Forschung sprengt neue Grenzen für Präzisionsuhren

Forschung sprengt neue Grenzen für Präzisionsuhren

Ewiger Kalender Patek Philippe Referenz 5550P (l.); Girard-Perregaux Constant Escapement Uhr (r.). (Bild: CSEM)

Neuenburg – Das Schweizer Forschungs- und Entwicklungszentrum CSEM gehört zu den Gewinnern des EARTO-Innovationspreises 2013. Der Preis wird Innovationen verliehen, die zu wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Wachstum beitragen. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an das CSEM für die Entwicklung von Silizium-basierten Mikro-Komponenten in der Schweizer Uhrenindustrie und den damit verbundenen Beitrag für die weltweite Wettbewerbsfähigkeit.

«Es ist eine grosse Ehre für uns, dass das CSEM in diesem Jahr mit dem EARTO-Preis ausgezeichnet wird», erklärte Georges Kotrotsios, Mitglied der CSEM Geschäftsleitung, der den Preis in Brüssel entgegennahm. «Genau so, wie Resonatoren aus Quarz-Kristallen vor 40 Jahren den Bereich Uhrendesign revolutioniert haben, stehen Mikrokomponenten aus Silizium und auf Waferbasis produziert für eine neue Generation von Hochleistungs-Uhren und für eine Verjüngung der Uhrenindustrie». Die Uhrenindustrie ist einer der wenigen Sektoren, die ein kontinuierliches Wachstum verzeichnen. Entscheidender Image-Faktor ist dabei die Innovation: die Einführung des Siliziums, einem Material, welches normalerweise der Mikroelektronik und Mikrogeräten vorbehalten ist, ermöglicht verbesserte Leistungen und neue Architekturen und leistet einen deutlichen Beitrag zum Image einer innovativen Industrie.

Heiliger Gral der Uhrenindustrie
Sozusagen der Heilige Gral der Uhrenindustrie wurde dank des bahnbrechenden Einsatzes von Silizium ermöglicht: bisher unerreichte Präzision und Zuverlässigkeit mit weniger Wartung. Uhren büssen weder in der Nähe von elektromagnetischen Feldern noch bei extremen Temperaturschwankungen, externen Schocks oder aufgrund von Schmierstoffen an Präzision ein. In den letzten Jahren hat das CSEM in enger Zusammenarbeit mit weltweit bekannten Marken wie Patek Philippe, Girard-Perregaux oder Swatch Group zusammengearbeitet, um neue bahnbrechende Technologien mit Silizium im Bereich der mechanischen Uhren einzusetzen: die Uhrenmacher konnten eine völlig neuartige Generation von Mikrokomponenten herstellen, und Uhren-Mechanismen hervorzubringen die bisher technisch schlicht nicht umsetzbar waren. Die Verwendung von Silizium stellt nicht nur sicher, dass eine neue Generation von Hochleistungsuhren produziert werden kann, sondern sorgt auch für qualitativ hochstehende Arbeitsplätze und den Erhalt von Know-how, sowie für mögliche Einsätze in Gebieten wie die Medizintechnik, die Maschinenindustrie für High-End Fabrikation und weitere industrielle Schlüsselbereiche, die allesamt den Produktionsstandort Europas stärken.

Schweizer Uhrenindustrie weltweit Nummer eins
Mit einer Produktion von über 30 Millionen Stückzahlen pro Jahr und einer 95% Abdeckung des Marktes für Uhren in der Preisklasse von 800 Euros ist die Schweizer Uhrenindustrie weltweit Nummer eins. Sie exportiert jedes Jahr für 17 Milliarden Euros Uhren. «Diese Innovation ist ein hervorragender Nachweis für die nationalen wirtschaftlichen Auswirkungen der Arbeit der Forschungsinstitutionen. Das CSEM hat mit der Entwicklung von innovativen Produkten entscheidend zur weltweiten Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz beigetragen » erläuterte Jan Mengelers, Präsident der EARTO, in Brüssel.

Internationale Jury
Der EARTO Innovationspreis wird jedes Jahr einem oder mehreren der 350 Mitglieder der European Association of Research and Technology Organisations verliehen, als Zeichen der Anerkennung für ihren Beitrag zu aktuellen Innovationen, die für Gesellschaft oder Wirtschaft bedeutend sind und durch Originalität und Praxistauglichkeit bestechen. Der EARTO Innovationspreis wurde in Anwesenheit von Anne Glover, Chief Scientific Adviser, Europäische Kommission in Brüssel verliehen. Die unabhängige international Jury bestand aus folgenden Personen: Leopold Demiddeleer, Direktor von Future Businesses, Solvay, Belgien; Satu Hassi, Mitglied des Europäischen Parlaments; Richard Hudson, Gründer und Verleger von Science|Business, London und Brüssel; Allyson Reed, Direktor Corporate Relations, Universität Warwick, Grossbritannien; Christopher John Hull, ehemaliger Generalsekretär, EARTO. (CSEM/mc/ps)

Über das CSEM
CSEM – ein Innovationszentrum
CSEM SA ist ein privates Forschungs- und Entwicklungszentrum, das sich auf Mikro- und Nanotechnologie, Mikroelektronik, Sys-tems Engineering, Photovoltaik und Kommunikationstechnologien spezialisiert hat. 2012 betrug der Anteil der Uhrenindustrie an den rund CHF 70 Millionen Einkommen des CSEM 21%. An die 400 hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus diver-sen wissenschaftlichen und technischen Bereichen arbeiten für das CSEM in Neuchâtel, Zürich, Basel, Alpnach und Landquart.  
Weitere Informationen siehe www.csem.ch

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