Älteste Fraktur beweist Wechsel auf das Land

Älteste Fraktur beweist Wechsel auf das Land

Fraktur beim Ossinodus: Knochenbruch rekonstruiert. (Foto: qm.qld.gov.au, Bishop)

Brisbane – Es dürfte nur ein kleiner Sturz für einen Tetrapoden gewesen sein, er weist jedoch auf einen riesigen Fortschritt für die Vierfüsser hin. Ein gebrochener Fussknochen datiert den Wechsel der Vorfahren des Menschen vom Wasser auf das Land laut einer Studie des Queensland Museum um zwei Mio. Jahre zurück.

Das Fehlen von Fossilien bedeutet, dass wenig über den Zeitraum der Entwicklung von Gliedmassen aus Fischflossen vor rund 360 Mio. Jahren und das Auftreten der ersten am Land lebenden Tetrapoden vor 330 Mio. Jahren bekannt ist. Das Team um Peter Bishop hat eines der seltenen Fossilien aus diesem Zeitraum analysiert.

Reise 330 Mio. Jahre zurück
Dabei handelt es sich um einen 1,50 Meter langen Ossinodus, der vor rund 333 Mio. Jahren auf dem heutigen Gebiet Australiens lebte. Es zeigte sich, dass die Knochen des Unterarms stark genug waren, um den Körper auch bei der Fortbewegung an Land zu unterstützen. Dieses Fossil verfügt aber auch über den laut Bishop ältesten überhaupt bekannten Bruch eines Knochens bei einem Tetrapoden.

Unfall muss an Land passiert sein
Mithilfe von Computerprogrammen haben die Experten die Krafteinwirkung rekonstruiert, die notwendig war, um diesen Knochenbruch zu verursachen. Es zeigte sich, dass die Krafteinwirkung in Relation zur Grösse des Tieres so gross war, dass der Unfall an Land geschehen sein musste. Laut Bishop ist diese Art von Prallwirkung im Wasser nur sehr schwer zu erzielen, da das Wasser wie ein Kissen schützt.

Daher kommen die Forscher zu dem Schluss, dass der Bruch eintrat, als das Tier aus einer Höhe von 85 Zentimetern stürzte. Wahrscheinlich ist es von einem Felsen oder einem Baumstamm gefallen. Diese Hinweise legen nahe, dass der Ossinodus Zeit an Land verbracht haben muss. Damit wird dieser Tetrapode zum ältesten Vertreter dieser Art, der sich an ein Leben an Land angepasst hat.

Dominique Adriaens von der Universiteit Gent kann sich ebenfalls vorstellen, dass der Knochenbruch wahrscheinlich an Land stattgefunden hat. Die Sturzhöhe hänge jedoch von unbekannten Faktoren ab wie der Oberfläche, auf der das Tier aufgeschlagen ist. Laut Ted Daeschler von der Academy of Natural Sciences  sind damit zwar die genauen Urspünge der Landtiere noch immer nicht erforscht. Dennoch leisteten diese Forschungsergebnisse einen wichtigen Beitrag. (pte/mc/ps)

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