CS erhöht Rückstellungen für Rechtstreitigkeiten – hoher Verlust im Q4

Credit Suisse
Credit Suisse-Hauptsitz in Zürich. (Foto: Credit Suisse)

Credit Suisse-Haupsitz in Zürich. (Bild: Credit Suisse)

Zürich – Die Credit Suisse passt ihr Ergebnis des vierten Quartals 2013 ein zweites Mal an. Mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichtes kommunizierte die Grossbank eine Erhöhung der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 468 Mio nach Steuern. Damit weist die CS für das vierte Quartal 2013 nun einen Reinverlust von 476 Mio CHF aus.

Anlässlich der ursprünglichen Präsentation ihres Ergebnisses für das Schlussquartal 2013 Anfangs Februar präsentierte die Bank noch einen Gewinn von 267 Mio. Dieser wurde nach erzielter Einigung im Rechtsstreit mit der Federal Housing Finance Agency (FHFA) ein erstes Mal nach unten und zwar auf einen Verlust von 8 Mio korrigiert.

Insgesamt erhöhte die CS ihre Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten zu Lasten des Ergebnisses des vierten Quartals 2013 um 468 Mio CHF nach Steuern. Der Hauptteil der zusätzlichen Vorsorge – konkret 425 Mio – steht im Zusammenhang mit den noch nicht abgeschlossenen Untersuchungen der Steuerangelegenheit durch das US-Justizministerium.

895 Mio an Rückstellungen für US-Steuerstreit
Damit belaufen sich die Rückstellungen für die US-Steuersache nun auf total 895 Mio nach zuvor 470 Mio CHF. Die Bank kooperiere weiter mit den Behörden in den USA und der Schweiz, um die Angelegenheit in einer verantwortungsbewussten und mit den rechtlichen Verpflichtungen der Bank kompatiblen Art und Weise zu lösen, ist im Geschäftsbericht zu lesen.

Insgesamt hat die Grossbank per Ende 2013 Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten von 2,33 Mrd CHF in ihren Büchern. Damit hat sich der Betrag gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

Für das Gesamtjahr 2013 weist die CS nun neu einen Vorsteuergewinn (Kernergebnis) von 3,5 Mrd nach 1,9 Mrd im Vorjahr aus. Der ausgewiesene, den Aktionären zurechenbare Reingewinn für 2013 stieg um 72% auf 2,3 Mrd. Per Ende 2013 lag die Look-through Total Capital Ratio der Credit Suisse bei 15,7%, die Quote des harten Kernkapitals (CET1) nach Basel III (auf Look-through Basis) bei 10,0% und die Quote des harten Kernkapitals (CET1) nach Basel III bei 15,7%.

Börse bleibt gelassen
An der Börse werden die zusätzlichen Rückstellungen gelassen aufgenommen. Die CS-Aktien notieren im frühen Handel im Rahmen des Gesamtmarktes um den Vortagesschluss.

Für die ZKB zeigt die erneute starke Korrektur der Rückstellungen die grosse Unsicherheit in dieser Angelegenheit. Nach der Erhöhung scheinen die gesamthaft getätigten Rückstellungen für die Analysten des Kantonsinstituts nun angemessener. Damit nehme die diesbezügliche Unsicherheit ab. Allerdings dürfte für die ZKB aber der negative Beigeschmack der abermaligen Korrektur des Ergebnisses 2013 überwiegen, weshalb die Analysten eine negative Kursreaktion erwarten.

CS schlägt Severin Schwan und Sebastian Thrun zur Wahl in den VR vor
Die Credit Suisse schlägt an der Generalversammlung vom 9. Mai 2014 Severin Schwan und Sebastian Thrun zu Wahl in den Verwaltungsrat vor. Sie folgen damit auf Walter Kielholz und Peter Brabeck-Letmathe, die nach der diesjährigen Generalversammlung aus dem Verwaltungsrat ausscheiden, wie die Credit Suisse am Donnerstag weiter mitteilte. Kielholz war 15 Jahre VR-Mitglied und von 2003 bis 2009 Präsident. Brabeck gehörte dem Verwaltungsrat 17 Jahre an und war von 2000 bis 2005 und seit 2008 Vize-Präsident. VRP Urs Rohner und die weiteren Mitglieder des Verwaltungsrates stellen sich zur Wiederwahl für eine Amtsdauer von einem Jahr zur Verfügung, wie es hiess.

Zur Zuwahl von Severin Schwan und Sebastian Thrun sagte Rohner, mit den beiden würden zwei Führungspersönlichkeiten in den Verwaltungsrat aufgenommen, «deren grosse Erfahrung uns helfen wird, unsere auf Kundennutzen und Innovation ausgerichtete Strategie konsequent umzusetzen». Schwan ist seit 2008 CEO von Roche. Thrun ist Mitgründer und CEO von Udacity, einer Online-Universität, Google Fellow sowie Gründer und Leiter der Forschungsabteilung Google X sowie seit 2003 Forschungsprofessor an der Stanford Universität.

An der kommenden Generalversammlung stellt der VR zudem einen Antrag auf Statutenänderungen zur Umsetzung der neuen Verordnung des Bundesrats gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften. (awp/mc/ps)

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