Ethisches Verhalten des Chefs schlägt oft übel um

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Wutgeste: Kommt oft von den Besten.

East Lansing – Wenn ein Vorgesetzter Geschäftsentscheidungen nach ethischen statt reinen Profit-Kriterien trifft, bekommen das am Ende oft die Mitarbeiter ab. Das zeigt eine Studie der Michigan State University. Die Ursache: Ethisches Verhalten führt zu mentaler Erschöpfung und bewirkt ein Phänomen namens «Moral Licensing». Die Führungskraft glaubt dann, sie habe durch ihre gute Tat einen moralischen Freibrief für schlechtes Verhalten erworben. Unternehmen können aber bei beiden Auslösern gegensteuern, so die Wissenschaftler.

Ethik hat eben ihren Preis
Wenn Führungskräfte «das Richtige» tun, anstatt einfach das, was am meisten Profit verspricht, hat das oft seinen Preis: «Sie werden am nächsten Tag eher ausfällig gegenüber Untergebenen», sagt Russell Johnson, Management-Professor an der Michigan State. Das umfasst Verspotten und Beleidigungen ebenso wie Mitarbeiter mit Schweigen zu strafen oder auf alten Fehlern herumzureiten. Das hat die Studie gezeigt, für die sein Team 172 Supervisoren in verschiedenen Sektoren von Handel bis Gesundheitswesen beobachtet hat.

Gründe für schlechtes Führungsverhalten sind mentale Erschöpfung durch ethisches Verhalten sowie eben der vermeintliche moralische Freibrief. Wenn Manager regelmässige Pausen machen, ausreichend Schlaf bekommen und ausserhalb des Büros von der Arbeit abschalten, beugt das mentaler Erschöpfung vor. Wenn Unternehmen formal ethisches Verhalten vorschreiben, kann das ebenfalls helfen. «Es fällt Menschen schwerer, das Gefühl zu entwickeln, sie hätten etwas gut, wenn sie etwas Verpflichtendes machen», erklärt Johnson. Führungskräfte, von denen ethisches Verhalten erwartet wird, geben sich also nicht so leicht selbst einen moralischen Freibrief für schlechtes Benehmen gegenüber Untergebenen. (pte/mc/ps)

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