Ein Einfamilienhaus in Genf – oder neun zum gleichen Preis in Schüpfen

Immobilien
Teures Pflaster: Immobilien an den Gestaden des Lac Léman. (Photo by Haut Risque on Unsplash)

Zürich – In den vier liquidesten Marktregionen der Schweiz (Zürich, Nordwestschweiz, Bern, Genfersee) haben die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen 2019 gegenüber dem Vorjahr um 3,3 % bzw. 1,7 % zugenommen. Die regionalen Durchschnittspreise variierten stark: Während in der teuersten Region Genfersee ein Einfamilienhaus im vergangenen Jahr im Durchschnitt CHF 1,305 Mio. kostete, musste in der preiswertesten Region Bern mit CHF 0,77 Mio. im Mittel 40 % weniger bezahlt werden. Auch die Unterschiede zwischen den teuersten und den günstigsten Gemeinden einer Region waren enorm, selbst bei Gemeinden, die relativ nahe beieinanderliegen. Die Analyse beruht auf den effektiven Verkaufspreisen des Swiss Real Estate Data Pools (SRED).

Die wichtigsten Fakten:

  • Die Preise von EFHs nahmen in allen vier untersuchten Regionen zu
  • Die Preise von Einfamilienhäusern stiegen am stärksten in den Regionen Nordwestschweiz (+4,8 %) und Genfersee (+3,6 %). In den Regionen Zürich und Bern nahmen die Objektpreise mit 3,4 % bzw. 2,0 % nur durchschnittlich bzw. unterdurchschnittlich zu.
  • Die Preise von Eigentumswohnungen stiegen nur noch in zwei Regionen
  • Die Preise von Eigentumswohnungen stiegen nur noch in der preiswertesten Region Bern (+7,4 %) und in der teuersten Region Genfersee (+3,6 %). In den Regionen Zürich und Nordwestschweiz hingegen sanken die Objektpreise um 3 % bzw. 1,5 %. Die Preise pro Quadratmeter Nettowohnfläche erhöhten sich dagegen in allen Regionen, am stärksten in der Region Zürich mit 6,7 %.

Enorme Preisunterschiede zwischen den teuersten und den günstigsten Gemeinden
Ein durchschnittliches Einfamilienhaus in der teuersten Gemeinde, der Stadt Genf, kostete CHF 3,57 Mio. Im bernischen Schüpfen erhielt man für den gleichen Preis mehr als neun EFHs. Noch extremer ist der Unterschied bei den Eigentumswohnungen: In Herrliberg liegt der Durchschnitt bei CHF 2,34 Mio., wofür es im bernischen Bannwald 13 Eigentumswohnungen gibt.

In der Berichtsperiode vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 wurden in den vier liquidesten Marktregionen rund 3’200 Einfamilienhäuser und 4’900 Eigentumswohnungen im SRED mit den effektiven Verkaufspreisen erfasst. Im Vorjahr waren es 3’100 und 4’500.

Einfamilienhäuser: in der Region Genfersee am teuersten, in der Region Bern am günstigsten
Mit einem Preisanstieg für Einfamilienhäuser von 3,6 % auf CHF 1,305 Mio. konnte die Region Genfersee ihre Spitzenposition als teuerste Region der Schweiz verteidigen. Am günstigsten liess sich der Traum vom eigenen Haus in der Region Bern verwirklichen. Im Durchschnitt kostete dort ein Haus CHF 0,77 Mio. Generell sind die regionalen Preisunterschiede bei den Einfamilienhäuser ausgeprägter als bei den Eigentumswohnungen. So lag der Unterschied bei den Einfamilienhäusern zwischen der günstigsten und der teuersten Region bei 44 %, bei Eigentumswohnungen dagegen nur bei 33 %.

Region Genfersee überholt Region Zürich bei den Preisen für Eigentumswohnungen
Eigentumswohnungen wurden im Vorjahresvergleich insgesamt 1,7 % teurer. Mit einem Preisanstieg von 3,6 % wurde für eine durchschnittliche Eigentumswohnung in der Region Genfersee CHF 0,865 Mio. bezahlt. Die Verkäufer in der Region Zürich mussten im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr eine Preisreduktion von 3 % auf CHF 0,82 Mio. hinnehmen. In der Region Nordwestschweiz wurde ebenfalls 1,5 % weniger für eine Eigentumswohnung bezahlt.

Interessanterweise stiegen die Preise pro Quadratmeter Wohnfläche in allen vier Regionen. Dies bedeutet, dass in den Regionen Zürich und Nordwestschweiz im Vorjahresvergleich vermehrt kleinere und somit preisgünstigere Wohnungen angeboten wurden. (mc/pg)

Home Market Price Analysis
Die Home Market Price Analysis ist eine jährlich erscheinende Analyse zur Entwicklung der effektiven Verkaufspreise von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen. Die Analyse deckt die vier Schweizer Regionen mit der höchsten Anzahl Eigenheimtransaktionen ab. Die Analyse ergibt ein regional differenziertes und nach Marktsegmenten aufgeschlüsseltes Bild über die Entwicklung der Verkaufspreise von Wohneigentum in diesen Regionen. Die Datenbasis bildet der Swiss Real Estate Data Pool (SRED). Er ist ein Non-Profit-Verein der Credit Suisse, der UBS und der Zürcher Kantonalbank und liefert die Verkaufspreise sowie weitere Objektmerkmale von allen von ihnen finanzierten Eigenheimtransaktionen in den Datenpool ein. homegate.ch publiziert die Analyse in Zusammenarbeit mit dem Swiss Real Estate Institute der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich.

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