Ein Königreich für Wohlstand und Wandel

Ein Königreich für Wohlstand und Wandel

Saudiarabiens König Abdullah Bin Abdulaziz Al-Saud lächelt von einem Hauswandgemälde in Riad.

Riad – Nach vereinzelten Protesten junger Saudis im März, die vom Arabischen Frühling in Tunesien und Ägypten inspiriert waren, reagierte Saudi-König Abdullah schnell. Mehrausgaben von 130 Milliarden Dollar, die nicht im Haushalt 2011 vorgesehen waren, sagte der Monarch seinen Bürgern zu, um Strassen, Schulen und Häuser zu bauen. Und vor allem, um Jobs zu schaffen. Seitdem herrscht Ruhe im Königreich, doch ein Wandel ist unübersehbar.

(Text u. Bilder: Gérard Al-Fil)


König Abdullah Bin Abdulaziz Al-Saud ist allgegenwärtig in der Hauptstadt Riad, doch ein massloser Personenkult findet nicht statt.

Vorteil Saudiarabien: Erdölreichtum. Auf schätzungsweise 266 Mrd. Tonnen Ölvorräten sitzt das Land. Bild: Öltanks nahe der Hafenstadt Al-Khobar am Persischen Golf. Der IWF traut der saudiarabischen Wirtschaft im 2011 7,5 Prozent Wachstum zu.


Und doch ist in dem Golfstaat nicht alles Gold was glänzt. Zwei Drittel der 24 Millionen Saudis sind unter 25 Jahre. Die Finankrise hat die Arbeitslosigkeit auf über 10 Prozent hochschnellen lassen.

Um mehr Auslandsinvestitionen zu locken, hat Zentralbankchef Mohammed Al-Dschasser ausländische Banken zugelassen.


Aufgrund der Strenge in ihrer Heimat (keine Kinos, keine Theater, …) reisen Saudiaraber gerne. Die königliche Saudi Arabian Airlines (im Bild eine Boeing 747) fliegt mit 136 Maschinen zu 80 Flugzielen weltweit, darunter nach Genf.

Immer mehr Frauen im Königreich gründen eigene Unternehmen und halten in ihren Familien finanziell das Heft in der Hand.

Einen angeblichen Zwang für Frauen, Schleier oder Kopftuch zu tragen, wie das oft in westlichen Medien kolportiert wird, existiert in Saudiarabien nicht mehr. Das schwarze Gewand Abaya reicht aus.

Rush Hour in Riad: obwohl es kein Gesetz gibt, das den Damen das Autofahren verbietet, stellen die Behörden nur Männern eine Fahrerlaubnis aus. Allerdings ignorieren immer mehr Saudiaraberinnen vor allem in den ländlichen Regionen diese Restriktion und setzen sich ans Steuer.

Symbol des Fortschritts: am 16 Mai 2011 weihte Saudi-König Abdullah die Princess Nora Bint Abdulrahman Frauen-Universität für 50,000 Studentinnen ein.

Die Menschen sind stolz, dass ihr Land mit Mekka und Medina die Heiligen Stätten des Islam beherbergt. Das Islamische Recht, die Scharia, ist in Saudiarabien oberstes Gesetz.

Der 302 Meter hohe Kingdom Center Tower in Riad ist Hauptsitz der Kingdom Holding des Prinzen und Grossinvestors Prinz Al-Waleed, der u. a. an Citigroup und Apple Inc. Anteile hält.

Luxus pur vor dem Faisaliah Hotel in Riad.

Das Faisaliah Hotel, das der US-amerikanischen Rosewood-Gruppe gehört, ist die bevorzugte Adresse Schweizer Private Banker mit saudischem Kundenstamm.

Das Faisaliah ist übrigens auch ein mutiges Hotel, das es seinen Gästen noch gestattet, in der Lobby zu rauchen.

Ölvorratstanks des Staatskonzerns Saudi-Aramco. Neben dem schwarzen Gold verfügt Saudiarabien im Westen des Landes über immese Vorkommen an Gold, Silber, Platin, Kupfer und Gips. Grund für Jason Peers, CEO der Jasper Group of Companies zu sagen, Saudiarabien habe das Potenzial ein «zweites Australien» zu werden.

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