Kevin Kunz, CEO und Generaldirektor Kongress + Kursaal Bern AG, im Interview

Kevin Kunz
Kevin Kunz, CEO und Generaldirektor Kongress + Kursaal Bern AG. (Foto: zvg)

von Bob Buchheit

Moneycab.com: Herr Kunz, Ende 2018 beschäftigte die Kongress + Kursaal Bern AG 950 Personen. Wann ist die Tausend voll?

Kevin Kunz: Die Tausend sind uns nicht wirklich wichtig. Wir beschäftigen so viele Mitarbeitende wie notwendig sind, um die von unseren Gästen sowie unseren Kundinnen und Kunden gewünschten Dienstleistungen zu erbringen und gleichzeitig ein gutes Arbeitsumfeld zu garantieren. Die gesamte Kongress + Kursaal Bern Gruppe zählte per Ende 2018 genau 932 Mitarbeitende (433 Festangestellte und 499 Teilzeitangestellte). Das sind 3.6 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Mit Blick auf die Konzernrechnung macht sich das im Personalaufwand mit total 37 Millionen deutlich bemerkbar. Im Vorjahr waren es 37,8 Millionen. Wir sind bestrebt, unsere wesentlichste Aufwandposition optimal und effizient auf den jeweiligen Betriebsertrag auszurichten.

In Neuchâtel, im dortigen Casino, waren Sie besonders erfolgreich. Der Umsatz stieg um zehn, der Gewinn sogar um 25 Prozent auf drei Millionen Franken. Wird dort besonders gerne gespielt?

Das Casino in Neuchâtel befindet sich immer noch in der Wachstumsphase. Sein attraktives Angebot wie auch die konsequente Gästeorientierung machen es zu einem sehr erfolgreichen Anbieter im Casino-Umfeld; das spiegelt sich natürlich in den Geschäftszahlen wieder.

„Das Angebot eines Casinos gehört in den Freizeitmarkt. Hier vergrössern sich das Angebot und die Verfügbarkeit stetig, bei einem doch eher begrenzten Nachfragemarkt.“

Kevin Kunz, CEO und Generaldirektor Kongress + Kursaal Bern AG

Wie sehr hat sie das Ja des Schweizer Volkes zum Geldspielgesetz gefreut?

Das Ja des Schweizer Volkes hat uns den Zugang zu einem bisher nicht ganz gesetzeskonformen Markt eröffnet. Die deutliche Zustimmung hat uns zudem in unserer Haltung bestärkt, in ein sicheres und sozial verträgliches Online-Angebot investieren zu wollen.

Die Grand Casino Kursaal Bern AG konnte sich 2018 dem rückläufigen Trend bei Ertrags-, Umsatz- und Gästevolumen auf dem Casino-Markt nicht entziehen. Bringen Pokerturniere die Wende?

Das Angebot eines Casinos gehört in den Freizeitmarkt. Hier vergrössern sich das Angebot und die Verfügbarkeit stetig, bei einem doch eher begrenzten Nachfragemarkt. Es ist daher wichtig – neben den klassischen Automaten- und Tischspielen – in Events zu investieren. Wir machen dies mit Grossevents im Entertainment-Bereich wie auch neu mit Poker- oder Spielautomatenturnieren im klassischen Glückspielbereich. Solche Turniere haben ein überregionales Einzugsgebiet und erhöhen nachhaltig die Gesamtattraktivität des Standortes.

„Das Ja des Schweizer Volkes hat uns den Zugang zu einem bisher nicht ganz gesetzeskonformen Markt eröffnet.“

Die Wälchli Feste AG steigerte den Betriebsertrag ebenfalls um 10 Prozent, allerdings fiel der Gewinn leicht zurück. Wo entstanden die höheren Kosten?

Im 2018 stieg der Betriebsertrag auf CHF 8.63 Millionen (Vorjahr 7.78 Millionen). Der Jahresgewinn ging nach einem sehr guten Ergebnis im Vorjahr aufgrund hoher direkter Aufwandpositionen von 0.26 auf 0.22 Millionen zurück. Die im Geschäftsjahr überwiegende Anlassstruktur der Messen und Festwirtschaften liessen den direkten Materialaufwand (Warenaufwände und Personalkosten) entsprechend ansteigen.

Wie lange wird der etappenweise Hotelumbau dauern?

Nach jetziger Planung etwa sieben Monate.

Sie haben die Innsbrucker Designerin Nina Mair mit der Innenarchitektur beauftragt. Werden nun abgerundete Formen Ihre Hotel-Zimmer prägen?

Wir haben Nina Mair beauftragt, weil uns ihre Herangehensweise und ihre Arbeiten überzeugt haben. Sie nutzt hochwertige, natürliche Materialien und begeistert immer wieder mit einer durchdachten und stilsicheren Funktionalität.

Wie kamen Sie auf die Österreicherin?

Wir haben uns umgeschaut, wer zu uns und dem Projekt passen könnte. Dann ist Nina Mair uns auch noch empfohlen worden und hat uns sehr schnell überzeugt. Nationalitäten spielten dabei wirklich keine Rolle.

Mit dem Meridiano (ein Michelin-Stern) besitzen Sie das höchst ausgezeichnete Restaurant der Stadt Bern. Wie stark profitiert die Kongress + Kursaal Bern AG dadurch überregional?

Das Meridiano ist ein Teil unseres umfassenden Food&Beverage-Angebotes. Dabei ergänzt es unser gesamtes Gastronomieangebot, so dass wir unseren Gästen wirklich für fast jeden Geschmack etwas bieten können: Vom Gourmetrestaurant Meridiano über das italienische Restaurant Giardino bis hin zur asiatischen Küche im Yù. Dies gemeinsam mit dem Kongresszentrum, dem Hotel Allegro und dem Grand Casino Bern macht eben unser All-in-One-Konzept aus.

Der Beherbergungsertrag fiel im letzten Jahr deutlich. Hängt das hauptsächlich mit der online-Konkurrenz bei den Messen zusammen?

Nein, mit den Messen hat das nichts zu tun. 2017 hatten wir einen Projektauftrag, der uns etwa 1800 Übernachtungen einbrachte. Dieses Projekt war in den ersten Monaten des vergangenen Jahres abgeschlossen.

Ihre Bankguthaben sind im letzten Jahr auf 10 Millionen Franken angeschwollen. Soviel brauchen Sie doch gar nicht, oder?

Der Bestand an flüssigen Mitteln per Ende 2018 in der Höhe von 10,1 Millionen ist vor allem im positiven Geschäftsgang begründet. Zudem wurden noch keine Investitionen für den geplanten Hotelumbau ausgelöst. Nach 20 Jahren müssen nun die Zimmer des Hotel Allegro den heutigen Bedürfnissen der Gäste angepasst werden. Damit erhalten wir die Konkurrenzfähigkeit auf dem Hotelplatz Bern.

Zum Gesprächspartner:
Kevin Kunz ist ein alter Hase im Hotelgeschäft. Bevor er vor drei Jahren die Leitung der Kongress und Kursaal Bern AG übernahm, führte er neun Jahre lang die Seiler-Hotelgruppe in Zermatt. Davor war er acht Jahre Leiter des Club Resorts Giverola in Tossa da Mar (Spanien) und davor sechs Jahre für das American Colony Hotel in Jerusalem verantwortlich.

Kongress + Kursaal Bern AG

 
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