GVB verzeichnet weniger Schäden im ersten Halbjahr

Ueli Winzenried
Ueli Winzenried, Vorsitzender der GVB-Geschäftsleitung. (Foto: GVB)

Bern – Die Gebäudeversicherung Bern (GVB) verzeichnete im ersten Halbjahr einen Rückgang bei den Feuer- und Elementarschäden. Dies, obwohl Unwetter in mehreren Regionen beträchtliche Schäden verursachten. Erfreulich ist, dass immer mehr Hauseigentümer ihr Haus mit einem Blitzschutzsystem ausrüsten. Das wachsende Risikobewusstsein ist nicht zuletzt ein Erfolg für die Blitzschutzkampagne der GVB, die einen Teil der Investitionskosten übernimmt, wie der Versicherer am Freitag mitteilt.

Die Feuer- und Elementarschäden beliefen sich im ersten Halbjahr 2016 auf 27,2 Millionen Franken gegenüber 35 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Durch Brände entstanden Gebäudeschäden in der Höhe von 16,4 Millionen (2015: 20,5 Millionen) und als Folge von Elementarereignissen Schäden von 10,8 Millionen Franken (2015: 14,5 Millionen). Das konsolidierte Nettoprämienwachstum der GVB Gruppe bewegte sich im Rahmen des Vorjahres und ist insbesondere den erfolgreichen Produkten der GVB Privatversicherungen AG zu verdanken. Leicht positiv ausgefallen ist trotz Volatilität an den Märkten das Finanzergebnis der GVB Gruppe.

Zerstörerische Unwetter
In einzelnen Regionen des Kantons Bern ereigneten sich schwere Unwetter, die zu grossen Gebäudeschäden führten. So verursachten Gewitter am 28./29. Mai Schäden von über 7,6 Millionen Franken. Mit 5,3 Millionen entfiel der Hauptanteil auf Hagelschäden, gefolgt von Hochwasserschäden von 1,4 Millionen Franken. 164 Schäden durch Blitzeinschläge wurden registriert, mehrere davon lösten Brände aus. Über 2200 Schadensmeldungen gingen bei der GVB ein, am stärksten betroffen waren die Verwaltungskreise Bern-Mittelland und Frutigen-Niedersimmental. Bei einem weiteren Gewitter am 25. Juni war insbesondere das Seeland betroffen. Die Schäden durch Überschwemmungen beliefen sich bei diesem Ereignis auf rund 1,5 Millionen Franken.

Blitzschutzsysteme auf dem Vormarsch
Die Häufung von schweren Gewittern mit Blitzeinschlägen dürfte einer der Gründe sein, weswegen Hauseigentümer ihre Liegenschaft vermehrt mit einem Blitzschutzsystem ausrüsten. Zum wachsenden Risikobewusstsein leisten aber auch die Präventionskampagne der Gebäudeversicherung Bern und das entsprechende Echo in den Medien einen wichtigen Beitrag. So konnte die GVB in den ersten drei Monaten der Aktion bis Ende Juni bereits 52 freiwillig installierte Blitzschutzsysteme abnehmen und im Rahmen der Präventionskampagne mitfinanzieren. Viele Hauseigentümer haben sich im Zuge laufender Neu- oder Umbauprojekte kurzfristig entschieden, ein Blitzschutzsystem zu installieren und von der finanziellen Unterstützung durch die GVB zu profitieren und sorgten damit bei den örtlichen Handwerkern für ein zusätzliches Auftragsvolumen von rund 350 000 CHF. Für die meisten Liegenschaftsbesitzer ist die Investition in ein Blitzschutzsystem als Schutz von Menschen, Tieren und Sachwerten jedoch ein langfristiges Projekt. Aufgrund des starken Kundeninteresses hat sich die Gebäudeversicherung Bern deshalb entschieden, die Unterstützungsaktion bis mindestens Ende 2017 zu verlängern.

Weiterentwicklung des «Wetter-Alarm»
Auch in die Prävention von Wasserschäden hat die GVB investiert: ihre kostenlose App «Wetter-Alarm» warnt neu auch vor Hochwasser. Durch eine Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt konnte dieses langjährige Kundenbedürfnis realisiert werden.

Brandschutz für Flüchtlinge
Die GVB unternimmt seit einigen Jahren grosse Anstrengungen für den Brandschutz im Asylwesen. Zusätzlich zur halbjährlichen Überprüfung der Brandschutzmassnahmen in allen 51 derzeitigen Unterkünften organisiert sie neu auch regelmässige Evakuationsübungen. Darüber hinaus berät die GVB die Behörden bei der Planung neuer Unterkünfte in Fragen des Brandschutzes. Mit dem Engagement für die Sicherheit der Flüchtlinge nimmt der Kanton Bern schweizweit eine führende Rolle ein.

Beliebte Jugendfeuerwehr
102 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren, darunter 31 Frauen, besuchten die diesjährigen Jugendfeuerwehr-Basiskurse in Büren a. A. und Spiez. Beide Kurse waren damit ausgebucht. Die Teilnehmenden und die neun nebenamtlichen Feuerwehr-Instruktoren (darunter zwei Frauen), legten eine hohe Motivation an den Tag. Nach dem Besuch der jährlichen Weiterbildungskurse können die Jugendlichen im 19. Altersjahr in die Ortsfeuerwehr übertreten. Dies taten in den vergangenen Jahren durchschnittlich etwa 50 Prozent der Jugendfeuerwehrleute.

Feuerwehren im Dienst der Tour de France
Der Besuch der Tour de France 2016 vom 18. bis 20. Juli in Bern bedeutete für 24 Feuerwehren entlang der Strecke eine grosse Herausforderung. Das Feuerwehrinspektorat war als verantwortliche Koordinationsstelle der Feuerwehren im Führungsstab Sicherheit der Tour de France vertreten. In zahlreichen Vorbereitungssitzungen und während der Tour selbst half sie, den Einsatz der Feuerwehren zu planen und während der Durchfahrt sicherzustellen. Für ihren Zusatzaufwand erhielten die Feuerwehren zudem einen Finanzbeitrag der GVB.

Prominente Teilnehmer am SwissECS
Das erste Halbjahr mit seinen extremen Wetterereignissen bestätigte einmal mehr die Modelle der Klimaforscher, die die Zunahme von schweren Unwettern auf die Klimaerwärmung zurückführen. Tatsache ist, dass der vergangene Juni der 14. Monat in Folge war, bei dem ein neuer globaler Temperaturrekord verzeichnet wurde. Eine solche Serie gab es in der 136-jährigen Messreihe noch nie und verlangt nach Engagement für eine energieoptimierte Zukunft mit reduzierten Treibhausgasen. «Building Tomorrow» lautet denn auch das Motto des Swiss Energy and Climate Summit (SwissECS) vom 13./14. September in Bern. Bundespräsident Johann Schneider-Ammann wird die zehnte Ausgabe der von der GVB initiierten und bis heute als Hauptpartner unterstützten international beachteten Energie- und Klimakonferenz eröffnen. Auf der Liste der hochkarätigen Referenten ist auch Felipe Caldéron, Vorsitzender der Global Commission on the Economy and Climate. Der ehemalige Präsident von Mexiko wird über die internationale Klimapolitik und die Rolle der Wirtschaft sprechen. (GVB/mc/ps)

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