IHAG Kommentar: Geglückter Start ins neue Jahr…

Aktienhandel
(Bild: lassedesignen - Fotolia.com)

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Zürich – Der Start ins neue Börsenjahr ist in den USA (+11%) und der Schweiz (+15%) geglückt. Man muss in den Geschichtsbüchern dieser Märkte bis 1998 zurückblättern, um einen vergleichbar guten Jahresstart ausfindig zu machen. Getragen von tiefen Zinsen und offenen geldpolitischen Schleusen, guten Arbeitsmarktdaten und Unternehmenszahlen, die weiterhin positiv überraschen, wurde der Grundstein für diesen Erfolg bereits im Januar gelegt.

Die Anleger schöpften auch Zuversicht aus Draghi’s Aussagen, wonach das Schlimmste vorüber sei. Selbst die Regierungskrise in Italien, Korruptionsvorwürfe in Spanien, die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Grossbritanniens, das desaströse Krisenmanagement in Zypern oder das Säbelrasseln in Korea konnten Investoren nicht nachhaltig aus der Ruhe bringen. Einzig die – wie sich herausstellte – unbegründete Befürchtung um ein vorzeitiges Ende der Anleihenkäufe durch das FED belastete die Märkte vorübergehend.

Defensive Sektoren trugen zum positiven Ergebnis bei
Ungeachtet dessen erklommen die amerikanischen Leitindizes neue Allzeithöchststände und auch in der Schweiz wurden Mehrjahreshöchstwerte erreicht. Vor allem defensive Sektoren wie Pharma, Nahrung und Detailhandel trugen zum positiven Ergebnis bei. Während sich in den wichtigsten Schwellenländern (China, Brasilien, Indien) gedämpfte Konjunkturaussichten und enttäuschende Unternehmenszahlen (v.a. im Rohstoffsektor) negativ auf die Börsen auswirkten, zeichnete Europa ein differenzierteres Bild der Börsenentwicklung.

Beispielloses Konjunkturprogramm in Japan
Peripheriestaaten, die sich mit hausgemachten Problemen herumschlagen (Spanien, Italien, Zypern), wurden abgestraft, während «gesündere» Kernländer (Frankreich, Deutschland, UK) weiterhin in der Gunst der Investoren standen. Die bemerkenswerteste Aktienrally wurde indes im Land der aufgehenden Sonne erzielt (Nikkei +19%). Das beispiellose Konjunkturprogramm der Regierung unter Abe und die neue aggressive Geldpolitik der japanischen Notenbank, die eine Durchbrechung der Deflationsspirale bewirken soll, löste gleichzeitig eine massive Abwertung des Yens aus (-8%).

Der Euro büsste ebenfalls an Wert ein (-3%). Spiegelbildlich dazu legte der handelsgewichtete Dollar-Index nach langer Durststrecke wieder zu (+4%). Trotz gesundem Risikoappetit der Anleger stiegen die Renditen langfristiger Staatsanleihen der USA und der Schweiz kaum an. In Europa blieben die Renditen ebenfalls praktisch unverändert, selbst in Italien kamen die Renditen langfristiger Staatsanleihen kaum unter Druck. Die sinkende Nachfrage belastete das Gold (-5%).

Gefahren sind nicht verschwunden
In der Vergangenheit brachte der April jeweils saisonbedingt eine Börsenkorrektur. Es lässt sich auch jetzt nicht bestreiten, dass allenthalben Gefahren lauern. Insbesondere die politische Pattsituation in Italien und die möglichen – bisher allerdings ausgebliebenen – negativen Auswirkungen der automatischen Ausgabekürzungen in den USA («Sequester») sowie eine mögliche Eskalation der Koreakrise seien an dieser Stelle erwähnt.

Aktien bleiben attraktiv
Dennoch glauben wir, dass Aktien attraktiv bleiben. Für diese Einschätzung gibt es zahlreiche Argumente: Einerseits dürften das jüngste Quantitative-Easing-Programm des FED und dessen Tiefzinspolitik weiterhin unterstützend wirken – viele sprechen beim «QE III» auch von einem «Game Changer». Eine ähnliche Wirkung erzielt die EZB mit ihrem «OMT»-Programm sowie die Bank of Japan mit deren Version expansiver Geldpolitik.

Wachstum in den USA – Talsohle in Europa durchschritten
Andererseits rechnen wir unverändert damit, dass die USA dank robustem Privatkonsum und Häusermarkt mit ca. 2% wachsen können – selbst bei ausbleibender Einigung im Budgetstreit. Auch in Europa dürfte inzwischen die konjunkturelle Talsohle durchschritten sein. Hinzu kommt, dass die Unternehmen weiterhin in der Lage sein sollten, die moderaten Gewinnerwartungen zu übertreffen. Dann bleibt als Letztes zu erwähnen, dass der Mangel an Investmentalternativen für einen anhaltenden Geldstrom in Richtung Aktien sorgen dürfte. Dies würde auch eine PE-Expansion begünstigen.

Wir sehen attraktive Gelegenheiten bei zyklischen Werten (z.B. Chemie und Industrie), die zum Teil markant korrigiert haben und nun Aufholpotenzial besitzen. Weil wir davon ausgehen, dass die Zinsen am langen Ende mittelfristig anziehen werden, empfehlen wir weiterhin eher Anleihen mit kurzen Laufzeiten und raten unverändert zur Zurückhaltung bei Staatsanleihen.

Den positiven Ausblick für Gold und den Euro behalten wir bei. (Privatbank IHAG Zürich AG/mc/pg)

Privatbank IHAG Zürich

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