Arbeitsjahr 2020 für eine Mehrheit persönlich zufriedenstellend

Zürich – Ein höchst aussergewöhnliches Arbeitsjahr neigt sich dem Ende entgegen. 2020 war anstrengender und herausfordernder, das finden drei von vier Schweizer Berufstätigen, die das berufliche Netzwerk XING im Rahmen des Corona-Barometers befragt hat. Trotzdem war das ablaufende Jahr für die Mehrheit persönlich zufriedenstellend. Im Homeoffice haben sie konzentrierter, produktiver und mehr gearbeitet. Allerdings glaubt nur ein Bruchteil, dass auch die Kolleginnen und Kollegen zuhause mehr gearbeitet haben als im Büro.

Im Rahmen des Corona-Barometers hat XING Schweiz seine Mitglieder seit dem Frühjahr regelmässig zu Themen der Arbeitswelt befragt. Mit dem nahenden Jahresende zieht XING Bilanz: Wie haben Berufstätige in der Schweiz das ablaufende Arbeitsjahr erlebt? Was klappte bei der Arbeit im Homeoffice besser, was schlechter als im Büro? Und wo wurde mehr gearbeitet? Die wichtigsten Resultate aus der aktuellen Befragung:

Arbeitsjahr 2020: anstrengend, herausfordernd aber zufriedenstellend
In einem sind sich die meisten Befragten einig: 75 Prozent empfanden das Arbeitsjahr 2020 als anstrengender und herausfordernder als die Jahre zuvor. Trotzdem zieht die Mehrheit eine insgesamt positive Bilanz: 63 Prozent geben an, dass das Arbeitsjahr 2020 trotz Corona-Krise für sie persönlich zufriedenstellend war.

Mehrarbeit im Homeoffice wird vor allem bei sich selbst gesehen
Über die Hälfte (58 Prozent) der Befragten gibt an, im Homeoffice mehr zu arbeiten als im Büro. Nur gerade 8 Prozent sagen, dass sie zu Hause weniger arbeiten. Etwas anders sieht es bei der Fremdwahrnehmung aus. So glauben nur 34 Prozent, dass ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice mehr arbeiten als im Büro.

Dazu XING Schweiz Geschäftsführer Robert Bertschinger: «Sich nicht persönlich sehen zu können und nur über elektronische Kanäle wie Videotelefonie oder Chat zu kommunizieren, verzerrt oft die Wahrnehmung. Gerade im Homeoffice sind Führungskräfte deshalb gefordert, eine starke und vertrauensbasierte Unternehmenskultur zu fördern, zwischenmenschlichen Themen genügend Aufmerksamkeit zu schenken und so möglichen Spannungen vorzubeugen.»

Arbeit zu Hause fördert Konzentration, Produktivität und gesunde Ernährung
Die Arbeit im Homeoffice scheint zahlreiche positive Effekte auf die Befragten zu haben. So geben 66 Prozent an, dass sie sich im Homeoffice besser konzentrieren können. Bei nur gerade 9 Prozent klappt es im Büro besser mit der Konzentration. Zudem sagen 59 Prozent, dass sie bei der Arbeit zuhause produktiver sind. 46 Prozent können im Homeoffice besser eigene Ideen entwickeln und kreativ sein. Nur 16 Prozent sagen, dass bei ihnen die Kreativität im Büro höher ist. Auch die Ernährung profitiert von der Arbeit in den eigenen vier Wänden: Gesundes Mittagessen ist für 43 Prozent im Homeoffice besser möglich als im Büro. Nur 18 Prozent fällt es im Büro leichter, sich über Mittag gesund zu ernähren.

Abstimmung, Kommunikation und gemeinsame Ideenfindung leiden zu Hause
Deutlich schlechter als im Büro funktionieren im Homeoffice vor allem die interne Kommunikation, die Abstimmung mit Vorgesetzten, das gemeinsame Finden von Ideen sowie der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. So ist es denn auch der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, der 79 Prozent der Befragten bei der Arbeit im Homeoffice fehlt. 43 Prozent vermissen zudem die räumliche Trennung zwischen Arbeit und Freizeit, respektive Wohnen. Und 35 Prozent fehlt der ergonomische Arbeitsplatz im Büro.

Allgemeine Lage beschäftigt Berufstätige stärker als die persönliche Situation
Gegen Ende des Corona-Jahres gibt die Hälfte der Befragten (50 Prozent) an, dass sie die gesamtwirtschaftliche Situation eher oder sehr stark beschäftigt. Etwas weniger von ihnen, 36 Prozent, beschäftigt die Unsicherheit in Bezug auf die eigene berufliche Situation. Auch soziale Isolation und Einsamkeit sowie der Bedarf nach zuverlässigen Informationen zur aktuellen Lage erreichen mit jeweils 36 Prozent und 35 Prozent ähnlich hohe Werte. Finanzielle Einbussen beschäftigen dagegen nur 29 Prozent eher oder sehr stark.

Robert Bertschinger sagt zu den Resultaten: «Das auslaufende Arbeitsjahr wird von den Berufstätigen differenziert betrachtet. Trotz der vielen Herausforderungen wurde 2020 von der Mehrheit als persönlich befriedigend wahrgenommen. Gerade beim Thema Arbeiten ausserhalb des Büros war für viele Berufstätige und Unternehmen die Lernkurve steil. Das dadurch angeeignete neue Wissen und die Aussicht auf ein Abflachen der Pandemie im Laufe des nächsten Jahres lässt hoffentlich viele von ihnen mit Zuversicht ins neue Arbeitsjahr starten.» (XING/mc/pg)

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