abrdn Kommentar: Small Caps – Klein, aber oho!

abrdn Kommentar: Small Caps – Klein, aber oho!
Kirsty Desson, Investment Director bei abrdn. (Bild: abrdn)

Jede Erfolgsgeschichte hat einmal klein angefangen. In einem aktuellen Kommentar erläutert Kirsty Desson, Investment Director bei abrdn, welche spannenden Möglichkeiten Small Caps Anlegern bieten:

„Nicht immer sind es die Grossen, die sich als Vorreiter profilieren – einige der innovativsten Unternehmen der Welt sind tatsächlich am Small-Cap-Markt zuhause. Obwohl es meist die Grosskonzerne sind, die die Schlagzeilen beherrschen, lohnt es sich unseres Erachtens, einen genaueren Blick auf einige der kreativen und vorausschauenden Ideen kleinerer Unternehmen zu werfen, die bereits dabei sind, die Welt zu verändern.

Manch einer der gegenwärtigen Branchenriesen begann vor weniger als 20 Jahren als Homeoffice-Startup: klassische Beispiele hierfür sind Mailchimp, Shopify und GoPro. Da etwa zwei Drittel aller Unternehmen weltweit als Small Caps einzustufen sind, glauben wir, dass jeder, der nicht wenigsten einen Teil seines Portfolios in dieses Segment investiert, möglicherweise den nächsten grossen Trend verpasst, wenn sich die Kleinunternehmen von heute zu den Grosskonzernen von morgen entwickeln. Diese meist nischenorientierten, aber anpassungsfähigen Unternehmungen sind es, die mit ihren neuen Ideen und innovativen Ansätzen die Zukunft gestalten. Kleinere Firmen sind in allen Regionen auf dem Vormarsch, insbesondere in Ländern, die von einer unternehmerischen Kultur geprägt sind.

Grössere Unternehmen sind sehr gut darin geworden, ihre ESG-Merkmale zu bewerben, denn sie haben erkannt, dass die Konsumenten zunehmend moralisch basierte Entscheidungen treffen. Es stimmt natürlich, das kleinere Firmen weniger über ihre Aktivitäten berichten, da sie ihren Fokus in der Regel auf ihren Geschäftsbetrieb und die Erledigung ihrer Arbeiten richten. Doch genau aus diesem Grund bieten sie Anlegern weltweit oftmals einige der attraktivsten, noch ungenutzten Chancen. Wer sich eingehend mit solchen Unternehmen beschäftigt, erkennt, dass viele dieser kleinen Betriebe eine wichtige Rolle bei der langfristigen Förderung und Umsetzung der grünen Agenda spielen. Jeden Tag erinnern uns die Schlagzeilen an die Klimakrise und führen uns vor Augen, wie wichtig ein Umstieg auf alternative Energielösungen ist – und seit Beginn des Ukrainekonflikts hat das Thema eine ganz neue Brisanz gewonnen.

Das französische Unternehmen GTT entwickelt ausgeklügelte Systeme für den Transport von Flüssigerdgas (LNG) sowie Spezialtechnologien, die den Einsatz von LNG als Schiffstreibstoff anstelle des hochgradig umweltbelastenden Schweröls ermöglichen. In Asien stellt die taiwanesische Firma Sinbon Electronics spezielle elektrische Bauteile für den Einsatz in Windturbinen, Elektrofahrzeugen und sogar medizinischen Geräten wie chirurgischen Robotern her. Voltron Power, ebenfalls aus Taiwan, entwickelt Energiespeicherlösungen und Solarwechselrichter, die den Einsatz von Solarkraft in Privathaushalten erleichtern. Diese Unternehmen finden innovative Lösungen für einige der grössten Herausforderungen unserer Zeit und bieten somit einige äusserst spannende Möglichkeiten für Anleger.

In der Tat gehen einige der bedeutendsten Innovationen in den Bereichen Gesundheit und Technologie auf das Konto kleinerer Unternehmen. Das in den USA ansässige Unternehmen Insulet stellt beispielsweise eine Art intelligente Hightech-Insulinpumpe her, die Diabetikern ungeahnte Lebensqualität verschafft. Die von Insulet entwickelten tragbaren Pods geben über den Tag hinweg regelmässig Insulin ab – die Patienten müssen sich also nicht selbst mehrfach täglich Insulin spritzen. JMDC aus Japan wiederum nutzt Daten von intelligenten Geräten und medizinischen Einrichtungen, um Pharmaunternehmen bei der Verbesserung der Ergebnisse und der Genauigkeit von Gesundheitschecks und -überwachung zu unterstützen.

Cloud Computing, Daten, Automatisierung und Digitalisierung – all dies sind boomende Sektoren und heutzutage stehen weltweit so viele Daten zur Verfügung, dass hohe Investitionen in den Aufbau der Dateninfrastruktur getätigt werden. Ein wichtiger Akteur in diesem Bereich ist Fabrinet aus Thailand, ein weltweit führender Anbieter optischer Komponenten für Datennetze. Angesichts des steigenden Bedarfs an High-Speed- und hochleistungsfähigen Kommunikationslösungen entwickelt sich die optische Verbindungstechnik zur aufstrebenden Technologie, wenn es darum geht, die weltweit auftretenden Bandbreitenprobleme zu lösen. Dieser Markt dürfte in den kommenden zwanzig Jahren ein exponentielles Wachstum erleben. Folglich dürften auch die kleinen Unternehmen wachsen, die eine Führungsrolle bei dieser Technologie innehaben.

Dabei darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass auch die Grosskonzerne, deren Namen heute in aller Munde sind, einst klein angefangen haben. Amazon wurde in einer Garage gegründet, von wo aus es sich zunächst zu einem Online-Buchhandel und schliesslich zu einem der grössten und erfolgreichsten Unternehmen der Welt entwickelte. Kleine Unternehmen stecken voller innovativer und kreativ denkender Köpfe, die möglicherweise schon die nächste geniale Idee ausgetüftelt haben. Wie sagte schon Cicero: Aller Dinge Anfang ist klein.» (abrdn/mc/ps)

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