Akademien der Wissenschaften: sgv weist Plädoyer zurück

Hans-Ulrich Bigler
sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler. (Foto: sgv)

sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler. (Foto: sgv)

Bern – Mit ihrem heute veröffentlichten Plädoyer für eine nationale Bildungsstrategie disqualifizieren sich die Akademien der Wissenschaften nach Ansicht des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv gleich selber. Das Papier zeuge von mangelndem Fachwissen über die Stärken des Schweizer Bildungssystems und seiner Akteure. Die Akademien würden ihre Kompetenzen überschreiten und eine Problembewirtschaftung betreiben , wenn sie Koordinationsbedarf herbeischreiben, um sich gleich selber als Moderator heraufzuspielen, heisst es in einer Stellungnahme des sgv vom Freitag. Der sgv fordert daher, dass die Bundessubventionen an die Akademien nach solchen Fehlleistungen überprüft werden.  

Jährlich schliessen über 80‘000 Jugendliche ihre Grundausbildung ab. Mehr als 2/3 dieser Jugendlichen werden über die duale Berufsbildung erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert. Rund 20‘000 schlagen den Weg einer akademischen Karriere ein. Mit einer rekordtiefen Jugendarbeitslosigkeit und hoher Arbeitsmarkt- und Integrationsfähigkeit unserer Jugendlichen hat die Schweiz ein sehr erfolgreiches Bildungssystem, das Bund, Kantone und die Organisationen der Arbeitswelt als Verbundpartner laufend und erfolgreich überprüfen und weiter entwickeln.

„Vereinfachungen und Simplifizierungen“
Das „Plädoyer für eine nationale Bildungsstrategie“ der Akademien der Wissenschaft trägt diesen Stärken des Schweizer Bildungssystems keine Rechnung und zeugt laut sgv von mangelndem Fachwissen über dessen Akteure. Die funktionierende Verbundpartnerschaft und damit die Gesetzesgrundlagen nach Art. 1 des Berufsbildungsgesetzes würden unterlaufen, wenn die Akademien der Wissenschaft in ihrem Plädoyer die Organisationen der Arbeitswelt quasi ausklammern. Stattdessen würden in einem theoretischen Ansatz Vereinfachungen und Simplifizierungen gefordert, die die Vielfalt der Berufe nicht berücksichtigen und sich nicht an den Bedürfnissen der Wirtschaft und Gesellschaft an das Schweizer Bildungssystem orientieren, schreibt der sgv weiter.

„Schwammig“ formuliertes Papier
Das „schwammig“ formulierte Papier scheine dem einzigen Zweck zu dienen, Probleme in der Abstimmung zwischen den Verbundpartnern herbeizuschreiben, um sich in offensichtlicher Kompetenzüberschreitung selber zum Moderator bei der Lösung der selber kreierten Probleme heraufzuspielen, schreibt der sgv in der Mitteilung weiter. Für den sgv als grössten Dachverband der Schweizer Wirtschaft sei es höchst bedenklich, dass für eine solche Problembewirtschaftung den Akademien der Wissenschaft jährlich Bundessubventionen in Millionenhöhe gesprochen werden. Das mangelhafte präsentierte Plädoyer zeige, dass diese Gelder wenig effizient eingesetzt sind und dringend überprüft werden sollten, so der sgv abschliessend. (sgv/mc/ps)

Die Nummer 1:
Als grösste Dachorganisation der Schweizer Wirtschaft vertritt der sgv 250 Verbände und gegen 300’000 Unternehmen.

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