Auswirkungen der Aufhebung des Euro-Franken-Mindestkurses

Stefan Heitmann
Stefan Heitmann, CEO MoneyPark. (Foto: MoneyPark)

Stefan Heitmann, CEO MoneyPark. (Foto: MoneyPark)

Nach langer Diskussion wurde der Euro-Franken-Mindestkurs Anfang des Jahres von der Schweizer Nationalbank (SNB) aufgehoben. Vorangegangen waren ausführliche Diskussionen. Besonders die Angst, dass ein Abrücken vom Euro-Franken-Mindestkurs zu einer Deflation führen würde, machte vielen Experten zu schaffen.

Anfang 2015 verkündete die Schweizer Nationalbank schließlich, dass sich die Unterschiede in der geldpolitischen Ausrichtung der bedeutenden Währungsräume signifikant verstärkt hätten und diese Entwicklung auch zukünftig zu erwarten sei. Der drei Jahre zuvor eingeführte Mindestkurs wurde daraufhin abgeschafft. Ursprünglich sollte er verhindern, dass der Euro unter die Marke von 1,20 Franken fällt. Eine übermäßige Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro sollte so vermieden, einem Aufwertungsdruck und massiven Käufen fremder Währung vorgesorgt werden.

Zinssätze steigen leicht an
Die jetzige Entscheidung der Schweizer Nationalbank wirkt sich für Verbraucher vor allem durch die Kredit- und Hypothekenzinsen in der Schweiz aus. Schweizer Finanzintermediäre wie Moneypark haben allerdings festgestellt, dass sich die schlimmsten Befürchtungen einer Deflation nach Abschaffung des Mindestkurses nicht bestätigt haben. Die Zinsen sind direkt nach der Abschaffung zwar extrem gesunken, stabilisierten sich aber wieder. Direkt nach Bekanntgabe der Entscheidung war der Euro-Franken-Kurs kurzzeitig um bis zu 29 Prozent gefallen, die Börse hatte insgesamt 11 Prozent verloren. Kurzzeitig gab es Festhypotheken mit einer Laufzeit von 10 Jahren für einen Jahreszins unter 1,2 Prozent.

Zinsen steigen, bleiben aber auf tiefem Niveau
Inzwischen befinden sich die Zinsen aber wieder auf dem Niveau von Dezember 2014, der Zeit vor der Entscheidung der Schweizer Nationalbank. Festzinssätze für 10 Jahre liegen bei 1,38 Prozent, für fünf Jahre bei 1,06 Prozent – natürlich immer abhängig von der Kreditsumme. Nach Einschätzung der Experten von Moneypark werden die Zinsen in den nächsten 12 bis 18 Monaten weiter leicht steigen, trotzdem aber auf einem relativ niedrigen Niveau bleiben. Derzeit ist es somit weiterhin sinnvoll, lange Festzinsen mit seiner Bank zu vereinbaren. Ein flexibler Zinssatz ist unter Umständen aktuell ein wenig günstiger, wird aber schon mittelfristig teurer werden. (Moneypark/mc/hfu)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.