Europäische Pensionskassen fürchten Inflationsschub

Anlage

Anleiherenditen auf historisch niedrigem Niveau fördern das Verlangen nach Diversifikation.

Zürich – Europäische Pensionskassen wollen sich gegen einen Inflationsschub schützen. In diesem Umfeld hält der Abbau der Aktienquote an, insbesondere bei inländischen Aktien. Im Bestreben, die Portefeuilles besser zu diversifizieren, erwägen Pensionskassen Alternativen innerhalb ihrer Nominalwertanlagen und versuchen vermehrt, vom Wachstum der Schwellenländer zu profitieren.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine europaweite Studie des Beratungsunternehmens Mercer. Europäische Pensionskassen sind angesichts der nach wie vor volatilen Märkte zunehmend besorgt über die möglichen Auswirkungen von Inflationsschocks auf ihre Portefeuilles. Dies ist das Ergebnis einer europaweiten Studie von Mercer, in deren Rahmen 1’100 europäische Pensionskassen mit einem Vermögen von insgesamt mehr als CHF 740 Milliarden berücksichtig wurden. 80% der Befragten machen sich heute mehr Sorgen über die steigende Inflation als im vergangenen Jahr und viele ergreifen Massnahmen, um ihr Anlagevermögen zu schützen.

Sofortmassnahmen gegen mögliche Schocks geplant
Die Studie zeigt, dass 38% der Pensionskassen, welche wegen der Inflation besorgt sind, Sofortmassnahmen planen, um sich vor möglichen Schocks zu schützen. 18% planen eine Erhöhung der Allokation in inflationsgebundene Obligationen, 5% nehmen eine Allokation in mit der Inflation korrelierenden Anlagen vor, 3% in Inflations-Swaps. Die verbleibenden 12% haben andere Massnahmen ergriffen, wie beispielsweise die Einführung von Auslösemechanismen, die bei ihrer Aktivierung die Allokation in inflationsgebundene Obligationen oder Swaps erhöhen. “Die vergangenen 12 Monate waren durch allgemeines Unbehagen und abrupte Umschwünge von Optimismus hin zur Furcht und wieder zurück gekennzeichnet. Durch die vielerorts lockere Geldpolitik wurde ein ideales Umfeld für ein Wiederauftreten der Inflation geschaffen, was vielen Pensionskassen Sorge bereitet“, so Sven Ebeling, Leiter des Bereichs Investment Consulting bei Mercer in der Schweiz.

Trends in der Asset Allocation
Pensionskassen sowohl in Irland als auch in Grossbritannien legen traditionellerweise ihren Schwerpunkt auf Aktien. Dieses Verhalten hat sich im Vorjahresvergleich aber abgeschwächt. In Grossbritannien liegt die Allokation in Aktien derzeit bei noch 47% (50% im Jahr 2010). Dies sind 20 Prozentpunkte weniger als bei Veröffentlichung der ersten Mercer-Studie im Jahr 2003. Ein Grossteil der jüngsten Verringerung in Grossbritannien fand bei den inländischen Aktienportefeuilles statt, welche von 28% im Jahr 2009 auf nunmehr 21% geschrumpft sind. Irische Pensionskassen haben seit 2010 eine Rekordsenkung ihrer durchschnittlichen Aktienquote von 59% auf 50% erfahren. Die Allokation in Aktien im restlichen Europa ist nach wie vor gering, insbesondere für zahlreiche Pensionskassen in Deutschland (5%), was auf regulatorische Vorgaben zurückzuführen ist. In den Niederlanden halten Pensionskassen hingegen eine durchschnittliche Aktienquote in Höhe von 26%, in der Schweiz beträgt diese gar 30%.

Verlangen nach diversifiziertem Engagement
In den kommenden 12 Monaten planen 23% der europäischen und 35% der britischen Pensionskassen ihr Engagement in inländischen Aktien zu verringern, während 20% aller Pensionskassen planen, ihr Engagement in inländischen Staatsanleihen und/oder nicht-traditionellen Anlageklassen zu erhöhen. “Der konstante Trend weg von Aktien hat dazu geführt, dass die grösseren Pläne in ganz Europa inzwischen über ein signifikantes Engagement in inländischen Staatsanleihen verfügen“ meint Sven Ebeling. “Da sich die Anleiherenditen jedoch auf historisch niedrigem Niveau befinden, besteht nun das Verlangen, das Engagement zu diversifizieren, um das Renditeniveau des Portefeuilles zu steigern. Viele Pensionskassen denken daher über alternative Anleihemärkte nach, wie z.B. High Yield Bonds und Anleihen von Schwellenländern, aber auch über opportunistische Ideen wie Distressed- und Mezzanine-Anleihen.”

Erhöhung der Allokation in Distressed-Anleihen
Für die Zukunft versuchen europäische Pensionskassen, ihre strategische Allokation in diverse nicht-traditionelle Anlageklassen zu erhöhen. Durchschnittlich 22% der euro-päischen Pensionskassen planen, ihre Allokation in Anleihen von Schwellenländern zu erhöhen. Mehr als 6% der europäischen Pensionskassen planen eine weitere Diversifizierung über verschiedene Anleihemärkte hinweg, indem Sie die Allokation in Distressed-Anleihen erhöhen. “Angesichts des bescheidenen Wachstums, das für viele westliche Volkswirtschaften zu erwarten ist, sind die Wachstumsraten der Schwellenländer nach wie vor attraktiv. Pensionskassen konzentrieren sich daher nicht mehr nur auf Aktien aus Schwellenländern, um das reale Wachstumspotenzial dieser Märkte zu nutzen”, so Ebeling weiter. (Mercer/mc/ps)

Über Mercer
Mercer zählt zu den führenden internationalen Anbietern von Dienstleistungen in den Bereichen Personalvorsorgeberatung, Outsourcing von Pensionskassendienstleistungen, Investment Consulting und Human Capital Management. Mercer ist mit 17’000 Mitarbeitern in über 40 Ländern tätig und betreut weltweit über 20’000 Kunden. Das Unternehmen ist Teil der Marsh & McLennan Companies, Inc. (www.mmc.com). Die Aktie der Muttergesellschaft ist mit dem Ticker-Symbol MMC an den Börsen New York, Chicago und London notiert.

Über Mercer (Switzerland) SA
In der Schweiz ist Mercer mit derzeit rund 150 Mitarbeitenden an den Standorten Zürich, Genf und Nyon vertreten und bietet ihren Kunden ein umfassendes Dienstleistungsangebot, das von der vorsorgerechtlichen Beratung, Geschäftsführung und Administration von Pensionskassen, Rechnungslegung von Vorsorgeverbindlichkeiten bis hin zum Investment Consulting reicht. Darüber hinaus unterstützt Mercer Unternehmen im Bereich von Human Capital- und Vergütungsmanagement.

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