«Flucht» in die Berge lässt Preise für Ferienimmobilien in die Höhe schnellen

Chalet
(Photo by Fabio Fistarol on Unsplash)

Zürich – Ferien zu Zeiten von Corona sind schwierig. Abhilfe kann dabei das eigene Feriendomizil schaffen. Das dachten sich 2020 wohl viele Menschen und sorgten mit der höheren Nachfrage besonders bei Immobilien im begehrten Alpenraum für teils kräftige Preisanstiege.

So stiegen die Preise für Ferienwohnungen einer aktuellen Studie der UBS vom Mittwoch zufolge im Durchschnitt um 4 Prozent. Das sei der stärkste Anstieg seit 2012, so die Experten. Besonders gefragt waren hierbei teure Destinationen mit Quadratmeterpreisen von über 10’000 Franken. Hier mussten Interessenten im Schnitt 8 Prozent mehr auf den Tisch legen. In den günstigeren Ferienorten betrug der Preisanstieg indes nur rund 2 Prozent.

St. Moritz ist teuerster Alpenort
Der teuerste Ort in den Alpen ist derzeit St. Moritz im Engadin. Für eine Ferienwohnung im gehobenen Standard muss man derzeit knapp 17’000 Franken pro Quadratmeter zahlen. Immerhin satte 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Dichtauf folgt Gstaad mit 16’500 Franken (+3%), auf Platz drei liegt Verbier mit 14’600 Franken und einem Preisanstieg innert Jahresfrist von 9 Prozent.

Allerdings gab es auch Destinationen, die günstiger zu haben waren. So musste man für ein Feriendomizil in Samnaun fast 5 Prozent weniger als im Vorjahr hinlegen, eines in den Flumserbergen war 3 Prozent billiger zu haben.

Corona sorgt für viele Neu-Eigentümer
Die steigende Nachfrage nach Schweizer Ferienimmobilien kommt einerseits von den Schweizern selbst. Durch die Corona-Krise verbrachten viele ihre Ferien im Inland. Somit gewannen hiesige Ferienorte «quasi über Nacht» an Attraktivität, so die UBS. Damit entdeckten auch manche den Reiz einer möglichen Ferienwohnung im Eigentum. Neben der Ferienmöglichkeit bietet sie auch die Chance, das Home-Office kurzerhand in die Berge zu verlegen.

Aber auch ausländische Käufer sorgten für zusätzliche Impulse. Denn Schweizer Immobilien geniessen allgemein den Ruf einer sicheren Anlage und sind in wirtschaftlich schwierigen Zeiten entsprechend begehrt. Zudem sind laut UBS in den letzten fünf Jahren die Preise in Deutschland und Österreich deutlich stärker als hierzulande gestiegen, so dass der langfristige Preis- und Wechselkursnachteil Schweizer Ferienwohnungen zumindest teilweise aufgewogen wurde.

Preisanstiege wohl nicht nachhaltig
Auch wenn die Preisanstiege wohl in diesem Jahr noch anhalten dürften, sollte der Ansturm auf Ferienwohnungen mittelfristig wieder nachlassen, so die Experten weiter. Neben dem sinkenden Interesse aufgrund der hohen Preise dürften zudem viele Kaufentscheide vorgezogen worden sein. Zudem sollte, wenn Corona nicht mehr den Alltag und die Auslandsreisen beschränkt, die Nachfrage wieder sinken.

Hinzu komme, dass einige Spontankäufer wahrscheinlich die Unterhaltskosten einer Ferienwohnung unterschätzt und die Mieterträge bei Vermietung an Touristen überschätzt hätten. Damit dürften einige Objekte auch wieder verkauft werden und somit das Angebot erhöhen. Durch den vorherrschenden Baustopp von Zweitwohnungen werde es allerdings keine starke Angebotsausweitung geben, und somit dürfte das Rückschlagspotenzial begrenzt sein, so die Autoren der Studie. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.