EY: Konfrontiert mit dem digitalen Umbruch – die künftige Rolle des CFO

Stefan Rösch
Stefan Rösch, Managing Partner und Transaction Advisory Services Leader bei EY Schweiz. (Foto: EY)

Zürich – Jahrzehntelang bestanden die Hauptaufgaben des CFO darin, Risiken zu mindern, Berichte über den Status quo vorzulegen und Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Gerüstet mit innovativen Tools und Business Insights in bisher ungekannter Breite und Tiefe haben CFOs nun die Gelegenheit, ein Rollenbild mit einem vollkommen neuen Leistungsversprechen zu gestalten. Der Grund dafür sind digitale Megatrends wie künstliche Intelligenz, Blockchain und Roboter-Prozessautomatisierung, die in vielen Unternehmensfunktionen einen grundlegenden Wandel bewirkt haben – ausser im Finanzbereich, der sich das neue Paradigma bisher nur langsam zu eigen macht.

Transformation wesentlicher Aufgaben der Finanzfunktionen
Laut dem «Swiss CFO Survey 2018», einer von EY durchgeführten Befragung von über 2’000 CFOs (oder gleichrangigen Entscheidungsträgern in Finanzfragen), stellen sich immer mehr CFOs auf eine anstehende Transformation der wichtigsten Aufgaben und Zuständigkeiten der Finanzfunktionen ein. So wird eine grundlegende Verlagerung von den traditionellen Tätigkeiten – die derzeit fast ein Drittel der Zeit eines CFO in Anspruch nehmen – hin zur Datenanalyse (plus 22 Prozent), strategischen Beratung (plus zehn Prozent), zum Talentmanagement (plus 13 Prozent) und Datenmanagement (plus zwei Prozent) erwartet. Dies mit dem Ziel die Wertschöpfung in der gesamten Organisation zu optimieren.

Neben den traditionellen Tätigkeiten in den Bereichen Compliance und Risikomanagement werden diese Aufgaben die wichtigsten Prioritäten sein. Überdies bietet sich den Finanzfunktionen die Gelegenheit, ihr Dienstleistungsangebot umzugestalten und ein wertvoller Partner für die gesamte Organisation zu werden.

Übernahme neuer Technologien als wesentliche Voraussetzung
Zwei Drittel der befragten CFOs gehen davon aus, dass ihre Bedeutung der strategischen Beratung für die Unternehmensführung in den nächsten fünf Jahren zunehmen wird. CFOs leiten bereits etwa 60 Prozent aller Wertschöpfungsprogramme in ihrer Organisation. Neben dem digitalen Umbruch (22 Prozent) verlangen hauptsächlich der internationale Wettbewerbsdruck (50 Prozent), die hohen Arbeitskosten im Inland (27 Prozent) und externe Turbulenzen (20 Prozent) nach einer stärkeren Wertschöpfung. Finanzverantwortliche werden jedoch eine Reihe neuer digitaler Technologien wie Cloud-Lösungen und hochentwickelte Analytik nutzen müssen, um mit der Entwicklung Schritt halten zu können.

Die rasche Übernahme von Technologien ist eine wesentliche Voraussetzung für die digitale Finanzfunktion, doch sie geht auch mit zunehmenden Bedrohungen für die Datensicherheit und die Integrität des Internets einher: Über 60 Prozent der befragten CFOs betrachten Datensicherheit und Cyber-Angriffe als derzeit grösste Risikoquellen für ihre Organisation.
Investitionen in vorhandene und neue Teammitglieder

Die Finanzbezogene Beruf der Zukunft wird zudem qualifizierte Fachkräfte mit vollkommen anderen Kompetenzen benötigen. Die befragten CFOs gaben an, fachliche Kompetenzen zur Unterstützung der vorhandenen Mitarbeiter zu entwickeln (54 Prozent), Mitarbeiter mit den richtigen Fähigkeiten zu finden (53 Prozent) und die funktionsspezifischen Fähigkeiten der vorhandenen Mitarbeiter entwickeln zu müssen (46 Prozent).

Helmut Rattenberger, Associate Partner bei EY in der Schweiz, erläutert: «Vielen CFOs, mit denen wir täglich Gespräche führen und zusammenarbeiten, ist bewusst geworden, wie entscheidend das Aufgreifen disruptiver Technologien für den langfristigen Erfolg ihres Unternehmens ist. Die Digitalisierung bietet reichlich Wettbewerbsmöglichkeiten, birgt aber auch das Risiko, ins Hintertreffen zu geraten, wenn die Entwicklung der digitalen Strategie zu reaktiv erfolgt.»

«CFOs befinden sich in einer einzigartigen Lage, um die Leistung ihrer Organisationen einzuschätzen. Sie können ihren Puls fühlen und ihr Potenzial, ihre Stärken und Schwächen ermitteln – bis ins kleinste Detail und sogar in Echtzeit. Der CFO ist derjenige, der die Portfoliostrategie seiner Organisation bestimmen und sogar übergeordnete Entscheidungen bezüglich der Allokation von Ressourcen treffen sollte», so Stefan Rösch, Managing Partner und Transaction Advisory Services Leader bei EY Schweiz.

Raphael Maccagnan, Executive Director bei EY Schweiz, kommentiert: «Im Moment ist die Reife für den Wandel hin zum künftigen Rollenbild des CFO unterschiedlich ausgeprägt. Allen CFOs ist jedoch bewusst, wie grundlegend der Umbruch im aktuellen Umfeld ist. Sie alle möchten verstehen, wie sie dazu beitragen können, neue Wege der Wertschöpfung zu beschreiten.»

«Neben vereinzelten Bemühungen um die Einstellung quantitativer Analysten für das Risikomanagement haben die meisten Finanzabteilungen von Unternehmen bisher nur wenig getan, um die wachsende Lücke bei den qualifizierten Fachkräften zu schliessen. Abgesehen von der Rekrutierung fehlender Fachkräfte ist die Weiterbildung vorhandener Mitarbeiter in der Finanzabteilung eine wesentliche Voraussetzung», so Achim Bauer, Partner bei EY Schweiz. (EY/mc)

Über die Studie
Der «Swiss CFO Survey 2018» zeigt die Ergebnisse einer Online-Befragung von über 2’000 CFOs (oder gleichrangigen Entscheidungsträgern in Finanzfragen) in allen bedeutenden Branchen der Schweiz. Die Befragung wurde im November und Dezember 2017 durchgeführt. 23 Prozent der Befragten arbeiten für Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 10 Millionen CHF und 60 Millionen CHF.

Über die globale EY-Organisation
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