Johann Reiter, CEO Vetropack, im Interview

Johann Reiter
Vetropack-CEO Johann Reiter. (Foto: Vetropack)

von Patrick Gunti

Moneycab.com: Herr Reiter, Sie sind seit dem 1. Januar 2018 CEO von Vetropack. Welche persönliche Bilanz ziehen nach knapp eineinhalb Jahren im Amt?

Johann Reiter: Vetropack ist ein solide geführtes und langfristig ausgerichtetes Unternehmen, dies hat sich in meiner bisherigen Zeit als CEO bestätigt. Es macht Freude für ein solches Unternehmen tätig zu sein.

Welche Prioritäten haben Sie in Ihrem ersten Amtsjahr verfolgt?

Die Synergien der Gruppe noch stärker zu nutzen um damit die Gesamtperfomance der Vetropackgruppe langfristig zu steigern, evolutionäre anstatt revolutionäre Schritte.

Mit den Resultaten des Geschäftsjahrs 2018 dürften Sie zufrieden sein. 9,4% mehr Umsatz, ein 22% höherer Betriebsgewinn und ein knapp 2% höherer Reingewinn von 58,1 Mio Franken stehen zu Buche. Was hat das Resultat positiv beeinflusst?

Die optimierte Produktionseffizienz sowie die gestiegene Produktionskapazität, natürlich auch das positive Marktumfeld haben zu den erfreulichen Ergebnissen beigetragen. Zeit und kostengerechte Umsetzung der Investitionsprojekte waren ebenso ausschlaggebend.

„Wir arbeiten weiter an Steigerung der Produktivität und Qualität und optimaler Nutzung von Synergien innerhalb der Gruppe.“

Johann Reiter, CEO Vetropack

Gelten die Erfolgsfaktoren auch für 2019?

2019 sehe ich ähnlich, wir arbeiten weiter an Steigerung der Produktivität und Qualität und optimaler Nutzung von Synergien innerhalb der Gruppe.

Ob in der Schweiz, Österreich, Italien oder Deutschland – 2018 wurden überdurchschnittliche Weinmengen erzeugt. Wie wirkt sich ein quantitativ so guter Weinjahrgang auch Ihr Geschäft aus?

Die Verpackungsindustrie ist generell massgeblich vom Verhalten der Endverbraucher mitbestimmt. Der Getränkekonsum – beeinflusst durch Wetter, gute oder schlechte Ernten – wirkt sich natürlich auf die Absätze aus.

Vetropack hat in den letzten Jahren viel Geld in das Schweizer Glaswerk St-Prex investiert. Was steht in St-Prex als nächstes an und welche Bedeutung hat der Standort für Vetropack?

St. Prex blickt auf ein gutes Jahr zurück: sowohl der Absatz als auch die Nettoerlöse konnten gesteigert werden. Wir haben in den letzten Jahren wesentliche Investitionen getätigt und in diesem Jahr haben wir in Verbesserung der Aufbereitung für Altglas investiert. St. Prex liefert einen wichtigen Beitrag zum Ergebnis der Gruppe.

„St. Prex liefert einen wichtigen Beitrag zum Ergebnis der Gruppe.“

Die Investitionen sind im vergangenen Jahr sehr deutlich auf über 115 Mio Franken gestiegen. Geht es 2019 in ähnlichem Stil weiter?

Unsere Investitionstätigkeiten in Kapazitätssteigerungen waren 2018 hauptverantwortlich für die hohen Investitionen. Aber auch 2019 werden wir entsprechend investieren, da zwei weitere Wannen erneuert werden müssen und viele andere Projekte auf Realisierung warten. Und nicht zu vergessen unser «Greenfield» Projekt in Italien.

Ein Teil der Investitionen fliesst in die Digitalisierung und Automatisierung. Wo sehen Sie dabei die grössten Herausforderungen?

Die grössten Herausforderungen liegen im eigenen Umfeld, uns sozusagen «fit for the future» zu machen. Um diese Themen zu voranzubringen haben wir uns Automatisierungsexperten von aussen geholt. Gleichzeitig betreiben wir Themen wie Aus- und Weiterbildung mit höherer Taktfrequenz um unsere Mitarbeiter auf diese Reise vorzubereiten und mitzunehmen.

Können Sie uns ein konkretes Beispiel nennen, welche Möglichkeiten sich durch die Digitalisierung bei der Herstellung von Glasverpackungen ergeben?

Wir sind mit einigen unserer Kunden direkt vernetzt, so werden beispielweise Bestellungen, Fakturen ohne Papier zwischen den Unternehmen ausgetauscht und dies ist sicher erst der Beginn. In der Produktion haben wir einiges vor, aber darüber werde ich ein anderes Mal berichten.

Die Erzeugung von Glasverpackungen ist sehr energieintensiv. Wie verändert sich der Energieverbrauch mit den Erneuerungen der Schmelzwannen?

Wir lernen über die Lebenszeit jeder Wanne und dieses Wissen fliesst kontinuierlich beim Bau einer neuen Wanne ein. Somit sind wir in der Lage den Energieverbrauch einer neuen Wanne im Schnitt um ca. 10% zu senken.

Plastikverpackungen haben gerade hinsichtlich der Abfallmengen in den Weltmeeren mittlerweile einen sehr schlechten Ruf. Kann Vetropack davon profitieren?

Glas als Verpackungsmaterial profitiert davon.

Wo liegen über den Umweltaspekt hinaus die Vorteile von Glasverpackungen?

Im direkten Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialen werden Lebensmittel und Getränke im Glas am besten geschützt. Glas ist inert und zu 100% recyclebar und steht damit unendlich oft für die Produktion neuer Glasbehälter zu Verfügung.

Herr Reiter, besten Dank für das Interview.

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