DocMorris wächst dank E-Rezeptgeschäft kräftig und erhöht Jahresprognose
Steckborn – Die Online-Apotheke DocMorris hat im dritten Quartal 2026 das Wachstum deutlich beschleunigt. Wichtigster Treiber war das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland. Zudem erreichte das Unternehmen früher als von Analysten erwartet die Gewinnschwelle beim bereinigten EBITDA und erhöhte die Jahresprognose.
Der Umsatz der Gruppe stieg im dritten Quartal um 21 Prozent auf 343 Millionen Franken, wie DocMorris am Donnerstag mitteilte. In den ersten neun Monaten betrug der Umsatz 971 Millionen Franken, ein Plus von 14 Prozent.
E-Rezeptgeschäft deutlich über Erwartungen
Im Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten (Rx) in Deutschland stieg der Umsatz im dritten Quartal um 78 Prozent auf 108 Millionen Franken. Im zweiten Quartal hatte das Wachstum in Lokalwährungen noch 46 Prozent betragen.
Die Zahl der aktiven Kunden erhöhte sich im Jahresvergleich um 1,5 Millionen auf 13,1 Millionen. Allein im dritten Quartal kamen 200’000 hinzu.
Damit hat DocMorris die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Besonders gross war die positive Überraschung beim Rx-Geschäft (AWP-Konsens: 88 Mio Fr.).
Digitalgeschäft wächst weiter kräftig
Deutlich geringer war das Wachstum im restlichen Geschäft in Deutschland (Non-Rx). Hier stieg der Umsatz um 5,5 Prozent auf 218 Millionen Franken. Den Grossteil davon erzielt DocMorris mit rezeptfreien Medikamenten und Pflegeprodukten (OTC).
Einen kleineren Anteil am Non-Rx-Umsatz machen die digitalen Dienstleistungen aus, darunter der Telemedizin-Anbieter TeleClinic. Dieses Geschäft wächst allerdings weiterhin besonders schnell. Im dritten Quartal lag der Umsatz bei 14 Millionen Franken, ein Plus von 46 Prozent in Lokalwährungen.
Jahresprognose angehoben
Für das gesamte Jahr 2026 erwartet DocMorris neu ein Umsatzwachstum von 12,5 bis 15,0 Prozent in Lokalwährungen, nach bisher 9 bis 13 Prozent. Auch die Ergebnisprognose wurde erhöht. Neu soll der bereinigte Betriebsverlust auf Stufe EBITDA weniger als 10 Millionen Franken betragen (bisher: 10,0 bis 17,5 Mio).
Bereits im dritten Quartal hat DocMorris die Gewinnschwelle auf bereinigter EBITDA-Basis (+0,6 Mio Fr.) erreicht. Das Unternehmen hatte den Break-even für die zweite Jahreshälfte angepeilt, einige Analysten allerdings erst im vierten Quartal damit gerechnet. Finanzchef Daniel Wüest führt das neben dem starken Wachstum auf eine höhere Kosten- und Marketingeffizienz zurück.
Am Ziel eines positiven freien Cashflows im Verlauf von 2027 hält DocMorris fest. Die Investitionen sollen im laufenden Jahr weiterhin unter 30 Millionen Franken bleiben. (awp/mc/pg)