig zu binden? Welche Rolle spielen Faktoren wie Partnerperspektiven, Equity-Beteiligungen, unternehmerische Freiheit oder Arbeitskultur?
Der Wettbewerb um talentierte Private Banker und Investment-Profis ist zweifellos intensiv. Gleichzeitig beobachten wir, dass sich die Erwartungen vieler erfahrener Persönlichkeiten verändern. Unternehmerische Freiheit, eine klare langfristige Perspektive und ein fokussiertes Umfeld gewinnen zunehmend an Bedeutung. Gerade erfahrene Beraterinnen und Berater suchen heute weniger Grösse, sondern Qualität, Klarheit und Eigenverantwortung – nicht zuletzt, weil verschiedene Verwerfungen und Krisen am Finanzplatz gezeigt haben, dass nachhaltiger Erfolg nur dort entsteht, wo Dienstleistungen für die Kundschaft einen echten und messbaren Mehrwert schaffen.
Als unabhängiger Vermögensverwalter sehen wir darin grosse Chancen und setzen bewusst andere Akzente als klassische Banken. Wir bieten von Beginn an klar definierte, transparente Kompensationsmodelle sowie nachvollziehbare Kriterien für Entwicklungsperspektiven bis hin zur Partnerschaft. Entscheidend ist jedoch unser Anspruch, Relationship Manager nicht nur optimale strukturelle Rahmenbedingungen zu bieten, sondern sie im Zusammenspiel mit unserer Marke und unserem bewährten Investment-Offering dabei zu unterstützen, ihre bestehende Kundschaft noch besser zu betreuen und weiter zu wachsen. Dieses Umfeld ermöglicht es Persönlichkeiten, ihre unternehmerischen Fähigkeiten voll zu entfalten und über klassische institutionelle Grenzen hinauszuwachsen.
Welche veränderten Erwartungen beobachten Sie bei Ihren Kundinnen und Kunden – und wie übersetzt Lakefield Partners diese in konkrete Dienstleistungen? Neben traditionellen Performance-Zielen, welche Werte sind für Ihre Kunden wichtig?
Vertrauen sowie die Erwartung, eine überzeugende Rendite im Verhältnis zum eingegangenen Risiko zu erzielen, bleiben eine Konstante sowohl bei privaten als auch bei institutionellen Kundinnen und Kunden. Zunehmend beobachten wir jedoch, dass Transparenz, Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen und die Qualität der Anlageentscheide stärker in den Vordergrund rücken. Viele Investoren lassen sich heute weniger von Narrativen oder kurzfristigen Marktgeschichten leiten, sondern suchen klare Expertise, fundierte Analysen und eine nachvollziehbare Positionierung.
Diese Entwicklung steht im Einklang mit dem Ansatz von Lakefield Partners. Unsere Kundschaft schätzt die Verbindung aus institutioneller Asset-Management-Methodik und einer persönlichen Betreuung, wie man sie aus dem klassischen Private Banking kennt. Daraus entsteht ein Umfeld, in dem Entscheidungen nachvollziehbar getroffen, Risiken bewusst gesteuert und langfristige Perspektiven konsequent berücksichtigt werden. Diese Erwartungen übersetzen wir in eine klar definierte Anlagephilosophie sowie eine persönliche Betreuung, die auf Unabhängigkeit, Transparenz und langfristige Stabilität ausgerichtet ist.
Zum Schluss des Interviews haben Sie zwei Wünsche frei, wie sehen die aus?
Als Mensch wären meine zwei Wünsche wohl sehr einfach. Mehr Frieden und weniger Leid in einer Welt, die zuletzt von Kriegen, humanitärem Leid und zunehmenden gesellschaftlichen Spannungen geprägt war und zugleich vor vielfältigen Herausforderungen steht.
Aus professioneller Sicht wünsche ich mir für den Finanzplatz Schweiz vor allem mehr Zuversicht und die Stärkung jener Schweizer Werte wie Verlässlichkeit, Unabhängigkeit, Innovationskraft und langfristiges Denken, die uns über Jahrzehnte getragen haben. Denn nachhaltiger Erfolg entsteht dort, wo Stabilität nicht Stillstand bedeutet, sondern die Grundlage für kontinuierliche Weiterentwicklung bildet.