Ina Invest Holding mit verhaltenem erstem Handelstag

Marc Pointet
Marc Pointet, CEO Ina Invest. (Foto: zvg)

Zürich – Die Implenia-Abspaltung Ina Invest Holding hat bei ihrem Börsendebut am Freitag an der SIX einen verhaltenen Start hingelegt. Der Kurs sank im Handelsverlauf unter den Ausgabepreis.

Der Schlusskurs am ersten Handelstag betrug 22,20 Franken. Verglichen mit dem Ausgabepreis von 22,42 Franken ist das ein Minus von 1,0 Prozent. Der Gesamtmarkt (SPI) verlor 0,47 Prozent.

Zum Ausgabepreis kommt die Holding mit rund 8,87 Millionen Aktien auf einen Marktwert von knapp 200 Millionen Franken. Verglichen mit den Schwergewichten auf den hiesigen Immobilienmarkt ist Ina Invest mit einem Portfoliowert von rund 300 Millionen Franken ein eher kleiner Akteur. Die Liegenschaftsbestände von SPS (11,8 Milliarden Fr.), PSP (8,0 Milliarden) oder Allreal (4,4 Milliarden) bewegen sich in deutlich höheren Regionen.

Doch das soll sich ändern. Bis 2027 wird ein Portfoliowert von rund 2 Milliarden angepeilt. Ina Invest will durch die Weiterentwicklung und Fertigstellung von bestehenden Projekten sowie kontinuierliche Zukäufe kräftig wachsen. Finanziert werden soll das Wachstum durch den Verkauf etwa von Eigentumswohnungen oder durch weitere Kapitalerhöhungen.

Ausgewogenes Portfolio in städtischen Zentren
Das Ina-Portfolio besteht zunächst nur aus Neubau-Entwicklungsprojekten mit einem hohen Mischnutzungsanteil. Das Verhältnis von Wohnungen und Gewerbe sei ausgewogen, und der Schwerpunkt liege auf erstklassigen Lagen in Zürich, Winterthur, Basel, Lausanne oder Genf, betont das Unternehmen.

Zu den prominenteren Projekten zählen etwa das Quartier „Lokstadt“ in Winterthur mit verschiedenen Gebäuden oder die Arealentwicklung Tivol in Neuenburg mit Wohnungen, Büroflächen sowie Gastronomie und Kultur.

Teil der „Story“ ist auch die weiterhin enge Zusammenarbeit mit Implenia. Mit der Abspaltung will Implenia zwar seine Entwicklungsprojekte neuen Investoren öffnen, behält aber einen gewichtigen Anteil und bindet die Projekte über Verträge und Dienstleistungen an das eigene Geschäft.

Bei der Ausgliederung gingen rund 75 Prozent der Holding-Aktien über eine Sachdividende und im Rahmen einer Kapitalerhöhung an die Implenia-Aktionäre. Der Rest wurde Investoren angeboten.

Die Holding hält rund 57 Prozent an der Ina Invest Ltd., in die der Baukonzern Implenia rund die Hälfte seines Immobilien- und Projektportfolios ausgegliedert hat. Die übrigen 43 Prozent an Ina besitzt Implenia.

Implenia-Aktien geben ab
Die Ausgliederung belastete am Freitag den Implenia-Aktienkurs. Die Titel des Baukonzerns schlossen über 8 Prozent tiefer.

Analysten verweisen auf den Verwässerungseffekt durch die Kapitalerhöhung bei Ina sowie die Ausgliederung eines Teils des Unternehmenswerts. Die Aussichten für Ina werden jedoch grundlegend positiv bewertet. Die Gesellschaft habe durch die Kapitalerhöhung einen grösseren finanziellen Spielraum, als dies Implenia hatte.

Dadurch könnten Wachstumschancen besser genutzt werden. Ob die angestrebte integrierte Zusammenarbeit zwischen der Immobilienfirma und dem Baukonzern die erwarteten Resultate zeigen werde, müsse sich aber erst zeigen.

Ina Invest ist der erste Börsengang in der Schweiz im laufenden Jahr. 2019 hatten insgesamt sieben Unternehmen den Sprung an die Schweizer Börse SIX gewagt, darunter der Augenheilkonzern Alcon, der Zugbauer Stadler Rail oder der Informatikdienstleister Softwareone. (awp/mc/pg)

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