Deutsche Wohnen bietet 4,6 Mrd Euro für LEG Immobilien

Michael Zahn

Michael Zahn, CEO Deutsche Wohnen AG. (Foto: DW)

Frankfurt am Main – Im boomenden deutschen Immobilienmarkt steht eine neue Milliardenübernahme an. Die Frankfurter Deutsche Wohnen AG und die kleinere Düsseldorfer Rivalin LEG Immobilien wollen sich zusammenschliessen, wie beide im MDax notierten Unternehmen mitteilten. Den Aktionären der LEG bietet Deutsche Wohnen dazu 3,3 neue eigene Aktien für jedes LEG-Papier und bewertet das Unternehmen damit mit 4,62 Milliarden Euro. Das ist ein Aufschlag von rund 13 Prozent auf den aktuellen Börsenwert.

Für die neuen Aktien will die Deutsche Wohnen bei einer ausserordentlichen Hauptversammlung im Oktober eine Kapitalerhöhung beschliessen. Dabei sollen zusätzlich zu den bereits bestehenden 336,43 Millionen Aktien bis zu 213,13 Millionen neue Aktien ausgegeben werden.

Synergien und mehr Gewinne
Geht alles glatt und nehmen mehr als 50 Prozent der Aktionäre das Angebot an, soll die Übernahme bei Zustimmung der Kartellbehörden bereits Ende 2015 unter Dach und Fach sein. Aus dem Zusammenschluss erhoffen sich die Manager, von denen unter anderem zwei aus dem bisherigen LEG-Vorstand in das Führungsgremium der Deutsche Wohnen einziehen sollen, die Schaffung eines führenden europäischen Wohnimmobilienunternehmens, Synergien und höhere operative Gewinne. Deutsche Wohnen rechnet mit einer Steigerung der für die Immobilienwirtschaft wichtigen Kennzahl FFO (Funds from operations) im niedrigen zweistelligen Bereich.

Deutsche Wohnen ist nach Marktkapitalisierung (8,02 Mrd Euro) das zweitgrösste Immobilienunternehmen Deutschlands. Höher bewertet ist Vonovia (13,90 Mrd Euro), die bis vor kurzem noch unter dem Namen Deutsche Annington bekannt war und in den deutschen Leitindex Dax aufsteigt. Hieran lässt sich unter anderem die rasant gestiegene wirtschaftliche Bedeutung der Branche ablesen, die in den vergangenen Jahren von der hohen Nachfrage nach Wohnraum, als auch den Niedrigzinsen profitiert hat. Damit einher gingen massive Investitionen von Anlegern in Immobilienwerte.

Übernahmewelle in der Branche
Zudem schwappt seit einiger Zeit eine Übernahmewelle durch den Immobiliensektor. So hatte sich Vonovia im vergangenen Jahr den Konkurrenten Gagfah für 3,9 Milliarden Euro einverleibt und auch danach noch weiter zugekauft. Deutsche Wohnen wiederum übernahm den Wettbewerber GSW im Jahr 2013 und beschaffte sich jüngst im Juni über eine Kapitalerhöhung frisches Geld im Volumen von gut 900 Millionen Euro. (awp/mc/pg)

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