Allreal verbucht im ersten Halbjahr weniger Gewinn

Roger Herzog
Allreal-CEO Roger Herzog. (Foto: Allreal)

Zug – Auch das Immobilienunternehmen Allreal kann sich im ersten Halbjahr 2020 der Coronakrise nicht entziehen. Die Mieterträge und der Erfolg aus der Generalunternehmung sind geschrumpft.

Die Erträge aus Vermietung und Verwaltung von Liegenschaften und das von der Generalunternehmung abgewickelte Projektvolumen ergaben eine Konzern-Gesamtleistung von 278,7 Millionen Franken. Das sind 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Allreal hat die Rechnungslegung von IFRS auf den Schweizer Standard FER umgestellt. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Trotz der aussergewöhnlichen Lage infolge der Coronakrise und des damit verbundenen Lockdowns habe das Geschäftsfeld Immobilien ein starkes Resultat erzielt, schrieb die Immobiliengesellschaft mit eigener Generalunternehmung. Die Mieterträge seien im ersten Halbjahr um lediglich 1,8 Prozent auf 100,1 Millionen Franken gesunken.

1,4 Mio Mietausfälle wegen Corona
Allreal habe in der Coronakrise eine Vielzahl von Gesuchen für Mietzinsstundung bewilligt. Den am stärksten betroffenen Mietern von Gewerbeflächen habe man bis zu zwei Monatsmieten erlassen. Dies habe zu Ertragsausfällen von rund 1,4 Millionen Franken geführt, hiess es.

Die kumulierte Leerstandsquote sank im ersten Halbjahr weiter und lag Ende Juni bei 1,5 Prozent nach 2,2 Prozent Ende 2019.

Die vom externen Liegenschaftenschätzer per 30. Juni vorgenommene Bewertung der 66 Anlageliegenschaften resultierte in einer Aufwertung um 27,7 Millionen Franken. Der Gesamtwert des Portfolios der Anlageliegenschaften kletterte auf 4,39 Milliarden Franken nach 4,34 Milliarden Ende 2019.

Generalunternehmung macht weniger Ertrag
Im Geschäftsfeld Generalunternehmung sank der Erfolg um 12,5 Prozent auf 24,6 Millionen Franken. Einerseits reduzierte sich der Ertrag aus Realisation Generalunternehmung im Vergleich zur Vorjahresperiode, was teilweise Projektverschiebungen aufgrund der Coronakrise geschuldet ist. Andererseits fiel der Erfolg aus Verkauf Entwicklung deutlich tiefer aus, wie Allreal weiter schrieb.

Am Stichtag belief sich der gesicherte Arbeitsvorrat auf rund 772 Millionen Franken. Im ersten Semester hat Allreal Aufträge von rund 131 Millionen Franken hereingeholt. Damit sei die Auslastung der vorhandenen Kapazitäten für rund 24 Monate gewährleistet, hiess es.

EBIT gesunken
Der operative Gewinn (EBIT) des Konzerns ohne Neubewertungseffekte sank um 6,3 Prozent auf 86,1 Millionen Franken. Ohne Neubewertung machte Allreal einen Unternehmensgewinn von 63 Millionen Franken. Das sind 6,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Inklusive der Neubewertungseffekte lag der EBIT bei 113,8 Millionen Franken (-6,8 Prozent) und das Reinergebnis bei 86,4 Millionen Franken (-3,1 Prozent).

Mit den Zahlen hat Allreal die Schätzungen von ZKB und Research Partners beim Mietertrag erfüllt und beim Gewinn übertroffen. Diese hatten mit einem Gewinn (vor NB) von 56,7 bzw. 54,4 Millionen Franken gerechnet. Beim Mietertrag schätzten sie 100,6 und 100,0 Millionen und den EBIT (vor NB) auf 83,5 und 81,1 Millionen Franken.

EBIT unter Rekordergebnis erwartet
Für das Gesamtjahr 2020 zeigt sich Allreal zuversichtlich, trotz der grossen Unsicherheiten über die weitere wirtschaftliche Entwicklung, ein gutes Resultat für das gesamte Geschäftsjahr 2020 zu erzielen. Das operative Ergebnis werde wegen tieferer Gewinne aus dem Verkauf von Entwicklungsliegenschaften und zeitlichen Verzögerungen bei einzelnen Projekten unter dem Rekordergebnis des Jahres 2019 liegen, aber höher ausfallen als im Geschäftsjahr 2018.

Bei den Immobilien sei mit einer tiefen Leerstandsquote zu rechnen. Die Ertragsausfälle wegen Corona seien nach aktueller Einschätzung tragbar und ein operatives Unternehmensergebnis annähernd auf Vorjahreshöhe möglich, schrieb Allreal. Im Geschäftsfeld Generalunternehmung sei dank des hohen Arbeitsvorrats und der voll ausgelasteten Kapazitäten in den beiden Sparten Entwicklung und Realisation ist von einer stabilen Resultatentwicklung bei leicht steigendem Projektvolumen auszugehen. (awp/mc/pg)

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